Mittwoch, 29. Juni 2022

1900 junge Rotbauchunken in die Freiheit entlassen

Projekt zur Wiederansiedlung der gefährdeten Amphibien

Der NABU hat im Naturschutzgebiet Barnbruchswiesen und Ilkerbruch zwischen Calberlah und Fallersleben sowie im nördlichen Drömling insgesamt 1900 junge Rotbauchunken freigelassen. Die Auswilderungsaktion erfolgte im Rahmen des Projekts LIFE Auenamphibien.

Nach den Erfahrungen früherer Projekte sei eine so hohe Zahl für eine erfolgreiche Ansiedlung erforderlich, teilte Projektleiter Dr. Markus Richter mit. Mit einer selbständigen Reproduktion der Rotbauchunken in den genannten Gebieten sei in zwei bis drei Jahren zu rechnen. 

Eine der 1900 jungen Rotbauchunken, die ausgesetzt wurden,  damit sich in den Feuchtgebieten wieder eine stabile Population bilden kann. Foto: NABU / Gina Briehl

Die Rotbauchunke kam früher unter anderem entlang der Aller bis weit in das mittlere Niedersachsen vor. Letzte sichere Nachweise stammen aus der Nähe von Celle aus den 1960er Jahren. Durch den Verlust geeigneter Fortpflanzungsgewässer, insbesondere im Rahmen der Regulierung der Flüsse, ging ihr Verbreitungsgebiet stark zurück. Bis vor kurzem kam sie in Niedersachsen nur noch entlang der Elbe vor. Ein wichtiges Ziel des Projektes LIFE Auenamphibien ist es, die Rotbauchunke wieder im westlichen Niedersachsen heimisch zu machen.

Für den Bereich der Aller wurde das Naturschutzgebiet Barnbruchswiesen und Ilkerbruch als Ansiedlungsort ausgewählt, da hier die besten Voraussetzungen für eine Wiederansiedlung gegeben sind. Dazu wurden hier bislang 13 neue Laichgewässer angelegt, mindestens zwölf weitere sollen folgen. Damit stehen der Art dann ausreichend Gewässer zur Verfügung, um eine größere Population aufzubauen, die auch extreme Wetterereignisse überstehen kann. Die Stadt Wolfsburg unterstützt das Projekt finanziell und stellt auch Flächen für die Gewässerneuanlagen zur Verfügung. Mitbetreut wird das Ansiedlungsprojekt hier durch die ÖNSA (Ökologische NABU-Station Aller/Oker).

Aus dem Drömling gab es noch bis in die 2000er Jahre vereinzelte Hinweise auf das Vorkommen der Rotbauchunke, intensive Nachsuche in den letzten Jahren ergab jedoch keine Bestätigung. Auch hier wurden im Vorfeld der Freilassung zahlreiche Gewässer neu angelegt. Der Landkreis Gifhorn unterstützt hier das Projekt u.a. durch Bereitstellung der Maßnahmenflächen. 

Die freigelassenen jungen Unken wurden in der Aufzuchtstation des Projektpartners Amphi International in Neu Darchau aufgezogen. Dazu wurde Laich an verschiedenen Stellen der Elbtalaue gesammelt. „Die Sammlung und Freilassung erfolgt auf der Grundlage einer genetischen Untersuchung aller Unkenvorkommen an der Elbe. So ist sichergestellt, dass die am besten angepassten Unken freigelassen werden“, erläutert Ute Thiergärtner von Amphi International. Zehn Prozent der aufgezogenen Unken wurden an die Entnahmegewässer zurückgesetzt, um die dortigen Bestände nicht zu schwächen.

Projekthintergrund

LIFE Auenamphibien ist ein 2016 gestartetes Gemeinschaftsprojekt des NABU Niedersachsen, der Biosphärenreservatsverwaltung Niedersächsische Elbtalaue und Amphi International APS. Ziel des Projektes ist die Stärkung der Vorkommen der Amphibienarten Rotbauchunke, Laubfrosch und Kammmolch in elf Projektgebieten in Niedersachsen. Das Projekt wird zu 60 Prozent von der Europäischen Union aus dem Programm LIFE Nature finanziert. Weitere Mittel steuern das Land Niedersachsen, die Stadt Wolfsburg und weitere Städte und Landkreise, die Bingo-Umweltstiftung und die Volkswagen AG bei. Insgesamt stehen rund 3,4 Millionen Euro für das Projekt zur Verfügung. Wichtigste Maßnahme ist die Neuanlage und Sanierung von über 300 Laichgewässern, hinzu kommen u.a. die Etablierung von Beweidung zur Pflege der Gewässer, die Zucht und Ansiedlung von Rotbauchunken sowie umfangreiche Informationsarbeit.

