Freitag, 20. September 2019

Das neue Heft ist da!

Pünktlich zum Herbstanfang am Montag beginnt die Verteilung des neuen Calluna-Heftes (Herbst 2019). Bis alle Auslagestellen in der Südheide beliefert sind, kann es ein paar Tage dauern. Wir bitten um etwas Geduld. Abonnentinnen und Abonnenten erhalten das neue Heft per Post klimaneutral ins Haus geliefert, können aber schon jetzt im CallunaPlus-Bereich darin blättern und lesen. Viel Vergnügen!
TIPP Wenn Sie Calluna abonnieren möchten, schicken Sie uns einfach eine E-Mail mit Ihrem vollständigen Versandadresse an abo(at)calluna-magazin.de. Das Abo kostet 10 Euro pro Jahr (4 Hefte). Die Mindestbezugsdauer beträgt ein Jahr. Danach können Sie das Abo jederzeit formlos zum Quartalsende kündigen. Sie haben schon ein Abo? Gut, aber vielleicht möchten Sie noch eins oder mehrere verschenken – als kleine Aufmerksamkeit zum Geburtstag oder einfach nur als Dankeschön.

Donnerstag, 29. August 2019

Historisches Torhaus-Gewölbe im Mini-Format

Vertreter der Museen überreichen Gifhorns Landrat Dr. Ebel ein Modell der bedeutenden Konstruktion 

Das Gifhorner Schloss ist um eine weitere Attraktion reicher: In einer kleinen Feierstunde am historischen Ort in der Kasematte im Historischen Museum Schloss Gifhorn überreichten der Abteilungsleiter der Museen des Landkreises Gifhorn, Dr. Florian Westphal, die Leiterin der Bildungs- und Kultur gGmbh des Landkreises Gifhorn, Gunhild Posselt und die Projektleiterin, Kulturreferentin Johanna Gabrisch, dem Landrat Dr. Andreas Ebel ein Modell der Dachkonstruktion des Torhaus-Gewölbes im Maßstab 1:10.

Dr. Florian Westphal (v.l.), der Abteilungsleiter der Museen des Landkreises Gifhorn, Dr. Thorsten Henke, ehem. Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Historischen Museum Schloss Gifhorn Moritz Reinäcker, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Baugeschichte der TU Braunschweig, die Studenten Merlin Poschmann und Leon Buttmann, Projektleiterin Johanna Gabrisch und Landrat Dr. Andreas Ebel. Foto: Landkreis Gifhorn
Das in wesentlichen Teilen original erhaltene, hölzerne Gewölbedach des Torhauses des Gifhorner Schlosses stammt noch vom Bau des Gebäudes im Jahr 1526 und ist damit eine architektonische Besonderheit in Nord- und Mitteleuropa. Der historische Seltenheitswert solch überaus empfindlicher Konstruktionen aus vergänglichen Materialien dürfte der breiten Öffentlichkeit zuletzt beim katastrophalen Brand der Pariser Kathedrale Notre Dame in diesem Jahr vor Augen geführt worden sein, bei dem der mittelalterliche hölzerne Dachstuhl komplett vernichtet wurde.
Die Dachkonstruktion des Gifhorner Torhaus-Gewölbes ist nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Mit dem Modell erhalten Interessierte nun aber die Möglichkeit, die Komplexität und die zahlreichen handwerklichen Details der bedeutenden Konstruktion zu erleben. Das hölzerne Modell entstand in einem gemeinsamen Projekt der Museen des Landkreises Gifhorn und des Instituts für Baugeschichte an der TU Braunschweig. Es ist künftig dauerhaft im ersten Geschoss des Torhauses zu besichtigen.
Bei der Übergabe-Feier dankten Landrat Dr. Andreas Ebel und Dr. Florian Westphal den zahlreichen am Projekt beteiligten Personen. Hervorgehoben wurde dabei die Leistung des Teams vom Institut für Baugeschichte der TU Braunschweig, des wissenschaftlichen Mitarbeiters Moritz Reinäcker M.Sc. und der Studierenden Merlin Poschmann und Leon Buttmann, die das Modell erarbeiteten. Ein herzlicher Dank ging auch an die Projektleiterin Johanna Gabrisch M.A. und die Landkreis Gifhorn Stiftung, dank deren großzügiger Förderung das Projekt realisiert werden konnte.
Den Festvortrag hielt Dr. Thorsten Henke, der von 2018 bis 2019 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Historischen Museum Schloss Gifhorn tiefe Einblicke in die Geschichte des Schlosses gewann. Er sprach über „Das Torhaus als ältester Baukörper im Schloss Gifhorn und die Besonderheit der Dachkonstruktion als bauliche Leistung im frühen 16. Jahrhundert“.

