Freitag, 20. Mai 2022

Neue Schilder für den Waldgeschichtspfad

 Im Schooten bei Hösseringen 

Der Waldgeschichtspfad Schooten ist wieder gut ausgeschildert. Dank des Einsatzes von Manfred Techmann aus Hösseringen konnten die orangenen Pfeile, die dem Wanderer im Schootenwald den Weg weisen, zum großen Teil erneuert werden. Das Anbringen vor Ort übernahm der Bauhof der Gemeinde Suderburg. „Wir hatten durch die Frühjahrsstürme etliche Schäden an diesem schönen Wanderweg. Nun freuen wir uns und sind dankbar, dass die Strecke weitgehend in Ordnung gebracht worden ist“, so die Vorsitzende des Tourismusvereins Suderburger Land, Christine Kohnke-Löbert. 

Nach der Instandsetzung ist der Waldgeschichtspfad wieder gut begehbar. Foto: Tourismusverein Suderburger Land

Der Waldgeschichtspfad Schooten bietet auf rund drei Kilometern einen Spaziergang durch die Waldgeschichte. Anhand von zehn Stationen lädt der familienfreundliche Rundweg ein, Flora und Fauna des uralten Mischwaldes kennen zu lernen. Der Schooten ist nämlich schon seit etwa 10.000 Jahren, bewaldet. Damals hatten sich nach dem Ende der letzten Eiszeit nach und nach große Waldflächen in Norddeutschland ausgebreitet, die dann wieder ausgedünnt wurden, nicht zuletzt durch die Nutzung der Flächen durch den Menschen. Auch während der Zeit der Heidebauernwirtschaft und der Ausbreitung der großen Heideflächen blieb der Schootenwald als herzogliches Jagdgebiet bewaldet. Dieser und viele weitere Aspekte werden auf den Waldgeschichtspfad thematisiert. Die Wiederaufforstung der Lüneburger Heide seit dem Ende des 19. Jahrhunderts ist ebenso dargestellt wie heutige Umweltprobleme. Der Wanderer erfährt außerdem, was es mit dem Schootenwall, einer alten Grenzlinie, auf sich hat und findet heraus, dass dort, wo früher Fuhrwerke die Celler Heerstraße entlang rumpelten, heute gar keine Straße mehr verläuft. Auf dem Weg wird man hier und dort ins Schmunzeln geraten, denn die lustigen Cartoons von Wolf-Rüdiger Marunde mit dem Wildschwein „Sudl“ lassen auch dem ernsthaftesten Thema eine lustige Seite abgewinnen. Der Waldgeschichtspfad beginnt und endet am Parkplatz des Museumsdorfes Hösseringen


Heide, Moor und ganz viel Landschaft

Frühjahrswanderung im Suderburger Land 


Unterwegs auf dem Rundwanderweg Eimke, Wichtenbeck und Ellerndorfer Heide.
Foto: Christine Kohnke-Löbert

„Unsere Winterwanderung war eine Frühjahrswanderung und jetzt im Frühjahr ist es wohl eher eine Sommerwanderung.“ Gut gelaunt begrüßte die Vorsitzende des Tourismusvereins Suderburger Land, Christine Kohnke-Löbert, rund 40 Wanderlustige, die sich kürzlich zur Frühjahrswanderung durch das Suderburger Land eingefunden hatten. Unter Führung von Martina Borchardt wurde wieder ein Teilstück des „Rundwanderweges Eimke, Wichtenbeck und Ellerndorfer Heide“, der in diesem Jahr für „Deutschlands schönsten Wanderweg“ nominiert ist, abgewandert – diesmal die Strecke von Eimke nach Wichtenbeck und in die Ellerndorfer Heide. 

