Donnerstag, 11. Juli 2019

Rosige Zeiten für Insekten?

NABU: Nicht alle Blumensorten eignen sich für einen Naturgarten

ANDREA POHLEN / NABU Heide-Wendland
Schon seit Mai schmücken sich viele Gärten mit blühenden Rosen. Deshalb sollte man meinen, dass hier der Tisch für Insekten auch besonders reich gedeckt ist. Doch viele Gartenbesitzer bevorzugen, dem Modetrend vergangener Tage entsprechend, dicht gefüllte Rosen. Leider finden Bienen und andere Insekten keine oder nur wenig Nahrung in diesen Blüten, da die Staubgefäße in Blütenblätter umgezüchtet wurden und somit keine Pollen mehr vorhanden sind. Seit dem neu entdeckten Bewusstsein für die Natur wird jedoch wieder eine große Auswahl an sogenannten Bienenweiden-Rosen angeboten. Diese Rosen bieten den Insekten Nahrung in Form von Pollen. Wildrosen sowie viele historische Rosen und andere einfach blühenden Sorten, zu denen auch Ramblerrosen gehören, verwandeln Teile des Gartens in romantische Orte und schmücken ihn im Herbst mit dekorativen Hagebutten. Diese dienen im Winter den Gartenvögeln als Nahrung. Viele dieser Sorten sind außerdem extrem robust und pflegeleicht. Durch Nektar und viele Staubgefäße sind sie ein Magnet für Biene und Co.  Wer also auf langweilige, pflegebedürftige Rosenbeete mit gefüllten Blüten verzichtet und dafür beim Pflanzenkauf auf robuste und pflegeleichte, ungefüllte Sorten achtet spart viel Zeit und kann gut auf giftige Pflanzenschutzmittel verzichten und tut damit nicht nur den Insekten Gutes.

Eine Hummel zu Besuch auf einer insektenfreundlichen Rose. Foto: I. Schott-Ewert
Um mehr Menschen für die Bedürfnisse von Insekten zu sensibilisieren, ruft der NABU auch seit 2018 zu einer bundesweiten Insektenzählaktion auf. Vom 2. bis zum 11. August können unter dem Motto „Zählen was zählt“ bei der Citizen-Science-Aktion die Sechsbeiner erneut unter www.insektensommer.de online gemeldet werden. Beobachten und zählen kann man fast überall: Garten, Balkon, Park, Wiese, Wald, Feld, Teich, Bach oder Fluss. Das Beobachtungsgebiet soll nicht größer sein als etwa zehn Meter in jede Richtung vom eigenen Standpunkt aus. Gezählt wird eine Stunde lang.
Hilfe beim Bestimmen und Zählen bietet die neue App „Insektenwelt“, die der NABU mit Unterstützung von dm entwickelt hat. Die App hat eine fotografische Erkennungsfunktion, mit der die Tiere automatisch erkannt werden können. Außerdem bietet die App ausführliche Insektenporträts der 122 bekanntesten Arten, die in Deutschland vorkommen. Sie ist kostenfrei unter www.NABU.de/apps erhältlich. Die Daten der Zählaktion Insektensommer werden in Zusammenarbeit mit der Plattform www.naturgucker.de erfasst. Die Ergebnisse werden vom NABU ausgewertet und zeitnah veröffentlicht. Der Insektensommer findet dieses Jahr zum zweiten Mal statt. Im vergangenen Jahr beteiligten sich 18.000 Menschen mit über 7.300 Beobachtungen.

