Montag, 11. Januar 2021

Instabile Bäume bedrohen Straßenverkehr

Baumfällarbeiten im Bereich Wahrenholz

Das Niedersächsische Forstamt Unterlüß teilt mit, dass von Dienstag, 19. Januar, bis Donnerstag, 21. Januar,  jeweils zwischen 8 und 16 Uhr notwendige Baumfällarbeiten entlang der Kreisstraße 103 im Bereich des Forstortes Bösebruch sowie an der Gemeindestraße 10 und der Kreisstraße 31 im Bereich des Forstortes Espenleu stattfinden werden, wodurch es zu Verkehrsbehinderungen kommen wird.

Zwischen den Ortschaften Wahrenholz und Neudorf-Platendorf sowie Wahrenholz und der Siedlung Weißes Moor werden die Straßen mittels Ampelanlage kurzfristig für jeweils fünf bis zehn Minuten voll gesperrt, um gefährliche Bäume zur Wiederherstellung der Verkehrssicherheit zu fällen. 

Abgestorbene und instabile Bäume können eine Gefahr entlang von Straßen und Wegen darstellen. Nicht immer ist die Gefahr so offensichtlich wie bei der Buche links im Bild. Aus Verkehrssicherungsgründen müssen Bäume, die eine Gefahr darstellen, gefällt werden. Foto: Niedersächsische Landesforsten

„Um Gefahren durch instabile Bäume rechtzeitig zu erkennen, kontrollieren wir regelmäßig die Waldränder entlang der öffentlichen Straßen", erläutert Helmut Wiedenroth, der zuständige Förster im Forstamt Unterlüß. "Wenn wir hier Bäume entdecken, die eine offensichtliche Gefahr darstellen, dann müssen wir handeln. Inzwischen verbleiben die meisten abgestorbenen Bäume als stehendes Totholz in den Wäldern. Sie bilden für viele Insekten und Vögel einen wichtigen Lebensraum. An Waldwegen und Straßen sind wir jedoch verpflichtet der Gefahr vorzubeugen und wollen verhindern, dass Waldbesucher oder Autofahrer durch plötzlich umkippende Bäume oder abrechende Äste verletzt werden. In diesem Fall werden die meisten gefällten Bäume als liegendes Totholz wichtige ökologische Funktionen wahrnehmen."

Helmut Wiedenroth bittet die Verkehrsteilnehmer um Verständnis für die Beeinträchtigungen während der Fällarbeiten an den drei Tagen und darum, dass mögliche Zeitverzögerungen in der Terminplanung berücksichtigt werden. 

Dienstag, 5. Januar 2021

Am Freitag beginnt die große Vogelzählung

NABU-Aktion "Stunde der Wintervögel"

Ab Freitag rufen der NABU und sein bayerischer Partner LBV wieder alle Vogelfreundinnen und -freunde dazu auf, bei der „Stunde der Wintervögel“ die gefiederten Gäste im Garten, am Balkon oder im Park zu erfassen und zu melden. Die „Stunde der Wintervögel“ ist die größte wissenschaftliche Mitmachaktion Deutschlands. 2020 hatten sich an der Aktion mehr als 143.000 Menschen beteiligt, über 1.200 davon allein in der Region Heide-Wendland. Der Haussperling ergatterte damals den Spitzenplatz als häufigster Wintervogel in den hiesigen Gärten, Feldsperling und Kohlmeise folgten auf Platz zwei und drei.

Diesmal gilt das besondere Interesse der Blaumeise, nachdem viele ihrer Art im vergangenen Frühjahr eine Epidemie zum Opfer gefallen sind. Foto: F. Derer  

„Wir erleben aktuell, dass viele Menschen in die verschneiten Regionen fahren, um ein positives Naturerlebnis zu erfahren. Doch das können sie ebenso direkt vor ihrer Haustüre bekommen“, ist sich Andrea Pohlen, Regionalgeschäftsführerin der NABU-Regionalgeschäftsstelle Heide-Wendland sicher. „Denn gerade jetzt im Lockdown kann unsere Mitmachaktion für Jung und Alt für Spaß und ein schönes Naturerlebnis vor Ort sorgen“. Gezählt wird dabei eine Stunde lang vom 8. bis 10. Januar. Alles dreht sich um die bekannten und häufigen Vogelarten wie Meisen, Finken und Spatzen.

