Mittwoch, 24. Juli 2024

Lost Places – faszinierend und erschreckend

Vortrag von Claudia Krieghoff-Fraatz beim Montagstreff des Kunstvereins Uelzen 

Einer der zahlreichen Lost Places in der Südheide: das "Geisterdorf" Lopau am Nordrand des Truppenübungsplatzes Munster-Nord.
Foto: Inka Lykka Korth

Beim ersten Montagstreff des Kunstvereins Uelzen nach der Sommerpause geht es um Lost Places. Was hat es damit auf sich und was sind das für Menschen, die sich dem Erkunden von Lost Places verschrieben haben? Woher kommt die Begeisterung? Was ist so faszinierend an verlassenen Orten, und was sind das überhaupt für Orte? Diesen und weiteren Fragen ist Claudia Krieghoff-Fraatz bei ihrer Recherche nachgegangen und wird die Ergebnisse am Montag, 5. August, von 19 Uhr an auf der Studiobühne des Uelzener Theaters an der Ilmenau vorstellen. 

Der Begriff „Lost Places“ wird häufig eingesetzt, wenn es um Industrie-Ruinen oder aufgegebene, nicht mehr in ihrer ursprünglichen Bedeutung genutzte militärische Anlagen handelt. Doch ist unter „Lost Places“ mehr zu verstehen. Es sind darunter alle Orte, Gebäude, Anlagen zu sehen, die keine Aufgabe mehr haben, die daher aufgegeben wurden und der Vergessenheit anheim fielen.

Der Eintritt zu dem Vortrag ist - wie stets beim Montagstreff – frei, Spenden für die Arbeit des Montagstreffs sind jedoch gern gesehen. (ffr)                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                         


Montag, 22. Juli 2024

Neues Reetdach für alten Schafstall

Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördert die Sanierung des Gebäudes am Wietzer Berg

Inmitten des Naturparks Südheide, gut 500 Meter vom Wanderparkplatz "Heideland Wietzer Berg" und unweit des Hermann-Löns-Denkmals steht auf einer Anhöhe der für die Region typische Wirtschafts- und Speicherbau des ehemaligen Schafstalls. Das Denkmal ist in die Heide-Rad- und Wanderwege eingebunden.


Nachträglich eingebaute Tore an der Längsseite machten den ehemaligen Schafstall zur Querdurchfahrtsscheune. Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Bolz

Im Jahr 1967 wurde es vom knapp fünf Kilometer entfernten Hof Hornbostel in Poitzen an den Standort am Wietzer Berg transloziert, dabei wurde der einstige Schafstall zur Querdurchfahrtsscheune umgebaut. Seit 1987 steht der Bau unter Denkmalschutz.

Das vertikal verbretterte Holzfachwerkgerüst wurde auf einem Fundament aus Feldsteinen errichtet und ist von einem Halbwalmdach in Reet bedeckt. Die im Innern zu findende Inschrift ist für einen Zweckbau sehr sorgfältig geschnitzt. Auf dem Sturzbalken ist zu lesen: "Heinrich Wilhelm Cohrs – Anna Dorathea Chors, gb. Elbers - den 3ten September 1828". Am Außenbau weist eine weitere Inschrift auf die Versetzung 1967 hin. Tore an den Längsseiten machen den Bau zur Querdurchfahrtsscheune, seitlich der Durchfahrt befinden sich Speicher- und Stallabseiten.


Das Reetdach des alten Schafstalls ist teilweise undicht und muss erneuert werden. Eine Plane dient als provisorischer Regenschutz. Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Bolz

Die Reetdachsanierung, konkret die Neueindeckung und Reparatur des Dachwerks, des ehemaligen Schafstalls Wietzer Berg in Bonstorf unterstützt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) dank zahlreicher Spenden sowie der Erträge der Lotterie GlücksSpirale mit 50.000 Euro. Das Bauwerk gehört somit zu den über 520 Objekten, die die private DSD dank Spenden und Mittel der Lotterie GlücksSpirale allein in Niedersachsen fördern konnte.

Mittwoch, 17. Juli 2024

Rabenschwarze Nachtgeschichten

Schauerspaziergang auf den Spuren von Edgar Allen Poe

Wohl kaum jemand kennt sich besser in der Finsternis aus: Edgar Allen Poes Rabe löst sich aus dem Gruselgedicht und lädt zu einem schaurig-makabren Spaziergang durchs Dunkelgrün ein. Denn dieser düstere Vogel kann nicht nur „Nimmermehr“ von sich geben. Er vermag die Seelen Verstorbener zu sehen, weiß genau, wo sich auf welche Weise Morde zugetragen haben und trägt diese Geschichten in Zeilen rabenschwarzen Humors vor. Er berichtet über Werwölfe und Vampire, über lebensmüde Lebende und überaus lebendige Tote, macht sich über den Aberglauben der Menschen lustig und präsentiert dabei manchen Klassiker: Er führt durch den Busch, wo Ringel natzen, krächzt lyrische Fontanen und über allem glimmt der Morgenstern.