Die Wandergruppe vor der Kirche in Eimke. Foto: Christine Kohnke-Löbert

Von Eimke aus war es nicht weit zur Kirchsteigbrücke, wo die Wanderer das erste Mal die Gerdau überquerten. Die Brücke ist erst nach dem Zweiten Weltkrieg als Verbindungsweg zwischen Eimke und Wichtenbeck erbaut und 60 Jahre später im Rahmen einer Gemeinschaftsaktion beider Orte erneuert worden. Zuvor gab es hier keinen Übergang über die Gerdau. 

In Wichtenbeck nahmen die Wanderer das frisch gestrichene Schwimmbad in Augenschein und nutzten die Bänke für eine kleine Stärkung. Besonders gefiel allen Teilnehmern der Abstecher zum Gerdau-Stausee. Der schöne Wanderweg durch einen dichten Waldbestand gehört zum Übungsgelände der Firma Rheinmetall und ist nur an Wochenenden und zu übungsfreien Zeiten begehbar – bei geschlossenem Tor darf das Gelände nicht betreten werden. Der Weg führt in das Naturschutzgebiet Kiehnmoor, eine großes Feuchtgebiet, welches an die Heideflächen des Naturparks Lüneburger Heide grenzt und die Landkreise Uelzen und Celle verbindet. Nicht weit entfernt erstreckt sich das Quellgebiet der Gerdau. Das „Tor“ zum Kiehnmoor bildet ein Stausee, der vor etwa 80 Jahren angelegt worden ist. 

Zurück in Eimke endete für einen Teil der Gruppe die Wanderung, denn angeboten waren eine lange und eine kürzere Strecke. Immerhin hatte auch der älteste Teilnehmer mit 87 Jahren die zehn Kilometer bestens gemeistert. Wer noch Lust und Kraft hatte, machte sich nun auf zur Ellerndorfer Wacholderheide, wo als Belohnung die Einkehr am Kiosk im Schafstall lockte. Alle waren sich einig, dass bald wieder gemeinsam gewandert werden sollte. Ein neuer Termin steht auch schon fest: Am Sonnabend, 20. August, bietet der Tourismusverein Suderburger Land eine „Wanderung in die Heideblüte“ an. 

Montag, 16. Mai 2022

Auguste bald wieder beflügelt

Internationaler Museumstag im Handwerksmuseum Suhlendorf

FOLKERT FRELS / Text und Fotos

Nach dem Rundgang durch die Werkstätten des Handwerksmuseums lockte am Internationalen Museumstag der Kaffeegarten vor dem Backhaus. 

Die Sonne strahlt von einem nahezu wolkenlosen Himmel, und auch Christian Niemann, Vorsitzender des Museumsvereins Suhlendorf e.V., strahlt beim Anblick der vielen Gäste, die am Sonntag zum Internationalen Museumstag in die Gemeinde am Rande von Wendland und Drawehn gekommen sind.  Auf dem Freigelände des Handwerksmuseums setzen die „BigBandBeginners 2020“ der Drawehn-Schule in Clenze musikalische Akzente, während in den zehn Gebäuden des Freilichtmuseums reges Werkeln angesagt ist. Neben dem Bäcker – schließlich ist ja auch Backtag – zeigen Angehörige der 26 dort vertretenen Handwerksberufe ihr Können. Gut beschäftigt ist auch Norbert Knoblauch, der in der Druckerei interessierten Kindern dabei behilflich ist, ihren Namen aus alten Bleilettern zu setzen und dann eigenhändig auf der kleinen Druckmaschine zu drucken.

Drucker Norbert Knoblauch halt Kindern beim Setzen ihrer Namen aus Bleilettern.

