Montag, 3. April 2017

Malen als Zuflucht

Ausstellung in der Bücherei für Stadt und Kreis Uelzen
FOLKERT FRELS
"Black Farewell" von Belal Mohammad
„Und was wir alleine nicht schaffen, das schaffen wir dann zusammen.“ Das Lied stammt von Xavier Naidoo und es beschreibt das Gefühl, das Belal Mohammad und Moctar Troré in der Zeit seit ihrer Ankunft haben konnten. Heraus aus den Unsicherheiten und Ungewissheiten, ja auch aus Todesgefahr in ihren Heimatländern Syrien und Côte d'Ivoire, der Elfenbeinküste, hatten sich die beiden Flüchtlinge auf den Weg gemacht und fanden vor etwa eineinhalb Jahren in Deutschland, in Uelzen, Zuflucht. Maßgeblich unterstützt vom Christlichen Jugend Dienst (CJD) und dem damit verbundenen Jugendmigrationsdienst in der Luisenstraße haben die beiden wieder Hoffnung gefasst und hier eine zweite Heimat gefunden, in der sie in Frieden und Freiheit ihrer Liebe zur Malerei nachgehen können
Beide haben jetzt Bilder für eine Ausstellung in der Bücherei für Stadt und Kreis Uelzen zusammengestellt. Seit dem 25. März und noch bis zum 30. April 2017 hängt dort das Ergebnis dessen, was Belal Mohammad und Moctar Traoré zu dem Thema „Leinwand: frei – Malerei als Zuflucht“ wichtig ist. Während Moctar Traoré vorzugsweise seine Träume und Erinnerungen an Afrika malt und sie den neuen Gegebenheiten gegenüberstellt, drückt Bela Mohammad in seinen Bildern in erster Linie seine Eindrücke von Krieg und Flucht aus.
 "No time for the children" von Moctar 
Traoré
In seinen Einführungsworten zur Eröffnung der Ausstellung am 25. März rief Jürgen Trumann den beiden Künstlern und den erschienenen Gästen zu: „Guten Morgen, verehrte Freunde der Kunst und der Kultur, ja, der Kulturen. ‚Herzlich willkommen‘ fühle ich mich – und will ich Sie hier heißen an diesem Ort des Friedens, der Freiheit und der – vielleicht  nicht unbegrenzten – doch durchaus vielen Möglichkeiten.“ Im weiteren Verlauf seiner Begrüßung sieht er sich umgeben von Hoffnungsträgern. „Hoffnungsträger nicht im landläufigen Sinne, dass ein Land oder eine Stadt große Hoffnungen in uns setzen würde, sondern weil wir Hoffnung in uns tragen. Hoffnung, die Mut macht. Sich selbst und anderen.“ Und er fuhr fort, dass doch gar nicht so viel dazugehöre, „Hoffnung, Zuversicht, Liebe und ein bisschen Mut in sich tragen, die Flucht nach vorne zu wagen, die Zu-Flucht zu einander. Menschen, für die das gilt, haben dazu beigetragen, dass Uelzen für unsere beiden Künstler zu einer zweiten Heimat, viele dieser Menschen ihnen zu einer zweiten, internationalen Familie geworden sind. Weil etliche von uns vielleicht Professionalität vermissen lassen, mag man uns Amateure nennen, auch Dilettanten. Das ist gar kein schlechter Ruf. Denn beides leitet sich über französisch und italienisch aus dem Lateinischen ab und bedeutet lieben und sich erfreuen. Denn darauf kommt es letztendlich mehr an, um den Frieden und das Leben in Deutschland, ja, in Uelzen zu finden.“
Soweit Jürgen Trumann. Die Ausstellung ist bis zum 30. April während der Öffnungszeiten der Bücherei zu sehen.

Bei der Ausstellungseröffnung (von links): Jürgen Trumann mit den Künstlern Belal Mohammad und Moctar Traoré.
 Foto: Hans Lepel











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