Der Dortmunder Autor und Schauspieler Markus Veith ließ sich zu dem Schauerspaziergang von Edgar Allen Poes Gedicht "Der Rabe" inspirieren. Foto: Markus Veith

Der von Markus Veith (Bearbeitung und Spiel) und Ray Dudzinski (Regie) inszenierte Schauerspaziergang mit Gänsehaut- und Lach-Garantie findet am Sie am Freitag, 26. Juli, von 17:30 Uhr an sowie von 20 Uhr an im Museumsdorf Hösseringen statt. Anmeldung (erforderlich) unter info@museumsdorf-hoesseringen.de oder Telefon 05826 1774. Kosten: 15 Euro (inkl. Museumseintritt).

Dienstag, 16. Juli 2024

Von der faulen und der fleißigen Tochter

Märchenwoche im Museumsdorf Hösseringen lockt viele Gäste

Märchenstunde unterm Apfelbaum mit Arne Warnecke. Foto: Museumsdorf Hösseringen

„Kikeriki, unsere goldene Jungfrau ist wieder hie“, heißt es im Märchen von der Frau Holle. Doch mit Gold belohnt wird nur die fleißige Tochter. Als die faule, die allerdings die „rechte“ Tochter ist, nach Hause kommt, hat der Hahn zu verkünden, dass nun die „schmutzige Jungfrau wieder hie“ ist. Die ganze Geschichte war am Wochenende im Museumsdorf Hösseringen zu hören: Passend unterm Apfelbaum hatte das Museumsteam Strohballen zum Sitzen ausgelegt, oben schaute Frau Holle aus dem Fenster und schüttelte ein dickes Kissen aus, und unten stand Arne Warnecke und erzählte von der faulen und der fleißigen Tochter und deren Erlebnissen im Dienste der Frau Holle.

Mucksmäuschenstill waren die Kinder, als sie von der Spindel hörten, die in den Brunnen fällt, vom Brot, dass längst ausgebacken ist, und vom großen Tor, das zurück in die Menschenwelt führt.

Im Anschluss gab der Märchenerzähler aus Rieste einen Einblick in die Wurzeln der uralten Erzählung. „Die Gestalt der Frau Holle ist wahrscheinlich über die Sagengestalt Frau Perchta aus der Göttin Freya hervorgegangen. Märchen vermitteln uns viele, teils sehr alte Lebensweisheiten und Moralvorstellungen“, erläuterte er.

Aber nicht nur die Frau Holle, sondern die ganze Welt der Märchen stand eine Woche lang im Museumsdorf Hösseringen im Mittelpunkt und viele neue Aktionen luden zum Mitmachen ein. So konnten Kinder aus Salzteig märchenhafte Figuren formen, den Teufel in Goldpapier prägen, eine Gans schätzen, Rapunzelzöpfe flechten und vieles mehr.

„Die Aktionen waren sehr gut besucht“, freut sich Museumspädagogin Franziska Riedmiller. Und auch am letzten Wochenende der Aktionswoche sind noch einmal viele Gäste gekommen. Sie wie Familie Lerke, die den Museumsbesuch als Überraschung für die Enkeltöchter Charlotte und Henriette geplant hat. Die Mädchen formten eifrig ihre Salzteig-Männchen, Seite an Seite mit Emma und Leon aus Celle, die auch schon das Bogenschießen geübt haben. „Das ist ein richtig schönes Museum“, waren sie sich einig.

Anette und Detlef Lerke mit den Enkeltöchtern Charlotte und Henriette sowie (rechts) Emma und Leon beim Formen von Märchenfiguren aus Salzteig. Foto: Museumsdorf Hösseringen


Der Sound des Sommers

Konzert im Arboretum Melzingen: unterhaltsame Blockflötenmusik vom „Gassenhauer“ der Renaissance bis zur Gegenwart

Das Blockflötenensemble Bad Bevensen. Foto: Veranstalter


Das Blockflötenensemble Bad Bevensen spielt am Sonntag, 28. Juli, von 18 Uhr an im Arboretum Melzingen. Unter der Leitung von Dr. Rudolf Breimeier feiern die Amateur-Flötistinnen die Sommerzeit mit fröhlicher unterhaltsamer Musik von der Renaissance bis zur Gegenwart. Entsprechend des altfranzösischen Chansons „frisque et gaillard“ von Jacob Clemens (1510 – 1555) – genannt Clemens non papa, einem Komponisten der franko-flämischen Schule – lässt sich das Motto des Konzerts mit „frisch und munter“ umschreiben. 

Die Melodien nicht-geistlicher Musikstücke dieser Epoche sind vielfach Gassenhauer mit zum Teil derben Texten, die wir heute als Schlager einstufen würden. Umso erstaunlicher ist die polyphone Kunstfertigkeit dieser Kompositionen auf höchstem Niveau, die größte Hochachtung verdient. Sie zeugen von einer auch heute noch anregenden Musizierfreude. Nähern wir uns über Barock, der Klassik und der Romantik der Gegenwart, so wird der Kompositionsstil in diesem Genre überschaubarer, eingängiger und mündet letztlich in das künstlerisch gestaltete Volkslied.

