Montag, 20. Februar 2017

Thora Kraft, Meike Redecker und Bernd Schulz für Kunstpreis nominiert

Thora Kraft, Meike Redecker und Bernd Schulz aus dem Landkreis Gifhorn sind für den Kunstpreis des Lüneburgischen Landschaftsverbandes nominiert. Bereits zum fünften Mal wurde der mit 5000 Euro dotierte Preis für zeitgenössische Bildende Kunst ausgelobt. Die drei genannten Künstler sowie zwei weitere Anwärterinnen und Anwärter konnten mit ihren eingereichten Arbeiten aus insgesamt 57 Bewerbungen überzeugen und wurden von einer sechsköpfigen Kunstkommission, die im November 2016 tagte, für die Vergabe des Kunstpreises empfohlen.
Thora Kraft ist dem Publikum vor allem durch ihre vielfältigen Malereien auf Glasträgern bekannt. Ein Medium, das ihrer Rolle als künstlerischer Beobachterin sehr entgegen kommt. Sie zeigt Bilder, die im Verborgenen, im Privaten entstehen. Thora Kraft treibt die Frage um, wie und ob sich diese intimen Szenarien durch die Präsentation im öffentlichen Raum verändern.
Meike Redeckers Konzept-basierende Videoarbeiten zeigen gesellschaftlich relevante Aspekte auf poetische Weise auf. Die Kamera ist stets offen in die Erzählungen, teils performativ, teils narrativ, einbezogen. Der Betrachter wird mit Alltagssituationen konfrontiert, welche die Künstlerin vorfindet oder rekonstruiert. Sie spielen sich sowohl im öffentlichen als auch privaten Raum ab. Ihre drei der Kunstkommission präsentierten Arbeiten sind von einer tiefgründigen, manchmal beklemmenden Ästhetik geprägt.
Bernd Schulz überzeugte die Kommission mit seinen Lichtprojektionen, die in den urbanen Raum eingreifen und sich auf ihn beziehen. Erst die Dunkelheit des ausklingenden Tages ermöglicht seine formalistischen Skulpturen aus Licht: „Die Nacht ist es, die alles werden lässt. Sie erlaubt es mir, mein Umfeld zu bebauen. Alle meine Arbeiten brauchen die Dunkelheit um aus ihr zu entstehen. Erst in der Dunkelheit werden sie sichtbar, wie ein Geräusch erst in der Stille hörbar wird.“ (Bernd Schulz)
Ebenfalls nominiert sind Esra Oezen (Wolfsburg) und die Künstler-Kooperation Tamaki Watanabe und Walter Zurborg (Dahlem). Vertreten sind verschiedenste Medien wie Malerei, Fotografie, Film und Installation. Der Preis wird am 06. Mai 2017 im Schloss Wolfsburg vergeben. Ausgewählte Arbeiten der fünf nominierten Künstlerinnen und Künstler werden dort in einer Gruppenausstellung präsentiert. Die Preisträgerin oder der Preisträger wird auf Grundlage der Originale unmittelbar vor der Preisverleihung bestimmt. Das Werk der ausgezeichneten Künstlerin oder des ausgezeichneten Künstlers wird Ende September/Anfang Oktober dieses Jahres mit einer Einzelausstellung im Künstlerhaus Meinersen hervorgehoben. Anlässlich dieser Präsentation wird eine begleitende Publikation erscheinen.
Der erste Kunstpreis des Lüneburgischen Landschaftsverbandes 2008/2009 wurde an den Lüneburger Fotografen Ralf Peters vergeben. Es folgten die in Bleckede lebende Malerin Justine Otto 2010/2011, die Malerin Anna Jander 2012/2013 aus Niederohe (Illustratorin des im Calluna-Verlag erschienenen Buches "Wir Heidschnucken vom Sothriethof") und 2014/2015 Gilta Jansen aus Dannenberg, die malerisch und skulptural arbeitet.