„Bei Schnee, Regen und Kälte bietet das Zählen von Amsel, Drossel, Fink und Star eine willkommene Abwechslung“, sagt Andrea Pohlen. „Das ganze Jahr über verfolgen wir bereits mit Interesse, dass es die Menschen in die Natur zieht. Das merken zurzeit vor allem die bergigen Lagen, die sich vor Tagestouristen kaum noch retten können. Bereits bei der Frühjahrszählung, der „Stunde der Gartenvögel“, haben wir Teilnahmerekorde erreicht.“ Die Teilnehmenden können ihre Beobachtungen vom Wochenende bis zum 18. Januar melden, am einfachsten online unter www.stunde-der-wintervoegel.de.

Seit dem Kälteeinbruch in Skandinavien vor etwa zwei Wochen sind auch Einflüge von nordischen Vogelarten in den Gärten und Parks in Niedersachsen zu beobachten. So konnten bereits kleinere Gruppen von Dompfaffen, Bergfinken, Erlenzeisigen und Rotdrosseln gesichtet werden. „Diese in Skandinavien und anderen Ländern des Nordens brütenden Vögel halten sich manchmal sogar fast den ganzen Winter über auch in Norddeutschland auf und sind dann oft in Gärten und Parks zu beobachten“, berichtet Pohlen.

Mit Spannung erwarten die Vogelfreunde jedoch das Abschneiden der Blaumeise. „Im vergangenen Frühjahr war in weiten Teilen Deutschlands eine vom Bakterium Suttonella ornithocola ausgelöste Epidemie aufgetreten, der Tausende Vögel dieser Art zum Opfer fielen“, so Pohlen. Bei der jüngsten großen Vogelzählung, der „Stunde der Gartenvögel“ im vergangenen Mai, wurden entsprechend weniger Blaumeisen beobachtet. Hotspots in Niedersachsen waren die Landkreise Ammerland, Oldenburg und Osterholz, aber auch in Ostfriesland gab es Krankheitsfälle. Für die Fachleute ist es spannend herauszufinden, ob dieser Effekt auch im Winter noch spürbar ist.

Der NABU bietet auch in diesem Winter wieder eine Zählhilfe zum Herunterladen und Ausdrucken an.
Foto: NABU / Sebastian Hennigs

Mitmachen bei der „Stunde der Wintervögel“ ist ganz einfach: Jeder kann eine Stunde lang die Vögel am Futterplatz, vom Garten, Balkon oder Fenster aus oder im Park zählen und dem NABU melden. Von einem ruhigen Beobachtungsplatz aus wird von jeder Art die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu beobachten ist. Die Beobachtungen können unter www.stunde-der-wintervoegel.de bis zum 18. Januar gemeldet werden. Zudem ist für telefonische Meldungen am 9. und 10. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Rufnummer 0800 1157-115 geschaltet. Auch über die NABU-App „Vogelwelt“ (Download unter www.NABU.de/vogelwelt) kann gemeldet werden.

Montag, 28. Dezember 2020

Die Verkehrswende steckt im Stau

ADFC-Jahresbilanz 2020

Das Fahrrad boomte im Corona-Jahr. Nie wurden mehr Fahrräder verkauft als 2020, nie entdeckten so viele Menschen das Radfahren neu für sich, als während der Pandemie. Dennoch zieht der Fahrradclub ADFC eine ernüchterte Bilanz.