Dienstag, 28. Juni 2022

Bienenfest im Handwerksmuseum

Die Biene, ihre Bestäubungsleistung und die Honigerzeugung stehen im Mittelpunkt des Festwochenendes am 2. und 3. Juli, zu dem der Museumsverein Suhlendorf ins Handwerksmuseum einlädt.  “Bienen helfen, Honig genießen, Klima schützen” ist das Motto des diesjährigen Tags der Deutschen Imkerei, aus dessen Anlass das Bienenfest stattfindet. 

Am Bienenzaun besteht die Gelegenheit zu faszinierenden Einblicken in das Leben der Honigbiene. Museumsimker Tiedecke Heilmann beantwortet Fragen der Besucherinnen und Besucher. Ingolf Pallas aus Westerweyhe (Abfüllbetrieb und Imkereibedarf) bietet Imkereiprodukte an. Außerdem sind an diesem Wochenende zahlreiche Handwerker in ihren Werkstätten auf dem Museumsgelände anzutreffen.


Museumsimker Tiedecke Heilmann mit einem Lüneburger Stülper, dem traditionellen Bienenkorb der Lüneburger Heide.
Foto: Inka Lykka Korth

An beiden Tagen sind Backhaus und Kaffeegarten von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Grillspezialitäten, Salate und vielerlei Getränke werden angeboten.

Für Musik sorgt das  Drehorgelorchester Hitzacker, und am Sonnabend von 18 Uhr an spielt das Duo Die Zwei. Jörg Bergmann und Nick Wernick sind zwei Vollblutmusiker, die es verstehen, mit ihrem Live-Gesang, sowie den Instrumenten Keyboard, Gitarre und Mundharmonika, das Beste der Rock- und Popmusik aus Vergangenheit und Gegenwart mit einem unverwechselbaren und modernen Sound darzubieten. Der Eintritt zu dem abendlichen Konzert ist frei. Spenden für die Museumsarbeit, die ehrenamtlich geleistet wird, sind willkommen. 

Ein weiteres Konzert findet am Sonntagnachmittag statt. Dann spielt die Big Band der Drawehn-Schule Clenze unter der Leitung von Matthias Helgert.

Mittwoch, 22. Juni 2022

Lanz, Deutz und Hanomag: Im Museumsdorf Hösseringen tuckern wieder die Trecker

 Schlepperveteranentreffen am 3. Juli

Solche Schmuckstücke sind beim Schlepperveteranentreffen in Betrieb zu erleben. 
Foto: Museumsdorf Hösseringen

Bereits zum 13. Mal findet am Sonntag, 3. Juli, von 10:30 Uhr bis 17:30 Uhr ein großes Schlepper-Veteranentreffen im Museumsdorf Hösseringen statt. Überall auf dem weiträumigen Museumsgelände sind historische Fahrzeuge, Maschinen und Motoren ausgestellt, und viele von ihnen sind in Betrieb zu erleben. Aber nicht nur Trecker- und Motorenfans kommen auf ihre Kosten, denn mit der Vielfalt der präsentierten Ackerschlepper, Zugmaschinen und stationären Antriebsmaschinen aus der Zeit bis um 1970 wird auch die Geschichte der Mechanisierung und Motorisierung der Landwirtschaft lebendig. Michael Bruse stellt die Traktoren vor und berichtet über deren Bedeutung in der Entwicklung der Landtechnik. An die Zeit vor der Motorisierung erinnert der mit Pferdekraft bewegte Göpel, der eine Häckselmaschine antreibt.