Die nominierten Künstlerinnen und Künstler
Thora Kraft
Thora Kraft wurde 1967 in Hoja geboren. Sie lebt und arbeitet in Calberlah, Landkreis Gifhorn. Von 1987 bis 1996 studierte sie Freie Kunst an der HBK Braunschweig bei Prof. Lienhard von Monkiewitsch und Prof. John Armleder. 1996 bis 1997 war sie Meisterschülerin bei Prof. Lienhard von Monkiewitsch. 2014 gewann sie den „arti“-Kunstpreis des Kunstvereins Wolfsburg und erhielt im selben Jahr ein Aufenthaltsstipendium für das Künstlerhaus Salzwedel. Im Zentrum ihrer künstlerischen Arbeit steht die Malerei, die sie meist auf einer farblosen Glasscheibe ausführt. Thora Krafts Interesse gilt dem Betrachten und Beobachten. Ihre Arbeiten sind gekennzeichnet von dem Spiel mit den verschiedenen Blickachsen zwischen Betrachter – Bild – Künstler und andersherum.
Bereits 2015 war sie für den 4. Kunstpreis des Lüneburgischen Landschaftsverbandes mit ihrer Serie „Camouflage Selbstportrait“ von 2015 nominiert.

Meike Redecker
Meike Redecker wurde 1983 in Wolfenbüttel geboren. Sie lebt und arbeitet in Meine, Landkreis Gifhorn. Von 2004 bis 2012 studierte sie Kommunikationsdesign an der HBK Braunschweig. 2013 erhielt sie das ISAP-Stipendium des DAAD für einen Studienaufenthalt am ITB Bandung, Faculty of Fine Arts, Indonesien. Von 2011 bis 2015 studierte sie Freie Kunst an der HBK Braunschweig und war 2015/2016 Meisterschülerin bei Prof. Candice Breitz. 2016 erhielt sie den Preis „Kunst im Öffentlichen Raum“ der Volksbank Braunschweig/Wolfsburg für ihre Filmarbeit „Ohne Titel“. Die Künstlerin entwickelte ihr Interesse für den experimentellen Film während ihres Studiums des Kommunikationsdesigns und vertiefte es im Studium der Freien Kunst. Ihre Videoarbeiten setzen sich oft aus performativen und
narrativen Elementen zusammen. Die zunächst wie gewöhnliche Alltagssituationen im öffentlichen oder privaten Raum vorgefundenen oder arrangierten Szenen bergen meist auch sonderbare Komponenten, die beim Betrachter Verwunderung oder Befremdlichkeit auslösen.

Bernd Schulz
Bernd Schulz wurde 1961 in Wolfsburg geboren. Er lebt und arbeitet in Calberlah, Landkreis Gifhorn. Von 1983 bis 1986 studierte er Architektur an der Fachhochschule Hildesheim/Holzminden und von 1988 bis 1996 Bildhauerei, Fotografie und Malerei an der HBK Braunschweig bei den Professoren Johannes Brus, Edgar Gutbub, Dörte Eißfeldt und Lienhard von Monkiewitsch. 1996 war er Meisterschüler bei Prof. Lienhard von Monkiewitsch. Von 1998 bis 2002 hatte er Lehraufträge in den Bereichen Bildhauerei, Malerei und Ausstellungskonzeption an der HBK Braunschweig. Seit 2010 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für architekturbezogene Kunst IAK an der TU Braunschweig. Bernd Schulz erzeugt mit Licht Bewegungen im Raum und hält diese mit der Kamera fest. Sichtbar werden Lichtskulpturen, -architekturen und -installationen. Ein weiterer Schwerpunkt sind ortsbezogene Lichtprojektionen, die er meist für den urbanen Raum schafft. Bereits 2009 war er für den 1. Kunstpreis des Lüneburgischen Landschaftsverbandes mit der Dokumentation einer Lichtkunstarbeit, die vor dem Celler Schloss entstand, nominiert.

TERMINE
6. Mai 2017
16:30 Uhr Eröffnung der Gruppenausstellung im Gewölbekeller, Schloss Wolfsburg
17:00 Uhr Preisverleihung
Dauer der Ausstellung: 6. Mai bis 6. Juni 2017

Ende September/Anfang Oktober 2017
Eröffnung der Preisträgerausstellung im Künstlerhaus Meinersen

INFO www.lueneburgischer-landschaftsverband.de

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