Freitag, 16. August 2019

Aktionstag im Handwerksmuseum

Am Sonntag, 18. August, kreiert der Museumsbäcker mit seinem Team besondere Sommerleckereien aus dem Holzbackofen, zum Beispiel Schoko-Buchteln mit Eierlikör- Vanille- Soße, Bauern- und Zwiebelbrot, sowie herzhafte Blaubeer-Flammkuchen. Von 10 bis 17 Uhr ist das barrierefreie Museum mit all seinen Werkstätten und Ausstellungen geöffnet. Der Polsterer erläutert sein Handwerk, und weitere Handwerker geben Einblicke in ihre Tätigkeit.
Von Uelzen aus lässt sich das Handwerksmuseum am Sonntag klimafreundlich mit dem Entdeckerbus erreichen.

Freitag, 9. August 2019

Nachtleben auf dem Friedhof

Waldfriedhof Böddenstedt wird zum Wohnort für Fledermäuse

Großes Mausohr im Flug. Foto: NABU/Eberhard Menz
THOMAS DORSCHNER / Text und Fotos
Im Rahmen eines gemeinsamen Projektes des NABU-Kreisverbands Uelzen und der BINGO-Umweltstiftung ist ein neuer Quartierstandort für Fledermäuse auf dem Waldfriedhof in Böddenstedt (bei Suderburg) errichtet worden. An den Bäumen wurden spezielle Tagesquartiere für die nächtlichen Insektenjäger angebracht.

Ganz im Grünen liegt der Böddenstedter Friedhof.
Der Friedhof von Böddenstedt liegt außerhalb des Dorfes in einem Umland aus Wäldern, Wiesen und landwirtschaftlichen Strukturen und bietet gute Voraussetzungen für den Fledermausschutz. Alle Fledermausarten sind eng mit dem Wald als Lebensraum verbunden und sind an verschiedene Waldlebensräume angepasst. Über das Waldwegesystem, den Schneisen und entlang von Waldrändern durchfliegen die nächtlichen Jäger das Revier. Ja nach Art legen Fledermäuse dabei unterschiedliche Entfernungen zurück. Häufige Fledermausarten wie die Rauhhautfledermaus und das Braune Langohr entfernen sich zwei bis vier Kilometer von ihrem Tagesquartier. Bei ihren Jagdflügen entdecken sie neue Baumhöhlen und Fledermauskästen als Schlafstätte und Verstecke für die Jungenaufzucht. Einmal von den Fledermäusen gefunden und angenommen werden sie über einen langen Zeitraum immer wieder als Tagesstätte angeflogen.

Der Friedhof bietet mit seinen Waldschneisen gute Voraussetzungen für den Fledermausschutz.
Bei sommerlichen Temperaturen zog es einige Bürger zum morgendlichen Wässern der Grabstätten auf den Friedhof, so dass der Einsatz des NABU mit langen Leitern nicht unbemerkt blieb.

Ute Schulz und Gerd Appelt mit zwei Fledermauskästen beim NABU-Arbeitseinsatz auf dem Friedhof.
INFO Der Autor ist Fledermausbeauftragter des Naturschutzbundes und hat in dieser Funktion das Projekt in Böddenstedt erarbeitet.

