Montag, 31. Juli 2017

Eine Postkarte als Anstoß

Thema beim nächsten Montagstreff des Kunstvereins Uelzen: Mail Art 
FOLKERT FRELS
Georg Lipinsky verrät, warum ihn die Mail Art so 
fasziniert.
Beim nächsten Montagstreff des Kunstvereins Uelzen am Montag, 7. August, im Theaterkeller des Theaters an der Ilmenau erläutert der Uelzener Künstler Georg Lipinsky, was es mit der Mail Art auf sich hat – wann sie entstand, wie sie funktioniert, was damit erreicht werden soll. Lipinsky selbst hat an vielen Mail-Art-Projekten teilgenommen, etliche auch selber initiiert. So stupste er beispielsweise 1994 ein Projekt an unter dem Oberbegriff „Das Goldene Schiff“ – die 1995 darauf aufbauende Ausstellung anlässlich des Jubiläumsjahres (5 Jahre deutsche Einheit, 50 Jahre Kriegsende, 725 Jahre Stadtrechte Stadt Uelzen) zeigte über 300 Arbeiten von rund 270 Mail-Art-isten aus 32 Staaten. Aus Deutschland beteiligten sich damals 57 Künstler. „Der Heidewanderer“ vom Sonnabend, 10. Juni 1995, enthält einen Beitrag Georg Lipinkys mit dem Titel „Uelzen, Das Goldene Schiff und die ‚Post-Kunst‘“. Darin heißt es: „Im weltweiten Netzwerk der Mail-Art, das heißt im Informations- und Kommunikationssystem von Künstlern vieler Nationalitäten, beschäftigte man sich im Jahre 1994 mit dem „Goldenen Schiff“ der Stadt Uelzen: Was mag es bedeutet haben? – Was kann es uns heute sein?, so lauteten die Fragen, und dazu wurden Mail-Art-isten aufgefordert, die goldenen Schiffe unserer Zeit zu erfinden.“
Irgendwann in den späten 1940er Jahren begann der New Yorker Künstler Ray Johnson damit, einigen Künstler-Kollegen selbstgestaltete Postkarten zu schicken mit der Bitte, diesem Beitrag einen weiteren hinzuzufügen und entweder ihm oder einem anderen Künstler weiterzuleiten – sozusagen wie ein Kettenbrief. Das Ziel war künstlerische Kooperation. Doch neben dem Versand und/oder der Ausstellung von Arbeiten der Art-isten im Verbund gab und gibt es Mail-Art in Form von Künstler-Briefmarken, als Versand von Objekten, die eigentlich nicht zum Versand mit der Post geeignet sind (Steine, Holz, Textil- oder andere Objekte, die mit Anschrift und Absender beschriftet werden können) und es gibt die Künstlerstempel, die auf Karten oder Umschläge gestempelt werden, um damit politische oder gesellschaftliche Botschaften zu transportieren, was sowohl für den Absender als auch den Empfänger in totalitären Systemen gefährlich sein konnte.
Der Begriff der  „Mail-Art“ ist so vielgestaltig, dass es wohl kaum jemandem langweilig werden wird, wenn Georg Lipinsky am Montag, 7. August, darüber reden und Bilder dazu zeigen wird. Der Kunstverein und der Referent würden sich über einen regen Besuch freuen. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr. Der Eintritt ist wie immer frei. Spenden für die Arbeit des Montagstreffs werden gern entgegengenommen.

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