Donnerstag, 21. Januar 2016

Nicola hat viele Freunde

Gelbfleischig, milder Geschmack und feine Konsistenz: Nicola, die Kartoffel
des Jahres 2016, gilt als Allround-Talent in der Küche.
Foto: Julia Kuhrs
Sie kommt aus Niedersachsen, ist heute auch in Nordafrika zu Hause, hat besonders viele Freunde in den Niederlanden und sich mit ihren 43 Jahren vergleichsweise gut gehalten: „Nicola“ ist die „Kartoffel des Jahres“ 2016. Auf der Internationalen Grünen Woche gab Starköchin Sarah Wiener heute den Namen der Siegerin bekannt.
Mit Nicola wurde eine Kartoffelsorte gekürt, die auf einen großen Freundeskreis zählen kann. Das liegt vor allem an ihren vielen Talenten. Sie ist festkochend, wie rund 70 Prozent der in Deutschland gekauften Kartoffeln. Und sie ist „schön gelb“. Die Farbe und vor allem die Beständigkeit der Farbe beim Kochen sind begehrte Eigenschaften für eine Speisekartoffel. Außerdem schmeckt Nicola mild und hat eine sehr feine Konsistenz. In der Küche ist sie eine Allrounderin, die sowohl als Pellkartoffel als auch als Bratkartoffel eine gute Figur macht, weil sie nicht zerfällt.
Zur „Kartoffel des Jahres“ 2016 wurde Nicola vom zehnköpfigen Gremium jedoch wegen ihrer Genügsamkeit gewählt. „Sie ist eine unkomplizierte Sorte, die auch bei schwierigen Wachstumsbedingungen, relativ zuverlässige Erntemengen und gute Qualitäten erreicht“, erklärt Wilfried Stegmann, Sprecher des „Arbeitskreis Kartoffel des Jahres“. Mit diesen Eigenschaften ist Nicola heute sowohl im Ökolandbau beliebt wie auch in Regionen, die nicht unbedingt für ihren Kartoffelanbau bekannt sind. Dazu zählt Nordafrika und dort  besonders Ägypten, wo es größere Bestände gibt.
Nach ihrer Zulassung 1973 aber fanden zuerst die Niederländer Gefallen an Nicola. Dort ist sie auch heute noch außerordentlich beliebt. Die Anbaufläche wird mit 3500 Hektar angegeben. In Deutschland wächst Nicola auf immerhin 500 Hektar. Das ist eine beachtliche Größe für eine so alte Kartoffelsorte.
In Deutschland sind rund 150 Speisekartoffelsorten zugelassen. Die Auszeichnung kürt Kartoffeln jenseits der Massensorten. Die „Kartoffel des Jahres“ soll damit auf die Vielfalt aufmerksam machen.

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