Montag, 1. Juli 2019

Labormobil kommt nach Gifhorn und Wittingen

Umweltschützer untersuchen am 10. Juli Brunnenwasser aus heimischen Gärten

Das Wasser aus dem eigenen Gartenbrunnen stellt auch dieses Jahr bei steigenden Temperaturen wieder eine gute Alternative zum kostbaren Leitungswasser dar. Kinder wollen planschen und das selbst angebaute Gemüse, sowie die Blumen müssen täglich bewässert werden. „Für diese Verwendung braucht das Brunnenwasser keine Trinkwasserqualität aufweisen. Allerdings raten wir dringend Gesundheitsgefahren auszuschließen.“ so Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende im VSR-Gewässerschutz e.V. "Leider verschmutzen Nitrate und Pestizide das Grundwasser unserer
landwirtschaftlich intensiv genutzten Region. Auch können durch verschiedene Einflüsse Krankheitserreger ins Wasser geraten. Viele Belastungen kann man nicht sehen oder riechen."
Ob das eigene Brunnenwasser für das Befüllen des Planschbeckens, zum Gießen, als Tränkwasser für Tiere oder sogar zum Trinken geeignet ist, kann man am Labormobil der gemeinnützigen Organisation VSR-Gewässerschutz erfahren. Es hält am Mittwoch, 10. Juli, von 9 bis 11 Uhr in Wittingen auf dem Marltplatz, und von 15 bis 17 Uhr in der Gifhorner Fußgängerzone (Steinweg) am Ceka-Brunnen.
Milan Toups, Mitarbeiter im Bundesfreiwilligendienst, und Projektleiter Diplom-Physiker Harald Gülzow, nehmen am Labormobil Wasserproben entgegen. Eine Grunduntersuchung auf den Nitrat-, Säure- und Salzgehalt wird gegen eine geringe Kostenbeteiligung von zwölf Euro durchgeführt. Diese Untersuchung nimmt Milan Toups bereits an Ort und Stelle vor, so dass die Bürger ihre Ergebnisse schon gegen Ende der Aktion abholen können. Gegen weitere Kostenbeteiligungen werden umfangreichere Untersuchungen auf Parameter wie Eisen, Phosphat oder Bakterien angeboten. Das Ergebnis dieser Analysen wird mit einer Bewertung per Post zugesandt.

Während Milan Toups im Labormobil Brunnenwasser untersucht, nimmt Diplom-Physiker Harald Gülzow draußen eine weitere Wasserprobe entgegen. Foto: VSR-Gewässerschutz e.V. 
Die Brunnenbesitzer werden mit ihren Messwerten nicht allein gelassen. Das Team vom VSR-Gewässerschutz berät anhand der Messergebnisse wofür das Brunnenwasser geeignet ist. Außerdem beantwortet Harald Gülzow, der Experte zum Thema Brunnenwasserqualität, immer Freitags zwischen 9 und 12 Uhr Fragen unter der Telefonnummer 02831 9763342. Damit die Ergebnisse auch aussagefähig sind, sollen zur Probenahme und Transport Mineralwasserflaschen genutzt werden. Besonders geeignet sind dabei bis zum Rand gefüllte 0,5 l Flaschen aus Kunststoff.
Das Team vom VSR-Gewässerschutz bietet am Mobil neben den allgemeinen Informationen zu Belastungen und deren Ursachen auch eine individuelle Beratung für den jeweiligen Brunnenbesitzer an, um mögliche Belastungen und deren Ursachen zu besprechen.
Die Umweltschützer möchten beim Thema Wasserqualität besonders die breite Öffentlichkeit einbeziehen. „Brunnennutzer haben das gleiche Ziel wie wir: Unbelastetes Grundwasser!“ so Susanne Bareiß-Gülzow. Die Brunnenbesitzer und der Verein tragen gemeinsam dazu bei, dass die Wasserqualität des Grundwassers verbessert wird – auch außerhalb von Wasserschutzgebieten. Dem VSR-Gewässerschutz ist es wichtig, dass die Menschen über Belastungen des Grundwassers informiert sind. Messergebnisse werden deshalb regelmäßig in Karten zusammengefasst, um Belastungsschwerpunkte deutlich erkennbar zu machen. So wurde auch eine Nitratkarte Niedersachsen 2018 erstellt, die aufder Homepage der Gewässerschützer eingesehen werden kann.
Seit 38 Jahren engagiert sich die Umweltschutzorganisation für den Schutz des Grund- und Oberflächenwassers vor Verunreinigungen. Der VSR-Gewässerschutz entstand als Zusammenschluss verschiedener Bürgerinitiativen im Rheineinzugssystem – damals noch unter dem Namen "Verein zum Schutze des Rheins und seiner Nebenflüsse".  Der VSR-Gewässerschutz analysiert nicht nur, sondern bewertet, klärt auf, benennt die Ursache und stellt Forderungen, um die Belastungen zu reduzieren.