Dienstag, 21. Juni 2022

Der Sommer ist da und mit ihm das neue Calluna-Heft

Zum Sommeranfang am 21. Juni ist – wie stets zum Beginn einer neuen Jahreszeit – das neue Calluna-Heft erschienen. Auch das Sommerheft lädt wieder ein zu interessanten und genussvollen Streifzügen in der Südheide. Diese führen wieder einmal durch Wald und Wiesen und in die blühende Heidelandschaft. Dabei haben wir, wie stets, die Tier- und Pflanzenwelt im Blick und freuen uns über die kleine Welt am Wegesrand, die viel Faszinierendes zu bieten hat. 


An einem heißen Hochsommertag erkunden wir auf den  Blauen Waldpfad der Niedersächsischen Landesforsten in Lintzel. In so einem schönen Mischwald lässt es sich auch bei größter Hitze noch aushalten. Die Runde auf dem Blauen Waldpfad verbinden wir mit einer Wanderung durch die blühende Heide und können so den Wandel der Kulturlandschaft, der sich Ende des 19.Jahrhunderts vor allem hier in der Südheide im großen Stil vollzog und der auch auf dem Blauen Waldpfad thematisiert wird, noch anschaulicher nachvollziehen.  

Außerdem blicken wir in diesem Sommerheft nicht nur über Gartenzäune, sondern gehen auch in die Gärten hinein und sprechen mit den Menschen, die sie gestaltet haben. Das Spannende daran ist, dass es sich bei den beiden Gartengestaltern in diesem Heft um zwei ganz unterschiedliche Charaktere handelt. Der eine ist Unternehmer, kommt aus dem Maschinenbau und hat im Rentenalter noch einmal einen kompletten Neuanfang gewagt, einen landwirtschaftlichen Gartenbaubetrieb gegründet und auf der grünen Wiese in kürzester Zeit einen Garten mit den Ausmaßen einer Landesgartenausstellung angelegt, um dort giftfreies, gesundes Obst und naturreinen Bienenhonig zu produzieren. Als Macher ist er es gewohnt, nicht zu kleckern, sondern zu klotzen.

Der andere Gartengestalter ist ebenfalls selbstständiger Unternehmer, aber ihn würde ich als den Philosophen unter den Gärtnern beschreiben. Wahrscheinlich macht sich kaum einer  seiner Berufskollegen so viele Gedanken über seine Arbeit wie dieser kluge und sympathische Gärtnermeister. Sein Credo: Wenn um uns herum die Landschaft immer weiter zerstört wird, sollten wir uns wenigstens in unseren Gärten mit der Natur versöhnen und mit ihnen ein Netzwerk aus vielen kleinen Inseln schaffen, um die bedrohte heimische Artenvielfalt zu bewahren.      

Wer in seinem naturnah gestalteten Garten auch noch einen Teich angelegt hat, lockt besonders viele Tiere an. Am reizvollsten finde ich die Großlibellen. Unser Naturfotograf verrät, wie ihm im Sommer am Gartenteich seiner Eltern in Alt-Isenhagen mit viel Geduld faszinierende Fotos der prächtigen Insekten und anderer Tiere gelingen. 

Außerdem in diesem Heft: Heiteres und Besinnliches in plattdeutscher Sprache, Ausflugs- und Veranstaltungstipps, Haus- und Museumsgeschichten und, als Heft im Heft, Heidja – das regionale Magazin für Gesundheit und gutes Leben.

Abonnentinnen und Abonnenten erhalten das neue Heft per Post ins Haus geliefert. Wenn Sie noch keine Abonnentin oder kein Abonnent sind, können Sie das Heft hier bestellen www.calluna.media.

Dienstag, 14. Juni 2022

Mit allen Sinnen ... die Mitte finden

Im Rahmen einer Themenführung unter dem Motto "Mit allen Sinnen ... die Mitte finden" kann am Sonnabend, 18. Juni, von 17 Uhr an das Labyrinth im Innenhof des Klosters Wienhausen begangen werden, das sonst für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist. 

Der Innenhof des Klosters mit dem Labyrinth. Foto: Kloster Wienhausen

INFO Die Führung dauert 75 Minuten. Preis: € 15,- für Erwachsene, € 8,- für Schülerinnen und Schüler. Anmeldung unter Telefon 05149 18660 oder mit einer E-Mail an info@kloster-wienhausen.de.

