Samstag, 28. Februar 2015

Medizin gegen Intoleranz

Hilft zwar nicht gegen die Grippe, dafür aber umso besser gegen die Braunschweiger "Virenmutation Bragida", versichern
zumindest die Grünen, die das Medikament am Montag in den Verkehr bringen. Foto: Marion Korth
Vor drei Wochen tauchte es erstmals im Rheinland auf, ab Montag ist es endlich auch bei uns in der Region erhältlich, und das sogar rezeptfrei: das erste Medikament gegen Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit. "Pegidatox akut" mit den Wirkstoffen "Multikultin" und "Toleranzol" soll bei der nächsten Gegenkundgebung gegen den Braunschweiger "Pegida"-Ableger "Bragida" am Montag, 2. März, ausgegeben werden. Nachdem es schon gelungen ist, die "Bragida"-Demonstranten aus der Innenstadt zu verdrängen – die "Bragida"-Veranstaltung findet diesmal am Hauptbahnhof statt –, kann dank des vorbeugend zu verabreichenden, neuartigen Medikaments nun auch das Infektionsrisiko bei Bürgerinnen und Bürgern, die latent gefährdet sind, den "Bragida"-Parolen Glauben zu schenken, deutlich gesenkt werden, so dass sich das Thema "Pegida" bzw. "Bragida" hoffentlich in der Region erledigt hat.
In den Verkehr gebracht worden ist "Pegidatox" von den Düsseldorfer Grünen. Die versprechen auf der Verpackung: "Pegidatox akut sorgt für die schnelle Wiederherstellung rheinischer Toleranz und Offenheit". Und was in Düsseldorf funktioniert, dachten sich die Braunschweiger Grünen, müsste doch auch in Braunschweig funktionieren, denn immerhin ist Braunschweig ebenso wie Düsseldorf eine Karnevalshochburg, auch wenn der Karnavalsumzug wegen der Gefahr eines terroristischen Anschlags diesmal leider abgesagt werden musste.
Empfohlen wird "Pegidatox" laut Packungsbeilage "zur Behandlung chronischer Fremdenfeindlichkeit und unerklärlicher Angst vor gesellschaftlicher Vielfalt". Über die Zusammensetzung des Medikaments wird hier noch nichts verraten. Wer sie wissen will, muss sich am Montagabend schon auf den Weg nach Braunschweig machen. "Pegidatox" wird ab 18 Uhr auf dem Kohlmarkt ausgegeben.

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