Dienstag, 8. Oktober 2019

Die Blumen zogen ihre schönsten Gewänder an


Finissage im Arboretum Melzingen

Hans-Christian Andersen.

Bild: Sabine Friedrichson/Ralf Mauer
Am Freitag, 25. Oktober geht im Arboretum Melzingen die Ausstellung „ Die Blumen zogen ihre schönsten Gewänder an – Impressionen aus Leben und Werk von Hans-Christian Andersen“ zu Ende.
Andersens Märchen sind weltweit bekannt, doch auch sein Leben mutet wie ein Märchen an. Geboren in ärmlichen Verhältnissen, stieg Hans-Christian Andersen zum wohl berühmtesten Schriftsteller Dänemarks auf. Er war ein außergwöhnlicher Mensch, vielseitig begabt, aber gleichzeitig voller Ängste und zutiefst gespalten. Durch das poetische Werk des Dichters zieht sich wie ein roter Faden der Wunsch, Zuwendung zu erfahren, sich selbst zu verstehen und darzustellen.
So genoss er die Anerkennung, die ihm in seiner Heimat lange versagt blieb, und bereiste zahlreiche Länder in Europa, Kleinasien und Nordafrika. Neun Jahr verbrachte er auf Reisen, logierte in Schlössern und Bürgerhäusern, erzählte dort seine Märchen und schnitt während dessen fragile Bilder mit der Schere. Doch nie vergaß er die bittere Not und die Demütigungen seiner Jugend und die Abhängigkeit von seinen Gönnern. Nur in seinen Texten gelang es ihm, all das Dunkle auszudrücken, was er im wirklichen Leben nicht zu sagen vermochte. Doch zugleich erreichte er es, den Zauber der Dinge und der Natur zu erfassen.
Bei der Finissage der Ausstellung wird die Märchenerzählerin Angelika Brandt zu den Bildern  die schlichte Schönheit der Worte des Dichters in den Mittelpunkt dieses Nachmittags stellen. Sie hat zwei Geschichten aus dem vielfältigen Märchenschatz ausgewählt, von denen eine auf eine wesentliche Begegnung im Leben von Hans-Christian Andersen verweist. Bausteine der Lebensgeschichte des Dichters wird Elisabeth Hohmeister, die auch die Ausstellung betreut hat, hinzufügen.
Ein anregender Nachmittag  am Kamin bei Kaffee und dänischem Gebäck erwartet die Gäste des herbstlichen Arboretums in Melzingen.
Die Finissage am 25. Oktober beginnt um 17 Uhr. Der Eintritt beträgt 10 Euro für Erwachsene (im Vorverkauf 8 Euro). Karten sind bei allen bekannten Vorverkaufsstellen, im TicketPortal  www.reservix.de sowie an der Tageskasse im Arboretum erhältlich.

Freitag, 27. September 2019

Gartenabfälle helfen Tieren beim Überwintern

So kommen Vögeln und Insekten gut durch die kalte Jahreszeit

Die Tage werden kürzer, und es wird Zeit, den Garten winterfest zu machen. Aber Gärten sind wichtige Rückzugsorte für viele Arten, die immer weniger Unterschlupf und Überwinterungsmöglichkeiten in unserer Kulturlandschaft finden. Weniger aufräumen hilft Igeln, Siebenschläfern, Fledermäusen, Vögeln und Insekten gut über den Winter zu kommen. Und für Gärtner ist das sehr entspannend, weil man viel weniger Arbeit hat.
Viele Gartenbesitzer beginnen im Herbst mit dem Rückschnitt verblühter Stauden und anderer samentragender Pflanzen. Doch zahlreiche Tierarten freuen sich, wenn damit bis zum Frühjahr gewartet wird. „Samenstände bieten im Winter vielen Vögeln eine Nahrungsquelle und in Pflanzenstängeln finden Solitärbienen und Florfliegen einen geeigneten Unterschlupf für den Winter“, erklärt Andrea Pohlen, Leiterin der NABU-Regionalgeschäftsstelle Heide-Wendland.
 Auch herabgefallenes Laub kann mit gutem Gewissen als Mulchschicht auf den Beeten und als Berg in „wilden Ecken“ liegen gelassen werden. Im wärmenden Laub finden sowohl Marienkäfer und Laufkäfer, als auch Erdkröten und Igel Schutz vor der winterlichen Kälte. „Die Mulchschicht auf Beeten hilft nicht nur Tieren, sondern ist auch ein hervorragender Frostschutz für Pflanzen. Zudem schützt sie den Boden vor dem Austrocknen und kann zu einer besseren Humusbildung beitragen“, so Andrea Pohlen.
Wer möchte, kann Igeln aber auch durch den Bau einer so genannten „Igelburg“ helfen, die mit einigen Handgriffen schnell hergerichtet ist: Aus Holz gebaut, mit einem Dach versehen, sollte sie katzensicher an einem frostgeschützten Ort aufgestellt und mit etwas Reisig und Laub überdeckt werden. Gegen die Kälte kann man das Innere mit etwas trockenem Heu befüllen. Wichtig ist es, die Igelburg in keiner feuchten Senke aufzustellen, damit nicht übermäßig Feuchtigkeit oder gar Regenwasser ins Innere gelangen kann.