Kein Vergnügen: Fahrradfahren im dichten Autoverkehr. Foto: ADFC / Westrich

ADFC-Vizebundesvorsitzende Rebecca Peters sagt: „Eigentlich stehen alle Zeichen auf Grün für den Radverkehr. Immer mehr Menschen wollen im Alltag das Auto gern häufiger gegen das Rad eintauschen. Erstmals gibt es richtig Geld vom Bund für den Radwegebau in den Kommunen. Die Politik überschlägt sich mit Empfehlungen zum Radfahren. Selbst der ADAC sagt, dass die Radwege in Deutschland schlicht unterdimensioniert sind. Und dennoch kommt die Verkehrswende mit der Neuverteilung des Straßenraums nicht aus den Startlöchern. Politische Mutlosigkeit in Stadträten und Verkehrsverwaltungen sind die Hauptursache des Problems. Verstärkt wird die Blockade durch lautstarke Auto-Traditionalisten, die mit Klauen und Zähnen ihr eingebildetes Recht verteidigen, vor jedem beliebigen Ziel parken zu dürfen – am besten gratis und über zwei Parkplätze hinweg, weil die immer größeren Autos nirgendwo mehr hineinpassen. Den Ländern und Kommunen, die die Zeichen der Zeit erkannt haben und Fahrrad, Fuß und Nahverkehr mehr Platz und Priorität in der Stadtplanung einräumen, gratulieren wir ausdrücklich zu einer zukunftsorientierten Politik. Den anderen rufen wir zu: Fangt endlich an! Auto-first-Politik war gestern – die Menschen wollen gute Alternativen!“

Bundesregierung verfehlt NRVP-Ziel

Der ADFC kritisiert auch die Nicht-Erreichung selbst der ambitionslosen Ziele des jetzt ablaufenden Nationalen Radverkehrsplans (NRVP) 2020. Damit hatte die Bundesregierung einen deutschlandweiten Radverkehrsanteil von 15 Prozent am Gesamtverkehr angestrebt. Zum Vergleich: Die Niederlande haben einen Radverkehrsanteil von 27 Prozent. Hierzulande tatsächlich erreicht wurden nach letzten Studien elf Prozent, das entspricht einem Prozentpunkt Wachstum in zehn Jahren NRVP-Laufzeit. Deutliche Wachstumsraten beim Radverkehr haben nur die Stadtstaaten Bremen, Berlin und Hamburg. Marginal verbessern konnten sich Niedersachen, Schleswig-Holstein, Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern. Bedenklich ist die Entwicklung mit rückläufigem Radverkehrsanteil in Sachsen-Anhalt, Thüringen und besonders in Brandenburg. Das Saarland stagniert mit kläglichen drei Prozent Radverkehrsanteil auf dem letzten Platz.  Peters: „Es reicht nicht, wenn das Bundesverkehrsministerium unverbindlich auf mögliche Wachstumsraten beim Radverkehr hinweist und den alten NRVP als weitgehend umgesetzt erklärt. Wir brauchen klar messbare Ziele, eine Verstetigung der Bundesmittel und ein verbindliches Maßnahmenprogramm für den Bau von Qualitätsradinfrastruktur durch Bund, Länder und Kommunen. Auch ein bundesweites Monitoring des Radwegebaus fehlt bisher. Daran wird sich der künftige NRVP 3.0 messen lassen.“

Gut: Fahrradprofessuren und Sonderprogramm Stadt + Land       

Positiv hebt der ADFC die Finanzierung von Stiftungsprofessuren Radverkehr durch das Bundesverkehrsministerium hervor. Einen deutlichen Schritt nach vorn markiert auch das Klimapaket mit seinem Bekenntnis der Bundesregierung zum kraftvollen Ausbau der Radinfrastruktur zulasten von Kfz-Flächen sowie das damit verbundene Sonder-Investitionsprogramm Stadt + Land und weitere Mittel für Modellprojekte, Radschnellwege und das touristische Radnetz Deutschland. Damit hat der Bund seine Investitionen in den Radverkehr bis 2023 verdreifacht. Peters: „Leider geht es trotz gutem Willen viel zu langsam voran. Nach einem Jahr sind die Fördervoraussetzungen für das Sonderprogramm jetzt fertig, aber viele Kommunen haben weder die personellen noch konzeptionellen Voraussetzungen dafür geschaffen, um das Geld des Bundes für den Radwegebau zu beantragen und verbauen zu können. So bleibt das Fahrradland Deutschland noch lange eine Großbaustelle.“    

Mittwoch, 16. Dezember 2020

Zu Weihnachten ein Calluna-Abo verschenken

Das Calluna-Winterheft erscheint am 21. Dezember und kann ab sofort bestellt werden. Alle Bestellungen, die spätestens am 21. Dezember um 12 Uhr mittags eintreffen, werden umgehend versendet und sollten noch vor Weihnachten eintreffen. 

