Sonntag, 15. Juli 2018

Kindheit auf dem Lande

Museumsführerin Verena Görke mit einem Schaukelpferd 
aus dem Museumsdepot. Foto: Museumsdorf Hösseringen
„Kindheit auf dem Lande“ ist das Thema eine Führung, die am Freitag, 20. Juli, von 15 bis 17 Uhr im Museumsdorf Hösseringen stattfindet. Museumsführerin Verena Görke erzählt, wie die Kinder in vergangenen Jahrhunderten in der Lüneburger Heide gelebt haben, welche Aufgaben und Pflichten die Kinder auf den Höfen hatten, ob es für sie überhaupt so etwas wie Freizeit gab und wie sich das Leben der Kinder auf dem Land von dem der Kinder in der Stadt unterschied.
Als Einstieg in die Thematik erfolgt zunächst eine theoretische Annäherung an den Begriff und die Geschichte der Kindheit. Begleitet wird dieses mit entsprechenden Exponaten aus der Sammlung des Museums, die nicht regulär in den Ausstellungen des Museums zu sehen sind. Die Spielzeuge, wie etwa eine Puppenstube, Zinnfiguren, Holz- und Blechspielzeug und ein Schaukelpferd, wurden speziell für die Führung zusammengestellt. Anschließend folgt ein Rundgang zu verschiedenen Gebäuden des Museums, wobei spezielle Aspekte der Kindheit, die in den Wohnräumen anschaulich zur Geltung kommen, weiter erforscht und vertieft werden. Zudem wird es die Gelegenheit geben, einige der überlieferten Spiele miteinander auszuprobieren.
Diese Themenführung lädt zum Mitmachen ein und bietet die Möglichkeit, Erinnerungen aus der eigenen Kindheit einzubringen.

Donnerstag, 12. Juli 2018

Jungstörche werden flügge

Nach der bewegten Vorgeschichte des Storchenpaares auf dem Schornstein des NABU-Artenschutzzentrums in Leiferde bei Gifhorn stellte sich die spannende Frage, wie es bei dem neu zusammengefundenen Paar weitergeht. Die anfangs ablehnende Haltung von Fridolin gegenüber der neuen Storchendame Mai verflog schnell und so fand er sich nach tagelangem hin und her mit der neuen Partnerin ab. Zusammen wurde dann am Nest gebaut, Paarungen fanden statt, Eier wurden gelegt und das Paar brütete.

Einer der Jungstörche auf dem Schornstein des NABU-Artenschutzzentrums unternimmt erste Flugversuche. 
Foto: NABU/Bärbel Rogoschik
Am 11. Mai schlüpfte der erste Jungstorch auf dem Schornstein des NABU-Artenschutzzentrums. Drei weitere Geschwister überlebten nicht. Den Grund sieht Bärbel Rogoschik, Leiterin des NABU-Artenschutzzentrums, in einem Nahrungsengpass, verbunden mit der ersten Brut von Mai und deren Unerfahrenheit in der Nahrungsbeschaffung. Sie freut sich allerdings auf die kommenden Tage, denn dann startet der Jungstorch seine ersten Ausflüge. „Er wird mit seinen Eltern die Nahrungsgebiete in der Nestumgebung inspizieren und bei einer „Maus to go“ die richtigen Fangtechniken erproben können“, erklärt Bärbel Rogoschik.
Eine weitere Storchenfamilie hat sich unweit des Schornsteins, im nördlichen Teil des Geländes, auf einer künstlichen Nisthilfe niedergelassen. „Sie ist da schon einen Schritt weiter“, so Rogoschik. „Die Kinder haben die ersten Flugversuche schon hinter sich, stehen aber täglich noch auf ihrem Heimatnest, denn übernachtet wird immer, bis zum Flug in den Süden, zu Hause“, schmunzelt Bärbel Rogoschik.
Der weite Flug in den Süden findet ab August statt, wobei die Jungtiere ohne Eltern, dafür aber gemeinsam in größeren Jungstorchgruppen fliegen. Die Eltern müssen sich erst einmal von der anstrengenden Aufzucht erholen und selber wieder ein paar Fettreserven anlegen, bevor auch sie ihre Reise in den Süden starten.
„In den nächsten Wochen wird es zu reichlich umherfliegenden Jungstörchen im NABU-Artenschutzzentrum kommen“, freut sich Bärbel Rogoschik. Die Kamera sollten die Besucher auf alle Fälle bei einem Besuch im Gepäck haben. Das Zentrum ist im Sommer täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet.
Via Webcam lässt sich die Jungfamilie beobachten. Der Link ist über die Webseite des NABU-Artenschutzzentrums zu erreichen: www.nabuzentrum-leiferde.de

