Donnerstag, 7. Oktober 2021

Noch fahrradfreundlicher

 Zwei Fahrradparaturstationen für das Suderburger Land installiert

Das Suderburger Land ist noch fahrradfreundlicher geworden: Vor einigen Tagen wurden zwei Fahrradreparaturstationen am Marktplatz in Suderburg und am Museumsdorf Hösseringen aufgebaut. Die lila Säulen mit Logos von der Gemeinde, dem Tourismusverein sowie dem Museumsdorf sind mit allen Werkzeugen ausgestattet, die Touristen und einheimische Radler für kleinere Reparaturen benötigen. Auch eine Luftpumpe gehört zur Ausstattung. Die Hilfsmittel sind zudem für Rollstühle und Kinderwagen geeignet. Möglich wurde dies dank eines Zuschusses der Gemeinde Suderburg auf Antrag des Tourismusvereins in Kooperation mit dem Museumsdorf Hösseringen. „Wir freuen uns, dass wir als tourismusfreundliche Region wieder einen Schritt voran gekommen sind“, so die Vorsitzende des Tourismusvereins Suderburger Land, Christine Kohnke-Löbert. „Und als lebenswerte Region natürlich auch, denn die touristische Infrastruktur der Region kommt ja gleichermaßen unseren ortsansässigen Bürgerinnen und Bürgern zugute.“ 

Stellten die Fahrradreparaturstationen vor (von links): Dr. Ulrich Brohm, Leiter des Museumsdorfes Hösseringen, Christine Kohnke-Löbert, Vorsitzende des Tourismusvereins Suderburger Land, ihre Stellvertreterin Sarah Schulz und Gemeindedirektor Thomas Schulz.

Eine Station wurde am Suderburger Marktplatz aufgebaut, sie ist zentral gelegen, nicht weit vom Bahnhof entfernt und bietet Radfahrern den nötigen Raum sowie bei Bedarf Einkehrmöglichkeiten. Auch eine E-Bike-Ladestation befindet sich am Markt. Am Museumsdorf Hösseringen kann die Station jederzeit benutzt werden, auch ohne das Freilichtmuseum zu betreten. Auch in der Wintersaison ist die Säule zugänglich, zudem gibt es Lademöglichkeiten für E-Bikes. „Wir haben viele Radtouristen, die auf überregionalen Radwegen unterwegs sind und in Hösseringen Station machen. Sie haben hier nun die Möglichkeit, ihre Räder durchzuchecken“, so Museumsleiter Dr. Ulrich Brohm. 

Kauf und Installation wurden von der Gemeinde organisiert. „Suderburg ist eine familienfreundliche Gemeinde. Auch in dieser Hinsicht konnten wir unser Angebot erweitern“, freute sich Gemeindedirektor Thomas Schulz, verbunden mit der Hoffnung, dass alle Suderburger ein Auge auf „ihre“ Station haben, so dass diese langfristig in gutem Zustand erhalten bleibt. 

Dienstag, 28. September 2021

Flammkuchenfest im Handwerksmuseum

Im Holzbackofen des Handwerkmuseums Suhlendorf wird am Sonntag Flammkuchen gebacken.
Foto: Inka Lykka Korth

Am kommenden Sonntag, 3. Oktober, wird wieder im Backhaus des Handwerksmuseums Suhlendorf gebacken – statt Brot und Kuchen diesmal allerdings etwas Deftiges: Flammkuchen ist eine Spezialität, die, wenn sie echt sein soll, einen traditionellen Holzbackofen erfordert. Der Name „Flammkuchen“ kommt nämlich daher, dass die Flammen im Ofen noch nicht vollständig ausgelodert waren, wenn er eingeschoben wurde. In früheren Zeiten wurde der Flammkuchen vor dem Brot im Holzbackofen gebacken, um die erste starke Hitze auszunutzen. Er diente außerdem dazu, um die Temperatur des Ofens einzuschätzen. Wurde er zu schnell dunkel, musste mit dem Einschieben des Brotes gewartet werden, bis der Ofen etwas abgekühlt war. Falls der Flammkuchen eine längere Backzeit benötigte, musste noch einmal geheizt werden. 

Auch wenn der Bäcker beim Flammkuchenfest im Mittelpunkt steht, sind auch weitere Handwerkerinnen und Handwerker in den Museumswerkstätten anwesend, um "lebendiges Handwerk" zu präsentieren: Angekündigt haben sich Frisörin, Müllerin, Schneiderin, Spinnerin, Schmied und Stuhlflechter.