Abonnentinnen und Abonnenten erhalten das Heft per Post druckfrisch ins Haus geliefert. Dieser Service kostet lediglich 16,- Euro im Jahr. Wenn Sie Calluna nach dem Bezug der ersten vier Hefte (1 Jahr) nicht mehr weiterlesen möchten, können Sie das Abo jederzeit form- und fristlos kündigen. 

Sie haben noch kein Abo? Bestellen Sie es ganz einfach per E-Mail an abo(at)calluna-magazin.de, telefonisch unter 05371 55506 oder per Postkarte an Calluna-Medien, Steinweg 3, 38518 Gifhorn.

Tipp: Überraschen Sie Freunde, Verwandte oder Bekannte zu Weihnachten, zum Geburtstag oder auch ohne bestimmten Anlass mit einem Geschenkabo für ein Jahr oder gern auch mit längerer Laufzeit.  

Donnerstag, 10. Dezember 2020

Mit voller Kraft aus der Krise

Zuerst der Lockdown im Frühling, dazwischen relativ gute Sommermonate und nun die erneuten Einschränkungen – für die Gastronomie- und Übernachtungsbetriebe ist 2020 kein gutes Jahr. Nach dem Motto „mit voller Kraft aus der Krise“ hat der Verein Tourismusorganisation HeideRegion Uelzen deshalb mehrere Maßnahmen auf den Weg gebracht. Das Ziel: baldmöglichst wieder viele Gäste für einen Besuch im Landkreis Uelzen begeistern. 

Anlieferung per Lastenrad: Jürgen Clauß (links) und Peter Gerlach präsentieren die neuen Unterkunftsverzeichnisse für 2021. Foto: HeideRegion Uelzen

Da die Zeit über Weihnachten und den Jahreswechsel gern für die Reiseplanung des kommenden Jahres genutzt wird, musste als erstes das Unterkunftsverzeichnis aktualisiert und produziert werden. Das neue Heft ist ab sofort bei der HeideRegion Uelzen und in den Tourist-Informationen des Landkreises erhältlich. Neben der Print-Ausgabe, die nach wie vor stark nachgefragt ist, wird auch ein E-Book angeboten (www.heideregion-uelzen.de). Inhaltlich präsentiert sich der Katalog deutlich umfangreicher, übersichtlicher und in größerem Format als bisher. Attraktive Doppelseiten mit formatfüllenden Fotos zur Heidelandschaft, Kultur und Geschichte, Kulinarik, Wellness- und Gesundheitsangeboten sollen Lust darauf machen, die Region zu entdecken. In gleicher Weise werden die ADFC zertifizierte Radreiseregion und die Möglichkeiten zum Wandern, Nordic-Walken, Reit- und Wassersport beschrieben. Den Hauptteil des Heftes bilden rund 130 Unterkufstbetriebe: Hotels, Gasthöfe, Ferienwohnungen, Bauernhöfe und private Anbieter stellen sich mit ihren Angeboten vor. Eine Übersichtskarte informiert zu den aktuell besonders gefragten Camping- und Wohnmobilplätzen.

Für mehr Sichtbarkeit in der digitalen Welt. Mit einer Vielzahl datenbankgestützter Angebote will die HeideRegion Uelzen den Tourismus im kommenden Jahr nach vorn bringen. Foto: HeideRegion Uelzen.

Ganz neue Wege beschreitet die HeideRegion in der digitalen Welt. Derzeit werden die ersten Informationen in eine neue, kreisweite Datenbank aufgenommen, die dem von Google, Bing & Co definierten „Open Data“-Standard entspricht. Die Datenbank soll ab 2021 mehrere neue Informationskanäle für Gäste und Einheimische steuern. Neben der für Smartphones optimierten Internetseite wird eine Progressive Web App standortabhängig nahe gelegene Veranstaltungen, Gastronomie, Übernachtungsmöglichkeiten oder Sehenswürdigkeiten zeigen. Digitale Infosteelen (z. B. am Hundertwasser-Bahnhof), Gäste-TVs in Hotels oder Sprachassistenten (Siri, Alexa etc.) können direkt mit Inhalten bestückt werden. Selbst klassische, gedruckte Broschüren, beispielsweise ein Gastronomieführer, lassen sich über das System künftig mit geringerem Aufwand produzieren.