„Zum Deutschen Mühlentag am 6. Juni“, ruft Niemann den vor den Musikern im grünen Rund Sitzenden zu, „wird unsere Auguste“ – dabei zeigt er auf die flügellose Bockwindmühle auf der Mühlenhöhe – „wieder komplett sein.“ ‚Ylenia‘ und ‚Zeyneb‘, die beiden heftigen Stürme im Februar, hatten an den Flügeln der 1810 in Alvesse bei Braunschweig erbauten und nach langer Zeit der Vernachlässigung 1975 auf ihrem jetzigen Standort auf dem Gelände des damaligen Mühlenmuseums wiedererrichteten Mühle vollendet, was der Sturm ‚Ignatz‘ am 21. Oktober des vergangenen Jahres nicht geschafft hatte: Die Mühle stand ohne Flügel da. Doch mittlerweile ist ein Ende der Arbeiten an den neuen Flügeln absehbar, und Christian Niemann fiebert dem Tag entgegen, an dem ‚Auguste‘ sich wieder in ganzer Schönheit zeigen wird.


Christian Niemann (rechts), Vorsitzender des Museumsvereins Suhlendorf, und sein Stellvertreter Tiedeke Heilmann, der auch der Museumsimker ist. Mit dem Schwarmfangbeutel wurden beim Internationalen Museumstag allerdings eine Bienen, sondern Spenden eingesammelt.

Auguste sah ohne Flügel beim Internationalen Museumstag etwas traurig aus, aber dafür lachte die Sonne, und die Gäste ließen sich die Leckereien aus dem Holzbackofen schmecken.


Dienstag, 10. Mai 2022

Altes Handwerk – anschaulich und lebendig

 Internationaler Museumstag am 15. Mai

Anlässlich des Internationalen Museumstages am Sonntag, 15. Mai, sind von 10 Uhr an im Handwerksmuseum Suhlendorf alle Ausstellungen und Werkstätten sowie das Backhaus und der Kaffeegarten geöffnet und barrierefrei zu erreichen. Entsprechend dem Motto „Museen mit Freude entdecken“ zeigen und erläutern etliche Handwerker traditionelle Handwerkskunst, anschaulich und lebendig. Der Holzbackofen ist in Betrieb, genauso wie der Federschmiedehammer und die Spinnräder. Im Souterrain werden die Radiolegenden lebendig. Am Bienenzaun wird in unterschiedlichsten traditionellen Bienenwohnungen die entsprechende Betriebsweise erläutert. Auch Schuhmacher, Drucker, Steinmetz, Stuhlflechter und Schneiderin haben ihre Teilnahme angekündigt. Passend zum Motto können Kinder mit dem Entdeckerheft das Museum erkunden. Zusehen, mitmachen, lernen, Wissen weitergeben, und mit Freude dabei sein, das ist das Rezept für das barrierefreie Handwerksmuseum Suhlendorf. Die lebendige Tradition im Handwerk funktioniert nur mit engagierten Mitarbeitern, aber auch besonders dann, wenn auch die „Alten“ das Museum besuchen und ihr Wissen preisgeben. Das Miteinander ist der Schlüssel, mit dem das Museum aktiv erlebt werden kann. So richtig festlich wird es um 15 Uhr mit der „BigBandBeginners2019“ der Drawehn-Schule Clenze unter der Leitung von Matthias Helgert. 

Im Übrigen ist an diesem Festtag der Eintritt ermäßigt und es ist mit Getränken und Leckereien vom Grill dafür gesorgt, dass die Gäste nicht hungrig nach Hause gehen müssen.


Gratis ins Museumsdorf

 Am Internationalen Museumstag

Anlässlich des Internationalen Museumstages ist am Sonntag, 15. Mai, der Eintritt im Museumsdorf Hösseringen kostenlos. Unter dem Motto des Tages „Museum mit Freude entdecken“ wird ab 14 Uhr eine Führung angeboten. Museumsleiter Dr. Ulrich Brohm stellt wichtige Aspekte des Freilichtmuseums vor. Von 14 bis 16 Uhr können Kinder an der Mitmachaktion „Samenkugeln“ teilnehmen: Aus Ton, Erde und Samen werden kleine Kugeln geformt, die in der Natur zu Bienenoasen werden können. Die Teilnahme an der Mitmachaktion kostet 3 Euro, eine Anmeldung ist nicht nötig. Außerdem führen von 11 bis 17 Uhr die Schmiede ihr Handwerk in der Museumsschmiede vor. 