Außer Flammkuchen werden beim Flammkuchenfest auch Gegrilltes und Getränke angeboten.

Von 15 Uhr an spielt das Blechbläserensemble "Heide Brass Uelzen". 

Das Blechbläserensemble "Heide Brass Uelzen" spielt beim Flammkuchenfest im Handwerksmuseum.
Foto: Museumsverein Suhlendorf

Montag, 27. September 2021

Hauptvertreter des Expressionismus

Montagstreff des Kunstvereins Uelzen: Veronika Kranich stellt den Maler Ernst Ludwig Kirchner vor


FOLKERT FRELS

Kraftvoll, intensiv, üppig in Farbe und Darstellung: Die Bilder der 1905 von Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff und Ernst Ludwig Kirchner – später gesellten sich noch Otto Mueller und Max Pechstein dazu – gegründeten Künstlergruppe „Die Brücke“ sind anders, als das konservative Publikum es gewohnt ist. Das Plakat zur ersten Ausstellung der Gruppe am 24. September 1906 ist frivol, wird alsbald von der Obrigkeit verboten. Die Ausstellung selbst ist keineswegs vom Erfolg gekrönt, Kritiker bezeichnen die Maler gar als „Hottentotten im Frack“. Doch das wirkt auf die Künstler eher aufmunternd, ihre Kunst begründet eine neue Richtung: Der Expressionismus ist geboren, und einer seiner Hauptvertreter ist Ernst Ludwig Kirchner (1880 – 1938).

Ernst Ludwig Kirchner: "Kopf des Malers" (Selbstbildnis), 1925

Beim nächsten Montagstreff des Kunstvereins Uelzen am Montag, 4. Oktober, berichtet die  Kunstinterpretin Veronika Kranich im Neuen Schauspielhaus über Ernst Ludwig Kirchner, sein Leben in den Jahren des Aufbruchs, den „wilden Zwanzigern“ und der Zeit unter dem Nationalsozialismus, den er aus der Ferne, aus Davos im schweizerischen Graubünden, erlebte. Die Reichskulturkammer gruppierte seine Bilder unter dem Begriff „Entartete Kunst“ ein. Nach dem Anschluss Österreichs befürchtete Kirchner einen Einmarsch deutscher Truppen auch nach Graubünden. Diese Ängste verstärkten seine eh schon vorhandene Depression, in deren Folge er sich am 15. Juni 1938 das Leben nahm.

Der Kunstverein und die Referentin würden sich über einen regen Besuch dieser Veranstaltung freuen. Der Beginn ist um 19 Uhr und der Eintritt wie immer frei. Spenden für die Arbeit des Montagstreffs werden gern entgegengenommen. Aufgrund der begrenzten Anzahl an Plätzen bittet Claudia Krieghoff-Fraatz Interessierte an diesem Vortrag, sich für den Montagstreff im Vorfeld anzumelden unter Telefon 05826 958436 oder mit einer E-Mail an kunstverein-uelzen-ckf@t-online.de

Samstag, 25. September 2021

Führungen im herbstlichen Ruhewald

Immer mehr Menschen möchten nach ihrem Tod anstatt auf einem herkömmlichen Friedhof lieber draußen in der Natur bestattet werden. Die Möglichkeit dazu bieten die sogenannten Ruhewälder. Hier finden Menschen ihre letzte Ruhestätte in naturnaher Umgebung und Angehörige einen besonderen Ort des Gedenkens, der immer wieder gerne aufgesucht wird. 

Bestatter Andreas Günter führt eine Gruppe durch den Ruhewald Gifhorn. Foto: Inka Lykka Korth

Idealerweise wählen die Menschen, die in einem Ruhewald ihre letzte Ruhe finden möchten, schon zu Lebzeiten einen Baum aus, an dessen Fuß die Urne später beigesetzt werden soll. Im Rahmen von Führungen im Ruhewald Gifhorn, der sich im Ortsteil Kästorf befindet, können sich Interessierte kostenlos und unverbindlich mit dem Wald vertraut machen, Fragen zum Ablauf der Urnenbeisetzungen und zu den Voraussetzungen stellen und sich bei Bedarf auch gleich einen Baum aussuchen. 