Donnerstag, 5. Juli 2018

Auch Vögel haben Durst

Amsel, Spatz und Co. bei Hitze helfen – Tipps vom NABU

Nicht nur diese Kohlmeise freut sich bei der Hitze über eine Vogeltränke mit frischem Wasser.             Foto: NABU/Rita Priemer
Bei der derzeit langanhaltenden Trockenheit finden Vögel immer weniger Stellen, an denen sie trinken können. Deshalb rät der NABU Heide-Wendland dazu, Vogeltränken aufzustellen. „Da reicht schon ein einfacher Blumentopf-Untersetzer oder ein ausrangierter Suppenteller, gefüllt mit klarem Wasser und einem Stein in der Mitte“ sagt Andrea Pohlen, Leiterin der Regionalgeschäftsstelle Heide-Wendland in Celle. „Wichtig ist, dass man das Behältnis regelmäßig, möglichst täglich, mit heißem Wasser reinigt. Zudem sollte man ab und zu das Wasser austauschen und darauf achtet, dass es sauber bleibt.“ Sonst besteht die Gefahr, dass sich die Vögel mit Krankheitserregern infizieren und sterben.
Vielen Gartenbesitzern und -besitzerinnen kann eine Vogeltränke auch ganz eigennützige Vorteile bieten: Wenn die Vögel an der Wasserschale trinken, löschen sie ihren Durst weniger an Kirschen oder Johannisbeeren. Zudem bietet das eine gute Gelegenheit die Tiere zu Beobachten. „Im Idealfall befestigt man das Vogelbad an einem halbschattigen oder schattigen Ort auf einem etwa anderthalb Meter hohen Ständer oder hängt es in einen Baum. Dann wird bleibt das Wasser länger frisch und der Badespaß ist für die Tiere nicht gefährlich“, rät Andrea Pohlen. Ein Video mit einer Bauanleitung für einen „Swimmingpool für Vögel“ gibt es vom NABU auch im Internet.
Weitere Informationen zu den verschiedenen Vogelarten und zum vogelfreundlichen Gärtnern bietet die Broschüre „Vögel im Garten – schützen, helfen und beobachten“. Sie ist in der NABU-Geschäftsstelle in der Schuhstraße 40 in Celle erhältlich oder kann ist gegen Einsendung von fünf Briefmarken zu 70 Cent an den NABU, Stichwort „Vögel im Garten“, Schuhstr. 40, 29221 Celle zugeschickt werden.