Blick in den Bauerngarten des Brümmerhofes. Foto: Museumsdorf Hösseringen


Liebesglück

 Zu einem Klavierkonzert mit dem Thema Liebesglück lädt der Kulturkreis Wienhausen ins Kloster Wienhausen ein. Die Pianistin Henriette Gärtner spielt am Freitag, 20. Mai, von 20 Uhr an im Sommerrefektorium des Klosters zunächst die Sonate Nr. 16 in C-Dur (KV 545) von Wolfgang Amadeus Mozart, die auch als Sonata facile bezeichnet wird und aus drei Sätzen besteht (Allegro, Andante, Rondo) und anschließend den Klavierzyklus 24 Peludes op. 28 von Frédéric Chopin.

Die Pianistin Henriette Gärtner, die schon im Alter von drei Jahren begann Klavier zu spielen und  später ihre Doktorarbeit über den Zusammenhang von kraft, Klang und Kinematik beim Klavierspiel schrieb, hat  heute einen Lehrauftrag für Musik und Medizin an der Staatlichen Musikhochschule in Trossingen. 
Foto: Kulturkreis Wienhausen

Karten können zum Preis von. 18 Euro (Kinder und Jugendliche zahlen 10 Euro) telefonisch unter 05149 18660 oder mit einer E-Mail an info@kulturkreis-wienhausen.de bestellt werden. Es gilt die 3G-Regel. Eine FFP-2-Maske ist auch am Sitzplatz zu tragen.

Montag, 9. Mai 2022

Vortrag über Wilhelm Matthies

Architekt der alten Schule Suderburg wird vorgestellt

Zu einem Vortrag über den bedeutenden Architekten der Lüneburger Heide, Wilhelm Matthies, lädt die Interessengemeinschaft Bauernhaus ein. Am Mittwoch, 1. Juni, berichtet, berichtet Kirsten Freytag aus Hannover von 19 Uhr an im Gasthaus Müller (Spiller) in Suderburg, Hauptstraße 28, aus ihrer Magisterarbeit an der Uni Göttingen über das Werk von Matthies, der in Bardowick lebte und arbeitete.  Dessen „Künstlerheim“ wurde zu einem wichtigen künstlerischen Zentrum der Lüneburger Heide mit vielfältigen Kontakten, unter anderem nach Worpswede. Viele Gebäude konzipierte Matthies im sogenannten „Heimatstil“, einer Bauweise, die ab etwa 1900 Verbreitung fand und auch als eine Antwort auf gesichtslose Neubauten im Zuge der Industrialisierung und dem Verschwinden der Fachwerkarchitektur zu verstehen ist. Er errichtete zahlreiche öffentliche und private Gebäude, von denen viele unter Denkmalschutz stehen, unter anderem den Kirchturm Bienenbüttel, das Herrenhaus Bardenhagen, die Schule in Bevensen und das Wohnhaus des Künstlers Albert König in Unterlüß. 

Ein Werk von Wilhelm Matthies: die alte Schule in Suderburg. Foto: Christine Kohnke-Löbert

Ein Bürgerbegehren in der Gemeinde Suderburg entscheidet am 12. Juni über den Erhalt oder Abbruch des 1908 von Wilhelm Matthies errichteten Schulgebäudes auf dem Eckgrundstück Gänsekamp/Am Kindergarten. Im Rahmen dieses Vortragsabends soll das Gebäude zeitgeschichtlich eingeordnet und seine Bedeutung für die Region dargestellt werden. Der Eintritt ist frei. 

Veranstalter: Interessengemeinschaft Bauernhaus (IgB), Kontaktstelle Uelzen-Hösseringen, Dr. Horst Löbert.