Freitag, 3. Juni 2022

Green Children rocken Böddenstedt

Am Pfingstsonntag, 5. Juni, wird die neue Band Green Children als besondere Aktion bei der Böddenstedter Abendmusik  von 19 Uhr an vor dem alten Feuerwehrgerätehaus auftreten. Sie sind eine Cover Band von Green Day und spielen erst seit März 2022 zusammen. Es ist ihr dritter Auftritt. Alle kennen sich von der KGS Bad Bevensen.

Die Green Children spielen am Pfingstsonntag in Böddenstedt bei Suderburg. Foto: Veranstalter

In der Band spielen: 

• Gitarre und Gesang: Simon Charly de Beaulieu (Student)


• Schlagzeug: Seppel Wingerath  (FSJ, freiwilliges soziales Jahr)


• Gitarre: David Venturini (Schüler, macht gerade Abitur)


• Bass: Christian Drögemüller  (Schüler)

Nach wir vor laden die Mitglieder des Böddenstedter Posaunenchores jeden Sonntag zur Abendmusik ein, eine Tradition, die in der Zeit der Corona-Pandemie begonnen worden ist. Die öffentlichen Abendmusiken haben viele Liebhaber gefunden und längst sind es nicht mehr nur die Böddenstedter, die sich regelmäßig zum Zuhören einfinden, sondern Gäste aus dem gesamten Landkreis. Auch am Pfingstsonntag wird wieder gemeinsam musiziert.

Freitag, 20. Mai 2022

Neue Schilder für den Waldgeschichtspfad

 Im Schooten bei Hösseringen 

Der Waldgeschichtspfad Schooten ist wieder gut ausgeschildert. Dank des Einsatzes von Manfred Techmann aus Hösseringen konnten die orangenen Pfeile, die dem Wanderer im Schootenwald den Weg weisen, zum großen Teil erneuert werden. Das Anbringen vor Ort übernahm der Bauhof der Gemeinde Suderburg. „Wir hatten durch die Frühjahrsstürme etliche Schäden an diesem schönen Wanderweg. Nun freuen wir uns und sind dankbar, dass die Strecke weitgehend in Ordnung gebracht worden ist“, so die Vorsitzende des Tourismusvereins Suderburger Land, Christine Kohnke-Löbert. 

Nach der Instandsetzung ist der Waldgeschichtspfad wieder gut begehbar. Foto: Tourismusverein Suderburger Land

Der Waldgeschichtspfad Schooten bietet auf rund drei Kilometern einen Spaziergang durch die Waldgeschichte. Anhand von zehn Stationen lädt der familienfreundliche Rundweg ein, Flora und Fauna des uralten Mischwaldes kennen zu lernen. Der Schooten ist nämlich schon seit etwa 10.000 Jahren, bewaldet. Damals hatten sich nach dem Ende der letzten Eiszeit nach und nach große Waldflächen in Norddeutschland ausgebreitet, die dann wieder ausgedünnt wurden, nicht zuletzt durch die Nutzung der Flächen durch den Menschen. Auch während der Zeit der Heidebauernwirtschaft und der Ausbreitung der großen Heideflächen blieb der Schootenwald als herzogliches Jagdgebiet bewaldet. Dieser und viele weitere Aspekte werden auf den Waldgeschichtspfad thematisiert. Die Wiederaufforstung der Lüneburger Heide seit dem Ende des 19. Jahrhunderts ist ebenso dargestellt wie heutige Umweltprobleme. Der Wanderer erfährt außerdem, was es mit dem Schootenwall, einer alten Grenzlinie, auf sich hat und findet heraus, dass dort, wo früher Fuhrwerke die Celler Heerstraße entlang rumpelten, heute gar keine Straße mehr verläuft. Auf dem Weg wird man hier und dort ins Schmunzeln geraten, denn die lustigen Cartoons von Wolf-Rüdiger Marunde mit dem Wildschwein „Sudl“ lassen auch dem ernsthaftesten Thema eine lustige Seite abgewinnen. Der Waldgeschichtspfad beginnt und endet am Parkplatz des Museumsdorfes Hösseringen