Hinzu kommt, dass die strukturiert erfassten Daten über Schnittstellen mit anderen Onlineportalen ausgetauscht werden können. Dies soll die Sichtbarkeit des Landkreises Uelzen im Internet verbessern und den Aufwand für die Datenpflege reduzieren. Ändert sich z. B. die Öffnungszeit einer Sehenswürdigkeit, reicht künftig die Anpassung des zugehörigen Datenbankeintrags, um diese Information in Echtzeit auf allen verknüpften Kanälen zu verbreiten. Diese Nutzung bleibt nicht auf den Tourismus beschränkt – auch Informationen aus dem Einzelhandel oder kommunale Inhalte wären dann über das neue System der HeideRegion darstellbar.

Donnerstag, 26. November 2020

Wandern auch in Corona-Zeiten

Günter Göhsing ist neuer Leiter der Wandersparte des TVU Uelzen

Große Gruppe: Vor der coronabedingten Beschränkung der Teilnehmerzahl wurden manchmal 80 und mehr Wanderinnen und Wanderer gezählt.

FOLKERT FRELS / Text und Fotos

Traditionell begeht die Wandergruppe des Turnvereins Uelzen (TVU) alljährlich am Buß- und Bettag ihre „Grünkohl-Wanderung“. An diesem Tag, dem 18. November, wollte Ralf Masché die Leitung der Wandersparte an seinen Nachfolger Günter Göhsing übergeben. Doch in diesem Jahr 2020 ist vieles anders. Coronabedingt wurde im November der zweite „Lockdown“ ausgerufen – infolgedessen sind keine Wanderungen mehr möglich, alle Gaststätten haben geschlossen, die „Grünkohl-Wanderung“ fiel aus. Somit konnte auch der „Stabwechsel“ nicht wie geplant vor der versammelten Wander-Gemeinschaft vollzogen werden, sondern ging am Mittwoch der Vorwoche leise vonstatten. Per Email verabschiedete sich Ralf Masché nach acht Jahren Tätigkeit als Leiter der Gruppe von seinen rund 130 Mitgliedern. Wenig später stellte sich Günter Göhsing – ebenfalls mit einem elektronischen Brief – als neuer Spartenleiter vor. 

Günter Göhsing ist als neuer Spartenleiter für das Wandern im TVU Uelzen zuständig.

Schon mehr als 26.000 Kilometer gewandert

2012 übernahm der damals 70- jährige Ralf Masché die Sparte „Wandern“. „Acht Jahre habe ich nun die Abteilung geleitet“ - so schreibt Masché – „und es hat mir viel Spaß und Freude gemacht.“ Einer der Tage, an die er gerne zurückdenkt, ist der 9. Januar 2020. An diesem Tag feierte die Wandergruppe ihren 40. Geburtstag. Der „Heidewanderer“ berichtete über die Höhepunkte dieser Zeitspanne unter bisher insgesamt vier Abteilungsleitern. Gegründet wurde die Wandergruppe am 9. Januar 1980 von Erwin Wahl. Nach etwas mehr als sieben Jahren wurde der 5000. Kilometer überschritten. Wahl führte die Gruppe zehn Jahre, danach trat Arnold Hoppe die Nachfolge an. Im Oktober 1994 waren 10.000 Kilometer erwandert, am 1. April 1998 erfolgte die 1000. Wanderung. Ins letzte Jahr der zwölf Jahre (1999-2011) unter der Leitung des erst vor kurzem verstorbenen Werner Schulz fiel am 6. April 2011 die Überschreitung der 20.000-Kilometer-Marke. 2012 übernahm der damals 70- jährige, im Jahre 2008 zur Gruppe gekommene Ralf Masché den Posten des Abteilungsleiters „Wandern“. Einer der Höhepunkt unter Maschés Leitung war der am 10. Mai 2015 von der Wandersparte des TVU ausgerichtete Landeswandertag des Niedersächsischen Turnerbundes (NTB). Mehrere hundert Teilnehmer aus ganz Niedersachsen reisten dazu nach Uelzen. Es war ein beeindruckendes Ereignis. Das letzte Jahr der „Ära Masché“ überschattet das Corona-Virus. Derzeit ruht der Wanderbetrieb - wie schon in der Zeit des ersten Lockdowns. Zuvor hatte Ralf Masché vom 17. Juni bis zum zweiten Schluss aller sportlichen Veranstaltungen Anfang November für seine Gruppe die Chance genutzt, im Rahmen der bis zu 50 Teilnehmer erlaubten „Sportausübung im Freien unter Anleitung eines Trainers“ mittwochs gemeinsam zu wandern. Die Statistik weist (Stand 28.10.20) als vorläufigen Endpunkt 2235 Wanderungen mit einer Gesamtstrecke von 26.051 Kilometern auf. 

