Freitag, 16. Mai 2014

Fledermäuse im Museumsdorf

Eine der drei im Museumsdorf entdeckten Fledermäuse.                                                                       Foto: Christine Kohnke-Löbert
Nein, ein Langohr ist sie definitiv nicht, die kleine braune, pelzige Fledermaus, die gestern beim Öffnen einer seltener benutzten Seitentür im Museumsdorf Hösseringen gefunden wurde. Gemeinsam mit zwei Artgenossen hatte sie sich in der Türlaibung verkrochen, um den hellen Tag zu verschlafen und wurde dabei von Handwerkern, die Reparaturarbeiten ausführen wollten, jäh aufgescheucht. Also mussten die Reparaturen erst einmal verschoben und die drei Fledermäuse unter das Dach des großen Göpels bei der Ausstellungshalle umgesiedelt werden. Wegen der Kälte blieben zwei der kleinen Nachtsegler allerdings geradezu phlegmatisch träge, nur die eine zeigte nicht nur ihre großen Flugmembranen, sondern angesichts der ungemütlichen Störung auch Zähne. Und ja, die Eckzähne sind nicht ohne. Um welche Fledermausart es sich handelt, war den Museumsleuten und auch den Handwerkern allerdings nicht ganz klar, vielleicht den Kleinen Abendsegler?
In einer Langzeitstudie haben Wissenschaftler der Uni Greifswald herausgefunden, dass Fledermäuse in stabilen sozialen Beziehungen leben. Sie leben in Gruppen zusammen und insbesondere die älteren Weibchen (Fledermäuse können bis zu 20 Jahre alt werden) betreiben eine intensive Beziehungspflege zu Großmutter, Mutter und Tochter, aber auch Freundinnen der Familie. Wie sich die Tiere wiedererkennen, weiß man bislang nicht. Die Museumsleute werden sie sicher bald vergessen haben - und den Schreck in der Morgenstunde hoffentlich auch.

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