Donnerstag, 8. August 2019

Brunnenwasser zum Teil stark mit Nitrat belastet

102 Wasserproben aus der Region Wittingen untersucht. Bei fast jeder dritten Probe war der Grenzwert überschritten. 

Milan Toups und Harald Gülzow untersuchen eine Brunnenwasserprobe. Foto: VSR-Gewässerschutz e.V.
Der Verein VSR-Gewässerschutz musste wieder Bürgern mitteilen, dass ihr Brunnenwasser zu viel Nitrat enthält. Viele Menschen kamen in der Hoffnung, dass ihr Brunnenwasser nicht von den Nitratbelastungen betroffen ist, an den Informationsstand am 10. Juli in Wittingen. Fast jeder dritte Brunnenbesitzer wurde enttäuscht und musste erfahren, dass der Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter in seinem Brunnen überschritten ist. Insgesamt wurde das Wasser von 102 privat genutzten Brunnen aus dem Raum Wittingen – Hankensbüttel – Brome analysiert.
Ein Grund für die hohen Belastungen ist dem VSR-Gewässerschutz zufolge die intensive Landwirtschaft. "Die bisherigen Düngeverordnungen ermöglichten der Agrarindustrie zu wachsen und ihre landwirtschaftlichen Flächen auf Kosten der Umwelt zu überdüngen“, erklärte Vereinsvorsitzende Susanne Bareiß-Gülzow. Die umweltverträgliche Form der Landwirtschaft, zu der viele bäuerlichen Betriebe zählen, verschwänden dagegen immer mehr. Die Gewässerschutzorganisation rät Bürgern bei ihrem Einkauf bewusst darauf zu achten, dass die Produkte von Landwirten stammen, welche die Nitratbelastungen und die Sorgen der Menschen in der Region ernst nehmen. Diplom-Physiker Harald Gülzow, Projektleiter im VSR-Gewässerschutz, und Milan Toups, Bundesfreiwilliger fanden bei den Untersuchungen 129 Milligramm Nitrat pro Liter in einem privat genutzten Brunnen in Knesebeck. Weitere mit Nitraten stark verschmutzte Brunnen stellten die Umweltschützer in Reinhorn mit 85 Milligramm pro Liter (mg/l), Wettendorf mit 85 mg/l, in Wittingen mit 105 mg/l, in Rade mit 80 mg/l, in Suderwittingen mit 121 mg/l, in Boitzenhagen  mit 90 mg/l und in Emmen mit 93 mg/l fest. Am Informationsstand und auch bei der telefonischen Beratung zeigten viele Brunnenbesitzer, dass sie über die Nitratbelastungen der Region wütend sind. Sie möchten es nicht mehr einfach hinnehmen, dass ihr Brunnenwasser nur eingeschränkt nutzbar ist. Ärgerlich ist insbesondere, dass das Wasser nicht zum Befüllen von Gartenteichen geeignet ist. Es besteht die Gefahr, dass es zur Massenvermehrung von Algen kommt. Abgestorbene Pflanzen können anschließend zu Fischsterben führen. Auch beim Gießen des selbst angebauten Gemüses sollte das Brunnenwasser nicht zu einer Nitratanreicherung führen. Der einzelne Brunnenbesitzer kann eine Anreicherung vermeiden, wenn er die Nitratbelastung des Brunnenwassers in die Düngeberechnung einbezieht. Hierfür ist es allerdings dringend nötig die Nitratkonzentration im Brunnenwasser zu kennen. Wer den Termin am Labormobil verpasst hat, kann eine Wasserprobe auch mit der Post an die Geschäftsstelle senden. Die gemeinnützige Umweltschutzorganisation hat auf ihrer Homepage viele Tipps rund um das Thema Brunnenwasser zusammengestellt. Hier wird auch erklärt, wie sich der  zugeführte Stickstoff durch das Gießwasser ausrechnen lässt.
Die erneut anstehende Novellierung der Düngeverordnung zeigt dem Verein zufolge, dass etwas mächtig schief gelaufen ist. Die Nitratbelastung im Grundwasser blieb aufgrund von zu laschen Düngeverordnungen unverändert hoch. „Die Agrarlobby sorgte über Jahrzehnte dafür, dass so gedüngt werden durfte, dass auf den Feldern die höchst möglichen Erträge erzielt werden können und die Gülleentsorgung der Massentierhaltungen möglichst geringe Kosten verursacht.“ so Susanne Bareiß-Gülzow. So wurden auch im Raum Wittingen viel zu hohe Düngemengen aufgebracht. Durch die Entwicklung in der Landwirtschaft zu immer größeren Betrieben in denen Investoren die Vorgaben machen, kam ein extremer Preisdruck auf die bäuerliche Landwirtschaft zu. Teilweise versuchte diese mit den großen Betrieben mitzuhalten und genau so günstig zu produzieren. Leider kam es dadurch ebenfalls zu starken Grundwasserbelastungen. Doch eine regionale Vermarktung stellt nun für diese Betriebe eine gute Chance dar wieder stärker die Lebensmittelqualität und eine umweltverträgliche Landwirtschaft in den Vordergrund zu stellen.
Gerade die vielen Massentierhaltungen und ihre enorme Belastung für das Grundwasser wollen viele Menschen nicht mehr unterstützen und kaufen ihre Produkte bei ihrem heimischen Landwirt mit dem sie im Kontakt stehen. Das sind bäuerliche Betriebe mit weniger Tieren. Das Futter wird selbst oder von anderen Landwirten in der Region angebaut. Viele dieser Höfe haben inzwischen auch auf ökologischen Landbau umgestellt. Der direkte Einkauf beim Landwirt wird immer beliebter  – die Menschen fahren zum Hofladen, auf den Markt oder lassen sich Lebensmittel nach Hause liefern. Die anderen achten beim Einkauf im Discounter darauf, dass die Produkte aus der heimischen bäuerlichen Landwirtschaft stammen. Die Menschen kaufen in den seltensten Fällen bewusst Produkte einer Massentierhaltung. Denn hier werden sie als Kunde mit ihren Wünschen nicht ernst genommen. Diese produzieren für einen anonymen Handel. Hier spielt die Grundwasserqualität der Region, die Gesundheit der Verbraucher und das Tierwohl nur im gesetzlichen Rahmen eine Rolle. Das reicht vielen Verbrauchern nicht mehr aus – sie handeln selbst. Viele kaufen deshalb auch bewusst ökologische Produkte. Hier gelten wesentlich strengere Regeln bezüglich der Tierhaltung und der Düngung auf den Feldern.
Der VSR-Gewässerschutz ruft alle Menschen auf, bewusster einzukaufen und so Einfluss darauf zu nehmen wie unsere Landwirtschaft aussieht. Jeder einzelne könne dazu beitragen.