Rolf Masché leitete die Wandersparte von 2012 bis 2020.

Zeitgleich mit Masché wurde Rita Schenk 2012 zu dessen Stellvertreterin berufen. Sie unterstützt den Abteilungsleiter seitdem in allen wichtigen Dingen der Gruppe, organisiert und plant, kümmert sich um die Finanzen und ist auch als Wanderführerin aktiv. Unter dieser Doppel-Spitze wuchs die Abteilung auf zuletzt knapp über 130 Mitglieder, von denen allerdings nicht alle an jeder Mittwochs-Wanderung teilnehmen – die höchste Zahl lag einmal bei 87 Wanderern. Rita Schenk wird auch dem „Neuen“, dem vor ein paar Monaten 70 Jahre alt gewordenen Günter Göhsing, als Stellvertreterin zur Seite stehen.

Rita Schenk bleibt der Wandersparte als stellvertretende Leiterin erhalten.

Mehr Frauen als Männer

2005 zog der als leitender Beamter im Umweltschutzamt der Region Hannover tätige Günter Gösing nach Uelzen, ging 2012 in Altersteilzeit. 2014 trat er in die Wandergruppe des TVU ein und wurde wenig später Wanderführer. Er erinnert sich, dass die erste von ihmgeführte Tour zu den Königsgräbern von Haaßel ging. Der begeisterte Hobby-Ornithologe und große Naturfreund möchte die weiblichen Teilnehmer stärker in die Tour-Planungen einbinden, denn: „Dreiviertel unserer Gruppe sind Frauen, aber als Wanderführer sind sie unterrepräsentiert“. Es sei nicht nötig, „das Rad neu zu erfinden“, da die Grundlagen der Gruppe hervorragend seien. Er tritt mit dem Vorsatz an, darauf aufzubauen und dem Wandern in Stadt und Kreis weiterhin Geltung zu verschaffen. Göhsing betont, dass der offizielle Wechsel an der Spitze der Wander-Sparte in einem würdigen Rahmen nachgeholt  und die allwöchentlichen Mittwochs-Wanderungen wieder aufgenommen werden, sobald die Corona-Bedingungen dies ermöglichen. 

Freitag, 23. Oktober 2020

Kraftvoller Interpret seiner Zeit

 Thema beim nächsten Montagstreff am 2. November: Max Beckmann

FOLKERT FRELS

Max Beckmann ist „in“. Seit dem 25. September und noch bis zum 24. Januar 2021 zeigt die Hamburger Kunsthalle – sofern Corona keinen Strich durch die Rechnung macht – die Max-Beckmann-Ausstellung „weiblich – männlich“. Das Frankfurter Städel-Museum hat just Beckmanns „Selbstbildnis mit Sektglas“ erworben. Und beim nächsten Montagstreff des Kunstvereins Uelzen am 2. November, 19 Uhr, erzählt Claudia Krieghoff-Fraatz im Neuen Schauspielhaus aus Leben und Werk des Künstlers. Zudem berichtet sie über die Ausstellung in Hamburg. Das ganze unterstützt sie mit Bildmaterial.

Max Beckmann (1884–1950) zählt zu den großen Künstlern der Moderne. In zahlreichen seiner Bilder zeigt er die Widersprüchlichkeit im Rollenschema Frau / Mann. In seinem Werk finden sich immer wieder Grundkonstanten menschlichen Zusammenseins. Philipp Demandt, Leiter des Städel, versah das „Selbstbildnis mit Sektglas“ mit dem Prädikat „Ikone das 20. Jahrhunderts“ und wertete es als „Auftaktbild der Weimarer Republik“. 