Nitrate im Grundwasser
Nitrat ist ein Bestandteil von Dünger. Bringen Landwirte und Gartenbaubetriebe Gülle, Gärreste und Mineraldünger auf, besteht immer die Gefahr, dass Nitrat ins Grundwasser gelangt. Dadurch kommt es häufig zur Nitratbelastung von Brunnenwasser. Wasser mit höheren Nitratkonzentrationen
ist aus gesundheitlichen Gründen nicht zum Trinken geeignet. Auch die Verwendung zum Befüllen eines Planschbeckens oder Teichs wird eingeschränkt. Beim Gießen ist es wichtig, die Nitratkonzentration zu kennen. Eine Nitratanreicherung im Gemüse kann man verhindern, indem
Nährstoffe aus dem Gießwasser bei der Düngung angerechnet werden.

Eisen im Grundwasser – Hinweis auf guten Nitratabbau
Nitrat kann im Grundwasser aber auch abgebaut werden. Allerdings entsteht dabei gelöstes Eisen. So stellen viele Brunnenbesitzer in den vergangenen Jahren fest, dass ihr Brunnenwasser immer eisenhaltiger wird. Das ist ein Segen und ein Fluch zugleich: Ihr Wasser weist immer noch eine sehr geringe Nitratbelastung auf. Doch eine hohe Eisenkonzentration im Brunnenwasser kann das Wasser gelb/orange verfärben. Schön ist das nicht – besonders nicht in einem Planschbecken oder an weißen Hauswänden. Außerdem kann es beim Gießen zu Pflanzenschäden kommen. Durch die Ablagerungen kommt es zu verstopften Leitungen und Schäden an Geräten.

Mittwoch, 26. Juni 2019

Das Bauhaus im Jubiläumsjahr

Vortrag beim Montagstreff in Uelzen 

FOLKERT FRELS / Text und Fotos
Der Montagstreff des Kunstvereins Uelzen wird am 1. Juli von Claudia Krieghoff-Fraatz gestaltet. Thema dieses Abends im Theaterkeller des Theaters an der Ilmenau ist das „Bauhaus“, genauer: das Staatliche Bauhaus in Weimar. Daran kommt in diesem Jahr niemand vorbei, denn vor 100 Jahren wurde das Bauhaus gegründet, und so mag es vielleicht auch denen mittlerweile zu einem Begriff geworden sein, die zuvor nur eine Baumarktkette mit diesem Namen verbanden.

Die elipsenförmige, dynamisch aufschwingende Haupttreppe, in deren Auge die 'Eva' von Auguste Rodin (Bild unten) steht.
"Architekten, Bildhauer, Maler, wir alle müssen zum Handwerk zurück! Denn es gibt keine Kunst von Beruf. Es gibt keinen Wesensunterschied zwischen dem Künstler und dem Handwerker. Der Künstler ist eine Steigerung des Handwerkers." (Auszug aus dem Bauhaus-Manifest, Walter Gropius, Flugblatt 1918). Walter Gropius war es, der 1919 das Staatliche Bauhaus in Weimar gründete und damit erstmals ganz bewusst Kunst und Handwerk miteinander verknüpfte. Auch Henry van de Velde war mit an der Gründung des Bauhauses beteiligt, ging doch seine Kunstgewerbeschule darin auf. Das Bauhaus wollte etwas Neues schaffen, gilt als Wegbereiter der Moderne. Doch es entstand damals, vor nunmehr 100 Jahren, nicht aus dem Nichts, sondern beruhte auf der Arbeit, die Walter Gropius und Henry van de Velde schon Jahre zuvor leisteten.

Die 'Eva' von Auguste Rodin am Fuß der Treppe.
Das Bauhaus hatte - wie der Name schon vermuten lässt - großen Einfluss auf die moderne Architektur, fand Ausdruck aber überall im Alltag und praktischen Leben. Auch Möbel, Geschirr, Schmuck und überhaupt alles, was mit Design in Verbindung gebracht werden kann, wurde nun in diesem neuen Stil geschaffen. Stark beeinflusst wurde auch die bildende Kunst: Die "Bauhäusler" wollten das Kunsthandwerk von der vorherrschenden Industrie befreien und eine neue Formensprache entwickeln, für die das Kunsthandwerk Voraussetzung war. Alles menschlich Geschaffene sollte miteinander verbunden sein und ein Gesamtkunstwerk darstellen. Die Ideen des Bauhauses wirkten weit über die Schule, ihre Orte und ihre Zeit hinaus. Ein wichtiger Teil war die Architektur. Die Meisterhäuser in Dessau sind noch heute ein Anziehungspunkt. Auch im Ausland fand diese Architektur Anklang. Besonders oft wurde dieser Baustil in Tel Aviv und in Kalifornien aufgegriffen. Noch heute beeindruckt der Bauhausstil in Architektur und besonders im Design durch seine Zeitlosigkeit. Die Produkte sollten massentauglich und für seine Nutzer - bei aller Beachtung des Designs - vor allem praktisch und funktional sein. Derzeit ist „Bauhaus“ ist gerade „in“- vieles lässt sich unter diesem Namen verkaufen. Der Stil dieser Epoche wird vielfältig reproduziert und leider oft auch missbraucht.

