Freitag, 6. Februar 2015

Planet 3.0 – Klima. Leben. Zukunft

Viele neue Tier- und Pflanzenarten werden durch den Klimawandel in Deutschland heimisch. Die neue Sonnerausstellung des Naturhistorischen Museums in Braunschweig stellt sie vor. Foto: Senckenberg, Tränkner
Braunschweig: Sonderausstellung zum Klimawandel
im Naturhistorischen Museum 

Unser Planet Erde steht im Zentrum der neuen Sonderausstellung im Staatlichen
Naturhistorischen Museum, die vom 7. Februar bis zum 26. April in der
Ausstellungshalle an der Hamburger Straße 267 in Braunschweig gezeigt wird. „Planet 3.0 – Klima. Leben. Zukunft. Eine Zeitreise durch den Klimawandel“ verknüpft die Erdgeschichte vor Millionen von Jahren mit unserer Gegenwart und stellt mit dem Klimawandel eine Thematik vor, die das Leben auf der Erde seit jeher prägte und die heute aktueller denn je ist.
Am Anfang der Ausstellung führen Schlaglichter der Erdgeschichte in die Thematik ein
– das Klima wandelte sich seit der Entstehung der Erde: Sieben klimatisch
verschiedene Perioden beleuchten die Entwicklung des Lebens auf der Erde im
Zusammenhang mit dem jeweiligen Klima. Echte Gesteine, Fossilien und Modelle
veranschaulichen die Entwicklungen. Unterschiedliche Globen machen die
Verschiebung der Kontinente und Klimazonen nachvollziehbar.
Eine atmosphärische Videoprojektion auf einen Globus präsentiert die sieben Sphären
unserer Erde, deren Zusammenspiel die Lebensgrundlage auf unserem Planeten
bilden: Lithosphäre – Gestein, Geologie und Rohstoffe, Atmosphäre – Luft, Klimagase
und Wasser, Pedosphäre – Boden und darin lebende Organismen, Hydrosphäre –
Meer, Sü.wasser, ihre Klimafunktion und ihr Leben, Kryosphäre – Eis, Polar- und
Meeresforschung, Biosphäre – Pflanzen- und Tierreich, Anthroposphäre – vom
Menschen gestaltete Umwelt.
Die Tigermücke – eine neu eingewanderte Tierart. Jonas Ewert betrachtet 
hier ein XXL-Modell des Tieres.  Foto: Senckenberg, Tränkner
In jüngster Zeit ist die Klimaforschung umso wichtiger geworden, da sich das Klima
schneller als jemals zuvor auf der Erde verändert. Wie wird sich dieser Wandel auf die
Tier- und Pflanzenwelt und auf unseren Lebensraum auswirken? Was ist bereits
wissenschaftliche Tatsache und was muss noch erforscht werden?
An Forschertischen stellen die wichtigsten deutschen Klimaforschungsinstitute
laufende Projekte vor und geben einen Einblick in ihre Arbeit. Mit dabei sind unter
anderem der Deutsche Wetterdienst, Eumetsat oder auch das Alfred-Wegener-Institut
für Polar- und Meeresforschung.
Ergänzt wird dieses Kapitel der Ausstellung durch eine Präsentation der
Braunschweiger Forschungsinstitute, die ebenfalls aktuelle Projekte aus dem Bereich
der Bodenforschung vorstellen:
Das Leibniz-Institut DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen
GmbH stellt die Frage, wie es in einem Quadratmillimeter im Boden aussieht und zeigt
ein Modell dieses spannenden Mikrokosmos Im Fokus steht außerdem aktuelle
Forschung zum nachhaltigen Land- und Ressourcenmanagement in der durch
Klimawandel, Überbevölkerung und Übernutzung gefährdeten Okavangoregion im
südlichen Afrika. Wie wird das Bodenmikrobiom dadurch beeinträchtigt?
Am Julius Kühn-Institut ist der Schutz der natürlichen Ressourcen Wasser und Boden
ein Forschungsschwerpunkt. Präsentiert wird der Einfluss von Wurzeln und
oberirdischer Biomasse verschiedener Energiepflanzen auf ihre Anpassung an
zunehmende Trockenheit und veränderte Niederschlagsverteilung.
Das Thühnen-Institut untersucht bundesweit, wie viel organische Substanz in den
Böden gespeichert ist und erforscht die Wechselbeziehungen zwischen Atmosphäre,
Boden und Bodennutzung. Zusätzlich zeigt es in der Ausstellung Zusammenhänge
zwischen Bodenbewirtschaftung und biologischer Vielfalt.
Die Braunschweiger Arbeitsgemeinschaft REKA informiert, wie innovative Dämmstoffe
auf natürlicher Basis erzeugt und praktisch eingesetzt werden können.
Das Fraunhofer-Institut für Holzforschung WKI zeigt, wie altes, gereinigtes Holz ein
neues Leben als Spanplatte bekommt. Darüber hinaus präsentieren die Forscher neue
Dämmstoffe aus Holz – darunter Holzschaum-Platten und ein Dämmmaterial aus
Balsaholz, das aus recycelten Rotorblättern von Windkraftanlagen hergestellt wurde.
Ein zweiter Teil der Ausstellung findet im Museumsgebäude in der Pockelsstraße statt:
Unter dem Titel „Arktis und Antarktis. Das Eis schmilzt“ wird ein Blick auf die
Lebenswelten in den Polarzonen. Das Abschmelzen der Polarkappen ist wohl eines der
gravierendsten Folgen der Klimaerwärmung. Droht Eisbar, Pinguin, Walross und Co.
das Aussterben?
Die Ausstellung „Planet 3.0 – Klima. Leben. Zukunft. Eine Zeitreise durch den
Klimawandel“ wurde erarbeitet von der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung,
Frankfurt am Main. Im Begleitprogramm der Ausstellung werden verschiedene Veranstaltungen angeboten. Das Veranstaltungsprogramm ist hier zu finden: www.naturhistorisches-museum.de

INFO
„Planet 3.0 – Klima. Leben. Zukunft. Eine Zeitreise durch den Klimawandel“
Laufzeit der Sonderausstellung
7. Februar bis 26. April 2015
Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag 9:00 -17:00 Uhr, Mittwoch bis 19:00 Uhr, Mo geschlossen
Eintrittspreise
Erwachsene 8,- Euro, ermäßigt 5,- Euro, Kinder 3,- Euro
Das Ticket berechtigt zum einmaligen Eintritt in das Museum in der Pockelsstraße 10
am Tag des Ausstellungsbesuches.
Ausstellungsort
Ausstellungshalle in der Hamburger Straße 267, Braunschweig
Teilbereich „Arktis und Antarktis“ in der Pockelsstraße 10 in Braunschweig
Zwischen dem Naturhistorischen Museum und der Ausstellung in der Hamburger
Straße kann ein kostenloser Shuttle mit einem Elektrofahrzeug genutzt werden.
(Nur an Wochenenden)

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