Informationen zur geeigneten Platzwahl, einer ausführlichen Bauanleitung für Igelburgen und nützlichen Tipps zum Anlegen eines igelfreundlichen Gartens enthält die NABU-Igelbroschüre. Sie ist gegen vier Briefmarken zu 80 Cent erhältlich beim: NABU Niedersachsen, Alleestraße 36, 30167 Hannover. Die Bauanleitung für das Igelhaus ist auch hier zu finden.

Dienstag, 24. September 2019

Jahrmarkttheater wird zum globalen Dorflabor

Bundesmittel für forschende Theaterprojekte gehen in den Landkreis Uelzen

Als nur eines von bundesweit sieben geförderten Theatern erhält das Jahrmarkttheater in Bostelwiebeck Projektmittel aus dem Pilotprojekt „Global Village Labs“, mit dem das Bundesministerium für Kultur und Medien und der Fonds für Darstellende Künste den „wechselseitigen Austausch zwischen Wissenschaft, Kunst und Gesellschaft“ im ländlichen Raum fördern will, wie es auf der Website heißt.

Freuen sich über die Aufnahme in das Förderprogramm (von links): Andrea Hingst, Anja Imig und Thomas Matschoß vom Jahrmarkttheater. Foto: David Sinkemat
Über die Vorurteile zwischen Land und Stadt wird viel geredet und häufig gelacht. Die Städter sind so, die Dörfler ganz anders, heißt es oft – und nicht selten wird „die Provinz“ in der breiten Debatte despektierlich als zugeknöpft und desinteressiert beschrieben. Dass diese Darstellungen nicht der Wirklichkeit entsprechen, ist der Ansatz des Förderprogramms „Global Village Labs“. Hier werden gezielt Projekte gefördert, die weltoffene und neugierige Perspektiven mit ländlichen Lebenswirklichkeiten verbinden. Wie lässt sich das Leben auf dem Land in einen globalen vielleicht sogar kosmopolitischen Kontext setzen? Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Das Jahrmarkttheater in Bostelwiebeck hat mit den „Dorfgedanken“ bereits seit langem ein Projekt, das genau das tut. Ergebnisoffen, aufgeschlossen und immer auf Augenhöhe gehen die Künstler*innen und ihr Publikum in einen Dialog, der größere Themenfelder und lokale Fragestellungen verknüpfen. Zuletzt fand ein Abend im neuen Dorfgemeinschaftshaus Bostelwiebeck statt – zum Thema „Anarchie“. Einen solchen Austausch mit dem Publikum versteht das Jahrmarktheater schon immer auch als Teil seiner künstlerischen, sozialen und politischen Aufgabe, was die Jury auch überzeugt hat. So wird das Theater im Landkreis Uelzen nun als eines von bundesweit nur sieben Theatern für das Projekt „Landkante“ gefördert. Der Titel ist dabei Programm: Was ist eigentlich diese „Kante“, die Stadt und Land voneinander trennt? Warum gibt es sie und woraus besteht sie? Sind die Vorstellungen von der Welt auf dem Land und in der Stadt wirklich so unterschiedlich, wie oft behauptet? Dies ist besonders Andrea Hingst ein Anliegen, die in Hamburg lebt, aber seit zehn Jahren im Jahrmarkttheater arbeitet: „Ich werde häufig mit dem Vorurteil konfrontiert, Theater auf dem Land sei bloße, oberflächliche Unterhaltung. Sobald die Menschen eine unsere Veranstaltungen besuchen, sind sie dann sehr erstaunt, was für Theaterbegegnungen hier möglich sind. 'Landkante' wird diese Begegnungen verstärkt in den Blick nehmen.“ Für die erste Veranstaltung auf der „Landkante“ lädt das Jahrmarkttheater Initiativen und Künstlerinnen und Künstler aus der Region ein zu einer Versammlung der Vielen. In dieser Versammlung sollen bisherige Handlungsmuster in der künstlerischen Tätigkeit selbst ausgetauscht, befragt und verhandelt werden. Die Theatermacherinnen wollen dabei bewusst nicht selbst den Zeigefinger erheben und „wissen, wie es geht“, sondern sich vielmehr der eigenen Verantwortung stellen. Was bedeutet die aktuelle politische Lage für Kulturschaffende? Welche Rolle haben sie und was haben sie selbst zu verantworten? Thomas Matschoß vom Jahrmarkttheater: „Wir freuen uns sehr, dass Bostelwiebeck mit dieser Förderung zu einem 'Global Village' wird.“ Die erste Veranstaltung der „Landkante“ findet Anfang Dezember statt. Die nächste Ausgabe „Dorfgedanken“ findet am 22. Dezember zum Thema „Essen“ in der Hofküche des Hofleben e.V. in Lemgrabe statt.