In diesem Herbst werden Waldführungen zu folgenden Terminen angeboten:

Sonnabend    2. Oktober        11:00  Uhr

Sonntag        24. Oktober       11:00 Uhr

Mittwoch     17. November    14:00 Uhr

Freitag        26. November     14:00 Uhr

Sonnabend  11. Dezember     11:00 Uhr

Um Anmeldung wird gebeten unter Telefon 05371 8134440 oder mit einer E-Mail an info(at)ruhewald-gifhorn.de. Gruppen (z.B. Landfrauen- oder Hospizvereine können auch individuelle Termine vereinbaren.

Die Anfahrt zum Ruhewald: Auf der Hauptstraße aus Gifhorn kommen am Ende des Diakoniegeländes (Einfahrt Parkplatz Hagenhof) links in den Waldweg abbiegen.  Der Ruhewald befindet sich am Ende des Waldweges (ca. 500 m) auf der rechten Seite, direkt neben dem Waldfriedhof.

Am Eingang des Ruhewaldes informiert eine Schautafel über die besondere Bestattungsform.
Foto: Inka Lykka Korth


Mittwoch, 22. September 2021

Geschichten von Wasser, Hygiene und Plumpsklo

Museumsdorf Hösseringen und der Tourismusverein Suderburger Land beteiligen sich an den Tagen der Industriekultur am Wasser

CHRISTINE KOHNKE-LÖBERT / Text und Fotos

Insgesamt 110 historische Industrieanlagen und Museen zwischen Cuxhaven und Schwerin beteiligen sich in diesem Jahr an den von der Metropolregion Hamburg initiierten „Tagen der Industriekultur am Wasser“ – und auch das Suderburger Land ist dabei. 

Eine Führung „Geschichten von Wasser, Hygiene und Plumpsklo“ mit Fokus auf den ländlichen Raum im Museumsdorf Hösseringen sowie die Vorführung des Stauwehres auf der Rieselwiese zwischen Suderburg und Räber stehen am Sonnabend, 25. September, im Mittelpunkt der örtlichen Aktionen anlässlich des „Tages der Industriekultur am Wasser“. Die Führung im Museumsdorf Hösseringen mit Professor Dr.-Ing. Klaus Röttcher von der Ostfalia Hochschule, Campus Suderburg findet ab 14 Uhr statt. Röttcher schlägt den Bogen von Aussagen der Bibel über die Wasserkultur in der Antike bis hin zum Doppellokus auf dem Brümmerhof, der mobilen Toilette in der Sonderausstellung und der Hundertwasser-Toilette.


Plumpsklo auf Schienen: Diese Toilettenlore, aktuell zu sehen im Museumsdorf Hösseringen, stand einst Torfarbeitern im Moor zur Verfügung.

Im Anschluss an die Führung lädt der Tourismusverein Suderburger Land zur Vorführung der „Rieselwiese“ bei Suderburg mit Öffnung des Stauwehres und Erläuterungen zur Technik dieser Bewässerungsanlage ein (ab 16 Uhr). An der Rieselwiese gibt es Kaffee und Kuchen, solange der Vorrat reicht. 

Das Stauwehr an der Rieselwiese wird geöffnet.

Rieselwiesen dienten im 19. und bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts der Bewässerung und Düngung der Wiesen im Hardautal. Einfache Bewässerungsanlagen hatte es in unserer Gegend bereits vor 1800 gegeben, nun wurde diese Anlagen umgestaltet und die letzten noch nicht kultivierten Talbereiche erschlossen: Der Suderburger Rückenbau hielt Einzug. Rückenbau deshalb, weil die Erde zu „Rücken“ aufgeschüttet wurde. Über Zuleitungsgräben konnte dann das Wasser auf die „Rücken“ geleitet werden, anschließen floss es in den dazwischen liegenden Entwässerungsrinnen wieder ab. Das künstliche Gefälle der Rücken sorgte dafür, dass das Bewässerungswasser immer in Bewegung blieb und für eine ständige „Berieselung“ der Wiesenflächen sorgte – daher der Name Rieselwiese. Gegen Ende des vorigen Jahrhunderts war das Hardautal von der Quelle bis zur Mündung von Rückenbauanlagen durchzogen. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren die meisten Rieselwiesen jedoch bereits wieder aufgegeben. Mit der Begradigung der Hardau in den 1950er-Jahren verschwanden auch die letzten Reste dieser Bewässerungsanlagen. Inzwischen werden viele Wiesen nur noch extensiv beweidet, manche sind brach gefallen. In einigen Talabschnitten wächst wieder Bruchwald mit seltenen Pflanzen. Im Jahre 2001 wurden einige Flächen der ehemaligen Rieselwiesen rekonstruiert, zu sehen nicht weit vom südlichen Ortsrande Suderburgs in Richtung Räber.