Montag, 2. Juli 2018

Mehr als Zucker, Ziegel & Motoren

Ausstellung über die Industriegeschichte der Stadt Uelzen eröffnet

In der Uelzener Molkerei wurde einst auch Eis hergestellt.
FOLKERT FRELS / Text und Fotos
„Schön, diesen Saal noch einmal so voll zu sehen“, freut sich Otto Lukat am Sonntag bei der Eröffnung der aktuellen Ausstellung des Museums- und Heimatvereins des Kreises Uelzen in seiner Begrüßungsrede als dessen Vorsitzender. Ausdrücklich betont er das „noch einmal“, denn der Verbleib des Museums im Schloss Holdenstedt ist in Anbetracht der doch recht weit gediehenen Verkaufsgespräche mehr als fraglich. Sehr angetan ist Lukat von dem jüngst bekanntgewordenen Plan, die Räumlichkeiten der ehemaligen Sparkassenfiliale in der Bahnhofstraße für das Heimatmuseum nutzen zu können – dies sei „ein unschlagbares Angebot“, da Barrierefreiheit, ausreichend Platz und die Lage mitten im Herzen der Hansestadt nur dafür sprächen.
Dr. Ulrich Brohm
Nach einer Gedenkminute für Dr. Hans-Jürgen Vogtherr, den gerade verstorbenen langjährigen Mentor und Nestor des Vereins, ergreift Markus Hannemann als Vertreter der Stadt das Wort. „Viele der jungen Generation verbinden mit dem Begriff „Jabelmann“ nur die Open-Air-Konzerte“ – sie wüssten gar nicht, dass die 1899 gegründete Firma sich auf den Bau von Geräten und Anlagen zur Kartoffelverarbeitung spezialisiert und in der Branche einen weltweiten Ruf hatte. Er schließt mit den Worten „Die Hansestadt Uelzen steht zu ihrem Museum!“ Das wiederum hört Museumsleiter Dr. Ulrich Brohm gerne. Er geht auf die Ausstellung ein, nennt sie „ein lohnenswertes Thema“, sieht in „seinem“ Museum eine „Identifikationsfabrik“. Brohm dankt den Zuschuss- und Leihgebern, den einzelnen Firmen, die diese mit zahlreichen historischen Schaustücken versehene Ausstellung ermöglichten, und den Mitarbeitern, die die vielen Exponate anschaulich platzierten.
Tilman Grottian
Tilman Grottian geht als Projektbearbeiter in seiner Einführungsrede 200 Jahre zurück in der Geschichte der Stadt Uelzen. Er zeigt auf, was alles in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zusammenkommen musste, damit Uelzens lebhafte positive Industriegeschichte geschrieben werden konnte. 1847 wurde die Bahnlinie Harburg-Lehrte eingerichtet, 1873 kam die „Amerika-Linie“ hinzu – Uelzen wuchs zum Bahnknotenpunkt. Neben angestammten Handwerksbetrieben entstanden  – erleichtert durch die 1867 erfolgte Gewerbefreiheit und den Fortfall der alten Zunftordnungen – industrielle Betriebe wie die Dachpappenfabrik Hasse & Sohn, die Asbest- und Kieselgurwerke, Brauerei, Molkerei, Zuckerfabrik und weitere mehr. Die rege Bautätigkeit führte dazu, dass überall im Kreis Ziegeleien entstanden. Grottian vollzieht einen Zeitensprung, erinnert an die Nachkriegszeit, zieht Querverbindungen zwischen Unternehmen aus den Bereichen Nahrungsmittel, Baustoffe, Maschinenbau und verweist auf die durch die Zonenrandförderung begünstigte Neuansiedlung von Betrieben.
Wer hätte gedacht, dass Uelzen Produktionsstandort für
Kinderkarussells war?
Die auch - und gerade – für Schüler und Heranwachsende sehenswerte Ausstellung „Mehr als Zucker, Ziegel & Motoren“ im Museum Schloss Holdenstedt wird noch bis zum 28. Oktober gezeigt und richtet mit vielen Schaustücken und dem „Ach-ja“-Effekt den Blick auf die industrielle Entwicklung der Ilmenaustadt. Da wird die Maschinenbaufirma Hennecke vorgestellt, die sich einen Namen als Hersteller von Kinderkarussells machte – noch heute können, so man mit offenen Augen über die Rummelplätze im In- und benachbarten Ausland bummelt, vereinzelt Fahrzeuge mit dem Hennecke-Schriftzug gesichtet werden. Milchflaschen und -kannen sowie ein Eisbehälter stehen für die Molkerei Uelzen, ein Gleichstrom-Motor stellt die Verbindung zur Motorenfabrik Winkelmann her. Die Firma Nowka trug den Namen der Uhlenköperstadt Uelzen mit jedem Glas Gurken und jeder Dose Sauerkraut hinaus in alle Welt. Wer weiß schon, dass es in Uelzen einst eine Motorrad-Fabrik gab?
Otte Raake baute die an seinem Namen angelehnte „Raakete“. Viele Schrifttafeln an den Wänden informieren ausführlich über die Entwicklung einzelner Industriezweige und beschreiben Werden und Wachsen einzelner Unternehmen. Diese Ausstellung zeigt in eindrucksvoller Weise, wie vielfältig und lebendig die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt in den „Aufbruchs“-Jahren verlaufen ist.
Auch diese Saftpresse steht für ein Kapitel Uelzener Industriegeschichte.