Montag, 23. September 2019

Vielfalt am Tag der Einheit

Mut und Kultur zur Offenheit

Am Jahrestag der deutschen Einheit lädt das Celler Bündnis DIE VIELEN zu einer kulturellen Feier der Vielfalt mit Texten, Musik und Liedern, gemeinsamen Aktionen und Gespräch ein. Die Idee einer offenen Gesellschaft, der Abbau von Grenzen und die Vision eines demokratischen und einigen Europas stehen im Mittelpunkt.
 Der 3. Oktober, Tag der deutschen Einheit – was verbinden wir heute mit diesem Datum? Erinnern wir uns an die Aufbruchsstimmung des Jahres 1990? Können wir mit der Idee eines einigen, friedlichen, freien, solidarischen, offenen und demokratischen Europa heute noch etwas anfangen? In den Zeitungen wird darüber diskutiert, dass Deutschland „gespalten“ sei. Manche Menschen fühlen sich sozial und politisch abgehängt. In Deutschland und in anderen europäischen Ländern gewinnen politische Strömungen an Gewicht, die Europa und die Idee der Offenheit und Vielfalt ablehnen.
Wie können wir offen miteinander reden – wie wichtig sind Dialogbereitschaft und Abgrenzung zu Gegnern der Demokratie? Kunst und Kultur können offene, demokratische Räume schaffen. Dafür braucht es Menschen, die die Räume füllen und diskutieren möchten, unterschiedliche Blickwinkel einnehmen und sich auf einen Austausch einlassen wollen. Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund, die einander bereichern und sich nicht ausschließen.
Die CELLER VIELEN, ein Zusammenschluss von fast 50 Institutionen, Vereinen und Initiativen, gestaltet diese Veranstaltung gemeinsam. Neben der Volkshochschule Celle, dem Schlosstheater Celle, der Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten, dem Celler Bündnis gegen Antisemitismus, dem Atelier 22 und Gelawej tragen weitere Einzelpersonen und Gruppen – wie die Trommelakademie, die Integrationsklasse der OBS1 Celle, Pulse of Europe, Fridays For Future – den Abend aktiv mit. DIE Celler VIELEN – stehen (nicht nur am 3. Oktober) für kulturelle Annäherungen, unterschiedliche Blickwinkel, Ideen und gemeinsamen Austausch. Mehr Informationen zur Initiative DIE VIELEN gibt es hier: DIE VIELEN.
Feiern in Vielfalt heißt am Donnerstag, 3. Oktober, von 17 bis 20 Uhr (Einlass ab 16:30 Uhr) in der HALLE 19 des Schlosstheaters erleben und mitmachen, zuhören und zuschauen, begegnen und diskutieren – in aller Offenheit.

Der Eintritt ist frei. Wegen eingeschränkter Plätze wird dringend empfohlen, die kostenlosen Karten über die Theaterkasse des Schlosstheaters (Schuhstraße 46 / 05141 90508 75/76) vorab zu reservieren.

Freitag, 20. September 2019

Das neue Heft ist da!

Pünktlich zum Herbstanfang am Montag beginnt die Verteilung des neuen Calluna-Heftes (Herbst 2019). Bis alle Auslagestellen in der Südheide beliefert sind, kann es ein paar Tage dauern. Wir bitten um etwas Geduld. Abonnentinnen und Abonnenten erhalten das neue Heft per Post klimaneutral ins Haus geliefert, können aber schon jetzt im CallunaPlus-Bereich darin blättern und lesen. Viel Vergnügen!
TIPP Wenn Sie Calluna abonnieren möchten, schicken Sie uns einfach eine E-Mail mit Ihrem vollständigen Versandadresse an abo(at)calluna-magazin.de. Das Abo kostet 10 Euro pro Jahr (4 Hefte). Die Mindestbezugsdauer beträgt ein Jahr. Danach können Sie das Abo jederzeit formlos zum Quartalsende kündigen. Sie haben schon ein Abo? Gut, aber vielleicht möchten Sie noch eins oder mehrere verschenken – als kleine Aufmerksamkeit zum Geburtstag oder einfach nur als Dankeschön.