Treffpunkt ist an der Rieselwiese, weitere Informationen und eine Wegebeschreibung sind in der Touristinfo im Haus des Gastes in Hösseringen erhältlich. 

Dienstag, 21. September 2021

Kalk kommt per Hubschrauber

Im Rahmen einer großflächigen Kalkungsaktion der Niedersächsischen Landesforsten in den Wäldern des Forstamtes Unterlüß werden vom 4. Oktober an auf insgesamt 1500 Hektar Waldfläche 4500 Tonnen Kalk ausgebracht. Das geschieht sowohl aus der Luft mit einem Hubschrauber als auch vom Boden aus mit einem Streuaggregat.
Mit einer Kalkfahne im Schlepptau fliegt der Hubschrauber über die ausgewählten Waldflächen.
Foto: Niedersächsische Landesforsten

Das Kalken findet täglich zwischen 8 und 20 Uhr statt. „Schwerpunkte der diesjährigen Kalkung sind die an Unterlüß angrenzenden Landeswaldflächen der Förstereien Kempelhorn und Schafstall. In diesen Förstereien finden beide Methoden Anwendung, wobei wir stets darauf achten, dass die Maßnahmen vom Boden und aus der Luft zeitlich und räumlich getrennt stattfinden“, erläutert Forstamtsleiter Arne Sengpiel das Vorgehen. „Wir bitten alle Waldbesucher und besonders die zurzeit zahlreichen Pilzsucher diese Waldbereiche zu meiden. Es wird zeitweise auch zu Wegesperrungen kommen, da das Betreten der zu kalkenden Flächen verboten ist. Am Wochenende wird jedoch nicht gekalkt“, so Sengpiel weiter. 
Der verwendete kohlensaure Magnesiumkalk wird als erdfeuchtes Material ausgebracht. Um die Beeinträchtigungen für die Tier- und Pflanzenwelt möglichst gering zu halten, wird erst jetzt zum Ende der Vegetationszeit gekalkt. „Die für den Naturschutz besonders sensiblen Bereiche, vor allem Feuchtbiotope, werden in Abstimmung mit unseren Naturschutzfachleuten von der Kalkung ausgenommen. Auch Ortschaften sind von der Maßnahme nicht betroffen. Wir bleiben weit genug von den Ortsrändern entfernt. Spaziergänger und Anwohner müssen sich keine Sorgen machen. Der Kalk ist für Mensch und Tier völlig ungefährlich“, betont Arne Sengpiel weiter. 

Ist eine Laden Kalk verstreut, wird sogleich "nachgeladen".
                                                                                                        Foto: Niedersächsische Landesforsten


Hintergrund: Eine erste Bodenschutzkalkung fand bereits in den 1980er Jahren als Konsequenz aus der damaligen Waldsterbenssituation statt. Durch die bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe freigesetzten Schadstoffe kommt es zu sauren Niederschlägen. Diese haben eine Versauerung der Böden zur Folge. Durch die Übersäuerung des Bodens wird deren natürliche Zusammensetzung gestört. Es werden giftige Schwermetall- sowie Aluminiumionen freigesetzt, die die Feinwurzeln der Bäume schädigen. Dadurch entstehen wiederum Störungen im Wasser- und Nährstoffhaushalt der Bäume, und ihre Widerstandskraft nimmt stark ab. Die betroffenen Bäume werden anfälliger gegenüber Krankheiten und natürlichen Belastungen. Diesem Effekt begegnet man mit dem Ausbringen von kohlensaurem Magnesiumkalk, der erdfeucht auf den Waldboden aufgetragen wird. Der Kalk ist nicht etwa weiß, wie man es sich landläufig vorstellt, sondern hat das Aussehen von Sand. Erdfeucht ist das Material, damit es nicht die gesamte Umgebung verstaubt. Der Kalk wird nicht in den Boden eingebracht, sondern lediglich oberflächlich aufgetragen, so wird eine weitere Versauerung abgepuffert.

