Freitag, 15. April 2016

Auf der Spur des Schwarzen Goldes

Das Buch zur Radtour mit Karte und ausführlichen  Beschrei-
bungen zu den einzelnen Stationen ist jetzt erhältlich. 
• Die Heidmark Hankensbüttel war einst ein "Öldorado"
• Geführte Fahrrad-Exkursionen 
• Erster Termin an diesem Sonntag

Als weithin sichtbare Symbole der Energiewende ragen sie in den Himmel: Die turmhohen, weißen Windkraftanlagen prägen das Bild der Landschaft in der Gegend um Hankensbüttel. Vor gar nicht allzu langer Zeit standen hier noch Türme ganz anderer Art: Bohrtürme, mit denen nach Erdöl gesucht wurde. Die Suche lohnte sich. Von 1954 an stieg der Raum Hankensbüttel zu den drei wichtigsten deutschen Fördergebieten auf. Heute weiß kaum noch jemand, dass es im Bereich Hankensbüttel-Süd sogar einmal die ergiebigste »Ölquelle« gab, die jemals in Deutschland angezapft worden ist.
Auch die Nickesel, wie die Ölpumpen genannt werden, sind größtenteils verschwunden, und doch gibt es auch nach dem Rückbau der meisten Anlagen noch etliche Spuren, die der »Ölrausch« in der Heidmark hinterlassen hat. An einigen Stellen wird nach wie vor »schwarzes Gold« aus der Erde gepumpt, und erst vor wenigen Monaten sind Teile der Pipelines erneuert worden, die das hier geförderte Öl zur Weiterverarbeitung abtransportieren.
Der Hankensbütteler Geograph Dr. Henning Tribian, der schon 2007 über das Thema Erdöl in der Heidmark geschrieben hat, will die Erinnerung an ein wichtiges Kapitel der regionalen Wirtschaftsgeschichte wach halten und deshalb für Calluna eine 21 Kilometer lange Fahrradtour ausgearbeitet, die an insgesamt 14 Stationen das Thema Erdöl erfahrbar macht. Zu dieser Radtour, die entweder unter der fachkundigen Führung Tribians oder unbegleitet unternommen werden kann, ist soeben ein kleines Begleitbuch erschienen, das ab sofort bei Calluna unter der E-Mail-Adresse buchshop(at)calluna-magazin.de oder der Telefonnummer 0 58 32/97 98 40 bestellt werden kann und auch in der in der Buchhandlung Ullrich und bei der Touristinformation in Hankensbüttel erhältlich ist. Das Buch im CD-Format mit praktischer Ringbuchbindung enthält eine ausführliche Beschreibung der Tour mit den einzelnen Stationen sowie Hintergrundinformationen, Fotos, Schaubilder und selbstverständlich auch eine Karte mit dem Tourenverlauf. Es kostet 4,80 Euro.
Bei den geführten Radtouren berichtet der Autor anschaulich und allgemeinverständlich über die seit mehr als 60 Jahren währende Erdölförderung, gibt Informationen zu Geologie, Fördertechniken, Produktionsentwicklung sowie zu sozialen, politischen und finanziellen Auswirkungen. Nicht verschwiegen wird auch, dass der »Ölrausch« vielen Bauern, die wegen der überwiegend mageren Sandböden in der Heide nur ein karges Auskommen hatten, zu netten Nebeneinkünften verholfen hat – ebenso wie heute die Windkraftanlagen für Pachteinnahmen sorgen. Aber auch die Radfahrer profitieren bis heute vom »Ölrausch«. Statt auf Feldwegen können sie auf den asphaltierten Straßen fahren, die von den Ölfördergesellschaften zur Erschließung der Fördergebiete angelegt worden sind und deshalb auch als »Ölstraßen« bezeichnet werden.
Für die geführte Radtour sollten die Teilnehmer vier Stunden einplanen, da unterwegs auch eine Kaffeepause (nicht im Preis enthalten) vorgesehen ist. Die Radtouren finden an drei Sonntagen (17. April, 19. Juni und 18. September) sowie an zwei Sonnabenden (21. Mai und 20. August) statt und beginnen jeweils um 13 Uhr. Start und Ziel ist der Parkplatz der Raiffeisen-Genossenschaft an der Ecke Celler Straße/Oerreler Straße in Hankensbüttel. Die Mindestteilnehmerzahl beträgt fünf Personen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Für Gruppen ab zehn Personen sind Sonderführungen nach Absprache mit Dr. Tribian (Telefon 0 58 32/12 05) möglich.

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