Typisch Bauhaus: die klare Formensprache.
Nach dem Historismus und dem Jugendstil war der Bauhausstil etwas Neues und Gewagtes, aber auch selbst sehr befreiend. Die Ideen der Bauhäusler betrafen nicht nur Kunst und Handwerk, sondern auch Politik, das Studium an sich und das Geschlechterverhältnis, wenn auch manchmal nur auf dem Papier. Viele heute hoch geachtete und hoch bezahlte Künstler fanden sich am Bauhaus ein: Lyonel Feininger, Paul Klee, Wassily Kandinsky, Johannes Itten und weitere.

Revolutionärer Bauhaus-Stil auch bei der Beleuchtung.
Die Akzeptanz des Staatlichen Bauhauses in Weimar war jedoch nicht sehr groß. Nach nur sechs Jahren zog die Schule 1925 nach Dessau um, firmierte dort als „Hochschule für Gestaltung“.  1932 erfolgte der Wechsel nach Berlin. Die Nationalsozialisten standen den Ideen des Bauhauses skeptisch gegenüber und schlossen die Schule 1933. Es war nur eine kurze Zeit des Bestehens, die jedoch sehr bedeutsam war, weil das Bauhaus als eine mit Leben gefüllte Ideenschule auf vielen Gebieten experimentierte. So war es vielfach bahnbrechend in der freien und angewandten Kunst, der Gestaltung und Architektur. Sogar die Pädagogik wurde vom Geist des Bauhauses beeinflusst. Über diese einzelnen Aspekte berichtet Claudia Krieghoff-Fraatz in ihrem Vortrag, informiert über die einzelnen Phasen und Orte des Bauhauses, stellt Personen und ihre Werke vor.
Der Kunstverein und die Referentin würden sich über einen regen Besuch dieser Veranstaltung freuen. Der Beginn ist um 19 Uhr und der Eintritt wie immer frei. Spenden für die Arbeit des Montagstreffs werden gern entgegengenommen.

Samstag, 22. Juni 2019

Gemeinsam Gutes tun

Aktion "Mensch Meyer" - Heidebäckerei Meyer fördert mit Unterstützung der Kunden regionale Hilfsprojekte

Eine Summe von insgesamt 2000 Euro kam bei der jüngsten Spendenaktion der Heidebäckerei Meyer zusammen. Sie soll dazu beitragen, der fünfjährigen Eva Bornemann-Göhre und ihrer Schwester eine Delphintherapie zu ermöglichen. Im Rahmen der Aktion „Mensch Meyer – Da wollen wir helfen!“ fördert der in Wahrenholz ansässige Calluna-Partner immer wieder Hilfsprojekte in der Region.