Sonntag, 1. Juli 2018

Wanderung zum Vogelparadies Hüttensee

Von der NABU-Station Gut Sunder zu den Meißendorfer Teichen führt Bernhard Vömel im Rahmen einer knapp zweistündigen Wanderung am Sonnabend, 7. Juli. Die Wanderung beginnt um 10 Uhr.
Im Laufe der Zeit hat sich insbesondere am Hüttensee ein erstklassiges Natur- und Vogelschutzgebiet entwickelt. Nicht nur Kormorane, Graugänse, Schnatter-, Stock-, Kolben-,  oder Löffelenten sind auf dem See zu beobachten, sondern auch Kraniche, Rohrweihe oder Fischadler, und mit etwas Glück kann sogar der Seeadler gesichtet werden, wenn er wieder einmal die Graugänse aufschreckt. Vom erfahrenen Vogelbeobachter Bernhard Vömel lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser Wanderung außerdem, wie die verschiedenen Wasservögel zum Beispiel anhand der Farben oder Schnabelformen zu bestimmen sind.
Nach der Rückkehr zum Gut Sunder besteht dort die Möglichkeit, die Ausstellung "Wildtiernis" zu besuchen, die über die vielfältige Tierwelt in der Umgebung von Gut Sunder informiert.
Die Teilnehmer der Wanderung zahlen 10 Euro. Der ermäßigte Preis für NABU-Mitglieder beträgt 7 Euro. Kinder bis 14 Jahren erhalten jeweils 50 Prozent Ermäßigung. Anmeldung unter www.NABU-gutsunder.de.

Samstag, 30. Juni 2018

Orchideen-Seminar

Viele gute Tipps vom Orchideen-Profi erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Orchideen-Seminars, das am Sonnabend, 14. Juli, von 15 bis 18 Uhr im Orchideen-Zentrum Wichmann im Celler Ortsteil Groß Hehlen, Tannholzweg 1-3, stattfindet. Kosten: 25 Euro pro Person. Um telefonische Anmeldung unter 05141 93720 wird gebeten.

Freitag, 29. Juni 2018

Waldführerschein für Kinder

Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren können in den Sommerferien vom 30. Juli bis 1. August im Waldpädagogikzentrum (WPZ) Ostheide in den Wäldern des Niedersächsischen Forstamtes Unterlüß einen „Waldführerschein" erwerben. Gemeinsam mit Waldpädagogin Ulrike Witte-Spohr werden spielerisch die Zusammenhänge im Ökosystem Wald erforscht, Tiere und Pflanzen des Waldes erkundent, und es wird mit Naturmaterialien gebastelt. Feuermachen ohne Feuerzeug, Kochen auf offener Feuerstelle sowie der „Küchendienst“ sind besondere Herausforderungen.
Nach bestandener „Prüfung“ am dritten Tag klingt die Aktion bei Kaffee und Kuchen und mit vielen netten Gesprächen gemeinsam mit Eltern, Geschwistern, Oma und Opa im Wald aus. Am Abschlusstag haben alle die Möglichkeit sich beim Bogenschießen zu messen.

Das Waldpädagogikzentrum Ostheide befindet sich im ehemaligen Forsthaus Siedenholz. Foto: Inka Lykka Korth

Die dreitägige Veranstaltung findet täglich von 9 Uhr bis 16 Uhr statt. Die Kosten betragen pro Teilnehmer 65 Euro inklusive Mittagessen. Anmeldung und nähere Informationen bei Waldpädagogin Ulrike Witte-Spohr, Telefon 05837 140103 oder uspohr@gmx.de.
Das Waldpädagogikzentrum Ostheide liegt im  sogenannten Franzosengrund bei Unterlüß, der so heißt, weil dort in der Franzosenzeit napoleonische Truppen lagerten. Als Domizil dient das ehemalige Forsthaus Siedenholz.  Die Niedersächsischen Landesforsten betreiben in Niedersachsen landesweit elf Waldpädagogikzentren, in denen waldbezogene Umweltbildung angeboten wird. Die Waldpädagogikzentren arbeiten dabei eng mit freiberuflichen zertifizierten Waldpädagoginnen und Waldpädagogen zusammen.