Das Blockflötenensemble verfügt neben den klassischen Stimmlagen Sopran, Alt, Tenor und Bass aufgrund größerer Flöten zusätzlich auch über ungewohnte tiefere Tonlagen, die das Klangspektrum erweitern und hiermit ein ungewohntes Hör-Erlebnis vermitteln.

Der Eintrittspreis beträgt 15 € Euro, im Vorverkauf 12 € für Erwachsene.

Montag, 1. Juli 2024

Naturgemäßer Obstgehölzschnitt im Sommer

 Kursus mit Ole Beeker im Museumsdorf Hösseringen


Dipl.-Ing. Ole Beeker. Foto: Beeker

Auf "schöne, gesunde Bäume und zentnerweise Vitamine" darf hoffen, wer seine Obstbäume fachgerecht schneidet. Ole Beeker zeigt Sonnabend, 6. Juli, von 14 bis 16 Uhr im Museumsdorf Hösseringen, worauf es beim naturgemäßen Sommerschnitt ankommt.

Der Referent ist Leiter der Gartenschule "Pur Natur" in Holdenstedt bei Uelzen. In dem kompakten Kursus gibt  gibt sein Wissen in Theorie und Praxis weiter. 

Für den Kursus ist eine Anmeldung erforderlich unter info@museumsdorf-hoesseringen.de oder Telefon 05826 1774. Kosten: € 28,-.

Stella's Morgenstern: Beautiful Songs

New & Old Jewish Folk im Arboretum Melzingen

Stella Morgenstern und Andreas Hecht präsentieren ihr Porgramm "Beautiful Songs" im Arboretum Melzingen. Foto: Veranstalter

Seit zehn Jahren zelebriert die Gruppe Stella’s Morgenstern, mal als Duo, mal als Trio, ihre „Beautiful Songs“ – eine besondere Mischung aus Folk, Chansons und Kabarett. Nun ist sie auch im Arboretum Melzingen zu hören: Am Sonntag, 14. Juli, spielt  Stella’s Morgenstern von 18 Uhr an eigene Kompositionen mit traditionellen jiddischen und hebräischen Balladen und zaubert so eine ganz individuelle Mischung aus altem und neuem jüdischen Folk, der in keine Schublade passen will. 

Feinsinnig interpretiert die charismatische Sängerin Stella Morgenstern mit ihrer einzigartigen tiefen Stimme die „Beautiful Songs“. Stella weiß ihre Stimme narrativ einzusetzen und fasziniert mit ihrer Ausdrucksstärke. Dazu kommt Stellas persönliche und unverwechselbare Art, mit dem Publikum zu kommunizieren.

Stella spielt Instrumente wie Autoharp oder Ukulele und wird begleitet von Gitarrist Andreas Hecht. Beide zeichnen sich aus durch ihre Vielseitigkeit und schaffen die besondere musikalische Atmosphäre für die „Beautiful Songs“.

Die meisten Lieder sind Kompositionen des Tel Aviver Künstlers prof*merose. In poetischen Texten, voller Humor, Witz und Ironie, kann sich wohl jede und jeder mit diesen Songs identifizieren. Neben Ästhetik und Schönheit betont Stella’s Morgenstern das Verbindende — gerade in einer auseinanderfallenden Gesellschaft. Stella’s Morgenstern entwickelt eine musikalische Kraft und Intensität, der man sich kaum entziehen kann. „Beautiful Songs“ – das sind Lieder, die unter die Haut gehen, berühren und anregen zum Träumen und zum Tanzen.

Stella Morgenstern (Gesang, Autoharp, Ukulele) hat sich auf Weltmusik und Chansons spezialisiert. Markenzeichen ist ihre tiefe Altstimme, die sie narrativ einsetzt. Sie singt auch Blues, Swing und Folk. Sie ist außerdem Moderatorin und Sprecherin für TV- und Radio- Produktionen. Mit dem Orchester Musica Assoluta unter Leitung von Thorsten Encke präsentierte sie als Rezitatorin dessen Komposition Cantus in memoriam Dietrich Bonhoeffer. 2021 erschien mit ihr als Sprecherin das Hörbuch „Brief nach Breslau“ von Maya Lasker-Wallfisch.

Andreas Hecht (Gesang, Gitarre, Lautengitarre) studierte klassische Gitarre in Hamburg und spezialisierte sich zunächst auf Flamenco und spanisch-orientalische Genres. Später widmete er sich der Musik Lateinamerikas und tourte mit der chilenischen Sängerin Patricia Salas. Genauso versiert ist Andreas Hecht in Genres wie Folk, Blues, Klezmer, Tango, Latin und Country. Verbunden mit seiner klassischen Spieltechnik, ist das sein Markenzeichen.

Karten für das Konzert im Arboretum Melzingen sind sind bei allen Vorverkaufsstellen, im Ticketportal www.reservix.de sowie an der Tageskasse im Arboretum erhältlich. Sie kosten im Vorverkauf 12 Euro, an der Abendkasse 15 Euro.  Kinder bis 14 Jahre haben freien Eintritt.