Donnerstag, 16. September 2021

Hallo Herbst!

 Das neue Calluna-Heft erscheint am 22. September – jetzt bestellen!

Am 22. September ist Herbstanfang und damit Zeit für das das neue Calluna-Heft, das Sie durch die Jahreszeit begleiten möchte, die uns immer wieder aufs Neue mit bunten Blätter und dem wunderbar warmen, goldenen Licht verzaubert. 

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In der Rubrik "Streifzüge" wandern wir diesmal von Müden (Örtze) aus an der Wietze, dem größten Nebenfluss der Örtze, flussaufwärts bis zu einer Wüstung und dann in einem Bogen durch Wald und Heide wieder zurück zum Ausgangspunkt. Der zweite Streifzug führt durch den schönen Veerßener Wald am Stadtrand von Uelzen. Hier gibt es einen Königsberg und hier küssen sich Gerdau und Stederau und bilden die Ilmenau. Vom Steilufer am Waldrand haben wir einen schönen Blick ins Flusstal.

In der Rubrik Naturgeschichten beobachten wir den herbstlichen Vogelzug und begleiten den als "Extrembotaniker" bekannt gewordenen Pflanzenkenner und Buchautor Jürgen Feder auf einer Exkursion. Außerdem haben wir für alle, die sich von unserer Begeisterung für die Botanik anstecken lassen, ein paar Tipps parat. 

Nicht fehlen dürfen in jedem Heft die Tiergeschichten. Erneut haben wir die Igelstation in Ummern besucht, die wir durch das Jahr begleiten, und erzählen von dort ein kleines Drama mit – soviel sei schon verraten – glücklichem Ausgang. Und dann stellen wir ein zauberhaftes Küken namens Henriette vor, das sich nicht mit dem trostlosen Leben in der Massentierhaltung abfinden will und einen abenteuerlichen Fluchtplan schmiedet.

Von den Tieren zurück zu den Menschen: Wir porträtieren diesmal Antje und Auguste. Die eine ist die Müllerin im Handwerksmuseum Suhlendorf, die andere war die Frau des ersten Müllers auf der Bockwindmühle, die ihren Namen trägt.

Der Herbst, insbesondere der Monat November, ist auch die Zeit, in der der Verstorbenen gedacht wird. Unsere Autorin nahm das zum Anlass, um den kleinen Friedhof hinter der Kapelle in Oppershausen bei Wienhausen zu besuchen. Dort stehen sieben alte Grabsteine, deren Inschrift sich kaum mehr entziffern lässt. Gelingt es dennoch, erzählen die Grabsteine die Geschichte einer Adelsfamilie über sieben Generationen.

Lange gab es ein großes Rätselraten: Existierte die Sassenburg, nach der die Gemeinde am nordöstlichen Stadtrand von Gifhorn benannt ist, wirklich? Und wenn ja, wo befand sie sich? Haupt- und ehrenamtliche Archäologen und Studierende haben jetzt nach der Burg gegraben – und das Rätsel gelöst.

Eine Zeitreise ganz anderer Art ermöglicht Mila Schrader den Gästen auf ihrem "Zeitenhof" in Hösseringen. In einem bunten Miteinander von Alt und Neu lässt es sich erleben, wie sich das Wohnen in den vergangenen 200 Jahren verändert hat. Nein, der "Zeitenhof" ist kein Museum, sondern man sogar darin wohnen – auf Zeit, für einige Tage oder Wochen.

Zum Schluss haben wir noch eine Buchempfehlung: Am 8. Oktober erscheint im Calluna-Verlag anlässlich des 25. Todestags des Schriftstellers A. E. Johann, der - wenn er nicht gerade wieder auf Reisen  rund um den Globus war – in der Südheide lebte und arbeitete, eine 336 Seiten starke und reich bebilderte Biographie. Das Buch "Ein Leben auf Reisen" ist ein "Must have" für alle, die einst A. E. Johanns Bücher – rund 80 sind es insgesamt – regelrecht "verschlungen" haben, aber auch interessant für jüngere Menschen, die erfahren möchten, wie man vor rund 100 Jahren reiste, als es noch "weiße Flecke" auf der Landkarte gab. Die hochwertige Hardcover-Ausgabe ist auf 500 Exemplare limitiert, sodass sich A. E. Johann-Fans schnell ein Exemplar sichern sollten.