Einen Scheck über 2000 Euro, die ihr eine Delphintherapie ermöglichen sollen, nahmen Eva Bornemann-Göhre und ihre Mutter von Bäckermeister Herbst Meyer in Wahrenholz entgegen.
„Mit dem Kauf eines Aktionsbrotes unterstützen unsere Kunden die jeweilige Spendenaktion mit 25 Cent“, erklärt Bäckermeister Herbert Meyer. „Den Gesamtbetrag verdoppeln wir dann am Schluss immer.“ So auch bei der Spendenaktion für die kleine Eva, die an einem unheilbaren Gendefekt leidet. Ihre Atmung muss ständig überwacht werden, in bestimmten Situationen ist eine künstliche Beatmung notwendig – etwa, wenn Eva schläft oder Schmerzen sowie Belastungen ausgesetzt ist. Eine große körperliche und psychische Belastung für das Kind und die ganze Familie. Eine Delphintherapie für Eva sowie ihre Schwester soll den Umgang mit ihrer Krankheit erleichtern. Doch diese Therapieform ist sehr teuer, denn neben den vier Familienmitgliedern muss auch eine Krankenschwester für die intensiv-medizinische Betreuung dabei sein. „Wir freuen uns sehr, wenn wir – gemeinsam mit unseren Kunden – einen Beitrag dazu leisten konnten, dass Eva ihrem Traum ein Stück näher gekommen ist“, so Herbert Meyer.
Schon seit 2017 unterstützt die Heidebäckerei Meyer mit ihrer Aktion „Mensch Meyer“ verschiedene Hilfsprojekte. So zum Beispiel den Profiboxer Eduard Gutknecht aus Westerbeck, der nach einer schweren Verletzung zum Pflegefall wurde, oder den kleinen Emil aus Meine mit Spenden für die DKMS. Die Organisation vermittelt Stammzellspenden an Patienten, die an Blutkrebs erkrankt sind. „Es ist ein gutes Gefühl, Menschen zu unterstützen, die aufgrund von Krankheit oder anderen Schicksalsschlägen Hilfe benötigen“, betont der Bäckermeister. Die nächste Aktion der Heidebäckerei steht bereits: Im September werden alle Spenden dem Verein „Wolfsburger Elfen helfen“ zugutekommen. Er besteht aus einem Team von Kreativen und Nähbegeisterten, die unter anderem Kleidung für "Sternenkinder" und "Frühchen" und anfertigen. Die Spende soll für dringend benötigte Stoffe verwendet werden. Wer Interesse hat, kann sich die Produkte der „Elfen“ im Shop ansehen.  Oder den Verein auch bei der Arbeit unterstützen. Herbert Meyer freut sich auf jeden Fall schon darauf, am Ende der Aktion wieder einen Scheck überreichen zu dürfen und und bedankt sich bei allen Kunden, die zum Erfolg der Spendenaktionen beitragen.

Freitag, 21. Juni 2019

Aus dem Weserbergland zurück in die Heide

Volker Reinecke leitet jetzt die Revierförsterei Breitenhees 
 Im Forstamt Unterlüß hat Volker Reinecke (58) die Leitung der Revierförsterei Breitenhees übernommen. Er löst damit seinen pensionierten Vorgänger Frank Witte ab. Reinecke hat zuvor 20 Jahre lang die Revierförsterei Aerzen im Weserbergland geleitet. Der ursprünglich aus dem Landkreis Gifhorn stammende Förster hatte den Wunsch, einmal eine heimatnahe Försterei in Heide zu leiten.

Volker Reinecke ist neuer Förster im Revier Breitenhees. Foto: Niedersächsische Landesforsten
Nach seiner erfolgreichen Bewerbung auf die Stelle war ihm die Revierleitung bereits zum 1. Mai übertragen worden. Er wurde aber sofort zurück in seine vorherige Försterei beordert, damit er seinen Nachfolger einarbeiten kann. Volker Reinecke erklärt: „Die derzeitige schwierige waldbauliche Situation im Hinblick auf die Borkenkäferbekämpfung in Südniedersachsen machte diesen Schritt nötig. Jetzt freue ich mich darauf, dass ich voraussichtlich ab den 1. Juli die Amtsgeschäfte in meiner neuen Försterei gänzlich übernehmen kann und auf die künftige Zusammenarbeit im neuen Forstamtsteam“. Breitenhees ist eine von acht Revierförstereien der Niedersächsischen Landesforsten im Forstamt Unterlüß. Das Forstamt bewirtschaftet 18.500 Hektar Landeswald in der Süd- und Ostheide in den Landkreisen Celle, Gifhorn und Uelzen. Eine der Hauptaufgaben für den neuen Förster ist die Umwandlung der großen Kiefernbestände in standortgerechte Mischwälder, die dem Klimawandel trotzen. Der Waldumbau auf den zum Großteil armen Standorten mit den Mitteln des naturgemäßen Waldbaus ist heute weit vorangeschritten. Reinecke ergänzt: „Jedes Jahr muss ich in Breitenhees mindestens 20 Hektar Kulturen anlegen, das bedeutet je nach Baumart müssen wir hier jährlich 80.000 bis 150.000 junge Bäume pflanzen. Das Konzept der langfristigen ökologischen Waldentwicklung, kurz LÖWE,  gilt es konsequent fortzuführen. Neben den waldbaulichen Herausforderungen und dem Naturschutz liegt mir, als Führer zweier Jagdhunde, auch die ökosystemverträgliche Wildbewirtschaftung am Herzen “. Nach einigen Umzügen vom Saarland über die Oberpfalz, den Harz und das Weser Bergland wird Volker Reinecke bald in die Waldsiedlung Siedenholz nahe Unterlüß ziehen.

