Montag, 10. November 2014

700 Tonnen Kies für den Schwarzstorch

700 Tonnen Kies wurden im Rahmen des Naturschutzprojekts in die Bachsohlen von Bruno und Emmer Bach (Bild) ein-
gebracht. Der Kies soll als Laichsubstrat für heimische Fische dienen, die wiederum eine wichtige Nahrungsgrundlage für
den seltenen und scheuen Schwarzstorch sind. Foto: NLF
Das Naturschutzprojekt „FFH Bäche Bruno und Emmer Bach“ in der Revierförsterei Betzhorn des Niedersächsischen Forstamtes Unterlüß wurde heute mit dem Einbringen einer letzten Baggerschaufel voll Kies in den Emmer Bach abgeschlossen. Bei dem Projekt handelt es sich um eine langfristige Verbesserung der Nahrungsbiotope für den hier heimischen Schwarzstorch. Die Idee zu diesem Pilotprojekt im Raum Gifhorn-Hankensbüttel kam dem Forstamt Unterlüß aufgrund der ökologisch starken Verarmung der Bachläufe. In enger Zusammenarbeit mit dem NABU Niedersachsen wurden die gemeinsamen Planungen umgesetzt. Das Projekt wurde vom Aller-Ohre-Verband umgesetzt, der für die Gewässerunterhaltung in diesem Gebiet zuständig ist. Er verfügt über die notwendige spezielle Orts- und Gewässerkenntnis sowie das erforderliche Gerät für diese Aufgaben.
Schwarzstörche beim Fischen. Foto: Hans-Jürgen Kelm
Bei dem Gemeinschaftsprojekt wurden etwa 700 Tonnen Kies in die Bachsohle von Bruno und Emmer Bach eingebracht. „Eine logistische Herausforderung war es, den schweren Kies über feuchte Böden zum Bach zu bringen. Das trockene Wetter kam uns dabei entgegen“, erklärt Förster Christoph Rothfuchs vom Forstamt Unterlüß. Das neue Kiesbett dient als Laichsubstrat für die heimische Fischfauna wie Mühlkoppe oder Bachforelle. Von diesen Fischen ernährt sich wiederum der seltene und scheue Schwarzstorch. Gleichzeitig wird Lebensraum am Gewässergrund für tierische Kleinstlebewesen (Makrozoobenthos), wie beispielsweise Kleinkrebse, Libellen- oder Köcherfliegenlarven, geschaffen.
 „Der Aller-Ohre-Verband hat großes Interesse, über solche Projekte die Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie in unseren Bächen zu erreichen“, ergänzt Verbandsingenieur Rolf Buhmann. Kai-Olaf Krüger vom Vogelartenschutzprogramm des NABU Niedersachsen resümiert: „In dem Projekt haben wir erfolgreich unsere Stärken gebündelt und konnten so mit verhältnismäßig geringem Aufwand viel erreichen.“ Die Finanzierung des gemeinsamen Naturschutzprojektes wurde von der Krombacher Brauerei übernommen. Sie ist der erste Teil einer umfangreichen Gesamtspendensumme im Rahmen ihrer Genießer-Aktion für Naturschutzprojekte in Deutschland. Neben weiteren Maßnahmen wird darüber auch die Revitalisierung von Auenlandschaften im Raum Gifhorn finanziert.

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