Donnerstag, 29. August 2019

Historisches Torhaus-Gewölbe im Mini-Format

Vertreter der Museen überreichen Gifhorns Landrat Dr. Ebel ein Modell der bedeutenden Konstruktion 

Das Gifhorner Schloss ist um eine weitere Attraktion reicher: In einer kleinen Feierstunde am historischen Ort in der Kasematte im Historischen Museum Schloss Gifhorn überreichten der Abteilungsleiter der Museen des Landkreises Gifhorn, Dr. Florian Westphal, die Leiterin der Bildungs- und Kultur gGmbh des Landkreises Gifhorn, Gunhild Posselt und die Projektleiterin, Kulturreferentin Johanna Gabrisch, dem Landrat Dr. Andreas Ebel ein Modell der Dachkonstruktion des Torhaus-Gewölbes im Maßstab 1:10.

Dr. Florian Westphal (v.l.), der Abteilungsleiter der Museen des Landkreises Gifhorn, Dr. Thorsten Henke, ehem. Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Historischen Museum Schloss Gifhorn Moritz Reinäcker, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Baugeschichte der TU Braunschweig, die Studenten Merlin Poschmann und Leon Buttmann, Projektleiterin Johanna Gabrisch und Landrat Dr. Andreas Ebel. Foto: Landkreis Gifhorn
Das in wesentlichen Teilen original erhaltene, hölzerne Gewölbedach des Torhauses des Gifhorner Schlosses stammt noch vom Bau des Gebäudes im Jahr 1526 und ist damit eine architektonische Besonderheit in Nord- und Mitteleuropa. Der historische Seltenheitswert solch überaus empfindlicher Konstruktionen aus vergänglichen Materialien dürfte der breiten Öffentlichkeit zuletzt beim katastrophalen Brand der Pariser Kathedrale Notre Dame in diesem Jahr vor Augen geführt worden sein, bei dem der mittelalterliche hölzerne Dachstuhl komplett vernichtet wurde.
Die Dachkonstruktion des Gifhorner Torhaus-Gewölbes ist nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Mit dem Modell erhalten Interessierte nun aber die Möglichkeit, die Komplexität und die zahlreichen handwerklichen Details der bedeutenden Konstruktion zu erleben. Das hölzerne Modell entstand in einem gemeinsamen Projekt der Museen des Landkreises Gifhorn und des Instituts für Baugeschichte an der TU Braunschweig. Es ist künftig dauerhaft im ersten Geschoss des Torhauses zu besichtigen.
Bei der Übergabe-Feier dankten Landrat Dr. Andreas Ebel und Dr. Florian Westphal den zahlreichen am Projekt beteiligten Personen. Hervorgehoben wurde dabei die Leistung des Teams vom Institut für Baugeschichte der TU Braunschweig, des wissenschaftlichen Mitarbeiters Moritz Reinäcker M.Sc. und der Studierenden Merlin Poschmann und Leon Buttmann, die das Modell erarbeiteten. Ein herzlicher Dank ging auch an die Projektleiterin Johanna Gabrisch M.A. und die Landkreis Gifhorn Stiftung, dank deren großzügiger Förderung das Projekt realisiert werden konnte.
Den Festvortrag hielt Dr. Thorsten Henke, der von 2018 bis 2019 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Historischen Museum Schloss Gifhorn tiefe Einblicke in die Geschichte des Schlosses gewann. Er sprach über „Das Torhaus als ältester Baukörper im Schloss Gifhorn und die Besonderheit der Dachkonstruktion als bauliche Leistung im frühen 16. Jahrhundert“.

Freitag, 16. August 2019

Aktionstag im Handwerksmuseum

Am Sonntag, 18. August, kreiert der Museumsbäcker mit seinem Team besondere Sommerleckereien aus dem Holzbackofen, zum Beispiel Schoko-Buchteln mit Eierlikör- Vanille- Soße, Bauern- und Zwiebelbrot, sowie herzhafte Blaubeer-Flammkuchen. Von 10 bis 17 Uhr ist das barrierefreie Museum mit all seinen Werkstätten und Ausstellungen geöffnet. Der Polsterer erläutert sein Handwerk, und weitere Handwerker geben Einblicke in ihre Tätigkeit.
Von Uelzen aus lässt sich das Handwerksmuseum am Sonntag klimafreundlich mit dem Entdeckerbus erreichen.