Montag, 9. Mai 2016

Premiere mit irischer Musik

VON FOLKERT FRELS / Text / Foto
Gastgeber Thomas Rau bedankt sich bei Band und Publikum für den gelunge-
nen Konzertabend in Stadensen.
Für sie war es ein Heimspiel: Sabine Bresch, Gunda und Bernd (‚Benny‘) Lange sowie Matthias Rüger haben nicht zum ersten Mal als Easy Going Company irische Stimmung in Stadensen verbreitet. Für die Eheleute Beate Achtziger und Thomas Rau jedoch war das Konzert am Himmelfahrtstag eine Premiere. Vor kurzem erst haben die beiden das ehemalige Café Bornbachtal übernommen und wollen mit diesem Haus unter dem Namen Kaffeehaus Stadensen Akzente setzen in der Gemeinde, deren Infrastrukur weitgehend aus Bushaltestelle, Bäckerei und Freibad besteht. Thomas war in seinem ersten Leben Banker, beide kommen aus dem schwäbischen Reutlingen – Beate ist der Arbeit wegen überwiegend noch dort – doch beide haben vor, ihr Leben künftig in diesem Ortsteil Wrestedts zu verbringen.
„Warum gerade hier?“ Thomas Rau antwortet wie aus der Pistole geschossen: „Weil ich hier die Ruhe habe, die ich in meinem Beruf bisher nicht hatte. Und weil ich hier viel Platz um mich herum habe.“ Platz, zum Beispiel, für die Tiere, die zur Lüneburger Heide nun mal dazugehören: Heidschnucken. Es sei nicht so, fährt Thomas fort, dass er sich mit dem Kaffeehaus Stadensen einen lebenslangen Traum erfüllt habe, aber als Wirt fühle er sich hier sehr wohl, könne etwas zur kulturellen Bereicherung der Region beitragen. Und da kommt ihm die Easy Going Company gerade recht.
In seiner Begrüßung, in die er die neuen Wirtsleute Beate und Thomas mit einbezog, freute sich Matthias Rüger – in der Band für Gesang und Begleitung auf Banjo und Gitarre zuständig –, dass sie hier aufspielen dürfen. „Vor rund neun Monaten haben wir hier unser Abschiedskonzert gegeben. Niemand hat damals geahnt, dass wir hier heute zur Premiere bei den neuen Besitzern da sein werden.“
Das Publikum hörte kraftvolle, teils schwungvolle, teils melancholische irische Weisen. Gunda Lange hat das Repertoire passend auf die Instrumente der vier Musiker umgesetzt. Und ob nun Sabine Bresch mit ihrer Bass-Gitarre den Rhythmus unterstreicht oder mit dem Akkordeon das Geigenspiel von Gunda Lange harmonisch ergänzt – es passt alles zusammen und ergibt ein irisches Stimmungsbild von Whisky, Liebe und dem Leben an sich. Da wird über Asphaltkocher gesungen, über „Moonshine“ – womit der schwarz gebrannte Whisky gemeint ist –, über käufliche, aber auch unerwiderte Liebe, über die Berge und Täler Irlands. Und wenn Bernd Lange dazu die Bodhrán, diese ungewöhnliche Rahmentrommel, schlägt, ja, dann wähnt man sich weit weg in einem irischen Pub. Stimmungsvoll das von Joan Baez, Bob Dylan und vielen anderen Weltstars gesungene, von der Band jedoch traumhaft schön instrumental dargebotene Stück „Wild Mountain Thyme“. Mit „Danny Boy“ und „Good Night, Irene“ endete der Konzertabend in Stadensen mit lang anhaltendem Applaus.

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