Live Looping mit Hanz Marathon

Hanz Marathon ist Musiker, Komponist und Produzent – er hat als Auftragskomponist im eigenen Studio in Hannover die Musik für zahlreiche renommierte Firmen komponiert. Seine Instrumente sind elektrische und akustische Gitarren sowie Keyboards, Drum- und Aufnahme-Maschinen.

Hanz Marathon spielt und "loopt" am 17. August im Antikhof Drei Eichen in Bröckel. Foto: Marathon Music
Sein Album "könnte sein..." kombiniert deutsch gesungenen Pop, smooth R&B, bluesig gespielte Gitarren und aktuelle HipHop Grooves. In seinem Programm "Live Looping", das aus eigenen Songs, Instrumental- und Cover-Versionen bekannter Pop- und Jazz-Titel besteht, arbeitet er mit sogenannten Loopern. Diese nehmen einzelne Elemente auf und geben sie dann in Endlos-Schleifen wieder. So wird Schicht für Schicht aufgetragen oder auch wieder herausgelöst, und instrumentale Grooves und Klangwelten entstehen im Hier und Jetzt. Jede Performance ist wegen der improvisatorischen Elemente einzigartig.
Am Sonnabend, 17. August, spielt der "Live Looper" Hanz Marathon im Antikhof Drei Eichen in Bröckel.  Das Konzert beginnt um 20 Uhr. Eintritt ist frei, aber ein Hut geht herum. Anmeldung unter Telefon 05144 56 01 77.

Mittwoch, 7. August 2019

Jazz im Garten der Bäume

Nach längerer Pause findet erstmals wieder ein Jazz-Frühschoppen im Arboretum Melzingen (bei Ebstorf) statt. Am Sonntag, 18. August, spielen von 11 Uhr an die Jazzikanten im Garten der Bäume. Die Band besteht aus Jens Balzereit (Bass), Leo Harris (Schlagzeug), Wolfgang Wierzyk (Piano) und Uwe Friedrich (Saxofon). Als Gastsängerin ist Kerstin Viehweger dabei.

Die Jazzikanten sind am Sonntag, 18. August, im Arboretum Melzingen zu hören. Foto: Veranstalter
Die Jazzikanten spielen Jazz und Jazz-Verwandtes. Neben Jazz-Klassikern wie „Chicago“ oder „Summer Time“ bietet die Band auch eigene Bearbeitungen, bei denen sie Pop und Jazz zu originellen neuen Arragements verknüpft. Das Ganze wird mit viel Spielfreude und virtuosen Soli dargeboten.
Der Eintritt beträgt 10 Euro für Erwachsene – im Vorverkauf 8 Euro. Karten sind bei allen bekannten Vorverkaufsstellen, im TicketPortal www.reservix.de und an der Tageskasse im Arboretum erhältlich.