Das neue Heft ist da!

Heute beginnt offiziell die Verteilung des neuen Calluna-Heftes (Sommer 2019). Bis alle Auslagestellen in der Südheide beliefert sind, kann es ein paar Tage dauern. Wir bitten um etwas Geduld. Abonnentinnen und Abonnenten erhalten das neue Heft per Post klimaneutral ins Haus geliefert, können aber schon jetzt im CallunaPlus-Bereich darin blättern und lesen. Viel Vergnügen!
TIPP Wenn Sie Calluna abonnieren möchten, schicken Sie uns einfach eine E-Mail mit Ihrem vollständigen Versandadresse an abo(at)calluna-magazin.de. Das Abo kostet 10 Euro pro Jahr (4 Hefte). Die Mindestbezugsdauer beträgt ein Jahr. Danach können Sie das Abo jederzeit formlos zum Quartalsende kündigen. Sie haben schon ein Abo? Gut, aber vielleicht möchten Sie noch eins oder mehrere verschenken – als kleine Aufmerksamkeit zum Geburtstag oder einfach nur als Dankeschön.

Samstag, 1. Juni 2019

Kräutervielfalt genießen

"Hoheitlicher Kräutermarkt" in Gifhorn 

Im Innenhof  des Gifhorner Schlosses richtet der Landkreis Gifhorn am Sonntag, 16. Juni von  11 bis 17 Uhr  in Zusammenarbeit mit dem Kreisverband der Landfrauen sowie vielen weiteren  Ausstellern seinen dritten "Hoheitlichen Kräutermarkt" aus. Die offizielle Eröffnung erfolgt um 11:30 Uhr in Form eines Fassanstichs. Landrat Dr. Andreas Ebel, Kreislandfrauen-Vorsitzende Ilsemarie Dralle und Gleichstellungsbeauftragte Christine Gehrmann werden das frisch gebraute Kräuterbier "vorkosten".
Wie in den vergangenen Jahren füllen den Schlosshof Marktbuden und Stände mit einem reichhaltigen und vielfältigem Sortiment aus Küchenkräutern, essbaren Pflanzen sowie  Obstgehölzen und Gemüsepflanzen,  Kräuterschildern, Gewürzmischungen, Kräuterkissen, Tee, Naturkosmetik, Honig,  Öl und Essig, Kräuterbratwürsten und eingelegten Köstlichkeiten.  Auch Besonderheiten wie alte Gemüsesorten sind im Angebot. Neu im Angebot sind selbst gezogene Duftpelargornien.
Daneben locken Bowle,  Kräuterbratwurst und Bauernhofeis zum Probieren. Als Besonderheit wird "Claras Kräuterbräu" angeboten, das eigens für den parallel zu gehenden Rundweg auf den Spuren von Herzogin Clara von Gifhorn gebraut wird. Auch Kräuterschnaps der Landfrauen kann probiert werden, und am Stand von Landfrau Petra Lührs gibt es frisch zubereitete Kräuter-Kartoffelchips.  Darüber hinaus wollen die Landfrauen mit „Claras Wildkräutermischung“ zur Verbesserung des Nahrungsangebotes für Bienen beitragen.
Für Musik sorgt beim Kräutermarkt das Duo Baban, und mit der Tanzgruppe Amici Saltandi wird der  Nachmittag mit Tänzen der Renaissance bereichert. Ebenfalls am Nachmittag referiert Dr. Jürgen Weritz im Garten des Kavalierhauses über „Kräuter im Hausgarten“. Der Garten ist von 11 bis 17 Uhr geöffnet.
Zusätzlich wird Kultur- und Landschaftsführerin Birgit Meinicke interessierte Gäste rund um das Schloss auf die Spuren der Herzogin Clara führen. Kinder können derweil bei einer Mitmachaktion ausprobieren, wie mit Färberpflanzen Wolle gefärbt wird.