Max Carl Friedrich Beckmann wurde am 12. Februar 1884 als jüngstes von drei Kindern in Leipzig geboren und verbrachte seine frühe Kindheit dort. Später, nach des Vaters Tod, zog die Familie  nach Braunschweig. 1900 setzte sich der 16jährige Max gegen den Willen der Familie durch – er wollte Künstler werden, wurde Schüler an der Großherzoglich–Sächsischen Kunstschule Weimar. Auf einem Fest an der Kunstschule traf er 1902 Minna Tube; sie war eine der ersten Frauen, die dort zum Studium zugelassen wurden. 1905 richtete sich Beckmann ein Atelier in Berlin-Schöneberg ein, wo er „Junge Männer am Meer“, sein erstes großformatiges Gemälde, malte. 1906 nahm er erstmals an Ausstellungen teil und heiratete im September Minna Tube, die ihm zuliebe die Malerei aufgab und stattdessen Gesangsstunden nahm. Bis zum Frühjahr 1907 lebte das Paar in Florenz. 1908 wurde Beckmann Ordentliches Mitglied der Berliner Secession, trug 1912 in der Zeitschrift „PAN“ eine Diskussion mit Franz Marc Über zeitgemäße Malerei aus. 1914 wurde er Mitbegründer und Vorstandsmitglied der Freien Secession in Berlin, die von Max Liebermann geleitet wurde. Im Ersten Weltkrieg diente Beckmann als Sanitätssoldat, erlitt 1915 einen physischen und psychischen Zusammenbruch und wurde 1917 offiziell aus dem Militärdienst entlassen. Dennoch entstanden in dieser Zeit zahlreiche Zeichnungen. In den Jahren 1918–1923 schuf Beckmann seine berühmten Mappenwerke. 1921 versuchte er sich als Autor – er schrieb die Dramen „Ebbi“ und „Das Hotel“, ein Jahr später folgte das Theaterstück „Der Damenfreund“ und die Lithografie-Mappe „Berliner Reise 1922“. Kurze Zeit später begann er eine Verbindung mit  Hildegard Melms, die aber endete, als Beckmann im Frühjahr 1924 die um 20 Jahre jüngere Mathilde von Kaulbach, genannt Quappi, kennenlernte. Obwohl noch mit Minna verheiratet, verlobte er sich zu Beginn des Jahres 1925 mit Mathilde. Nach der Scheidung von Minna heiratete Beckmann Mathilde im September 1925. Einen Monat später, im Oktober 1925, übernahm er die Leitung der Meisterklasse für freie Malerei an der Frankfurter Kunstschule (Städel Schule). 1928 erreichte sein Ruhm in Deutschland den höchsten Stand – neben anderen Ehrungen wurde er mit dem Reichsehrenpreis Deutscher Kunst ausgezeichnet. Doch nach nur ein paar Jahren hatte das Deutsche Reich nichts mehr mit Beckmann im Sinn: 1937 entsprachen 28 seiner Gemälde und mehr als 500 grafische Werke nicht mehr dem Geschmack der regierenden Nationalsozialisten. Beckmann und Frau gingen nach Amsterdam ins Exil.


Max Beckmann 1928. Foto: Hugo Erfurth

Nach dem Krieg hätte Beckmann Professuren an den Kunstschulen München, Darmstadt, Frankfurt und Berlin übernehmen können, doch er lehnte ab. Stattdessen siedelten die Beckmanns in die USA über – in Saint Louis (Missouri) nahm er seine Lehrtätigkeit auf, festigte seinen Ruf als derzeit bedeutendster deutscher Künstler in den USA. 1949 wurden seine Werke in 23 Ausstellungen in Amerika und Europa gezeigt. 1950 bezogen Max und Mathilde eine Atelierwohnung in New York. Jedoch sollte Beckmann dieses Jahr nicht mehr beenden – bei einem Spaziergang am Central Park erlitt er am 27. Dezember 1950 einen tödlichen Herzinfarkt.

Der Kunstverein und die Referentin würden sich über einen regen Besuch dieser Veranstaltung im Neuen Schauspielhaus freuen. Der Beginn ist um 19 Uhr und der Eintritt wie immer frei. Spenden für die Arbeit des Montagstreffs werden gern entgegengenommen. Aufgrund der begrenzten Anzahl an Plätzen bittet Claudia Krieghoff-Fraatz Interessierte an diesem Vortrag, sich für den Montagstreff im Vorfeld anzumelden unter Telefon 05826 958436 oder mit E-Mail an kunstverein-uelzen-ckf@t-online.de