Dienstag, 2. Oktober 2018

Neues Kiesbett für den Emmer Bach

Der Emmer Bach im Naturschutzgebiet „Ise mit seinen Nebenbächen“ im nördlichen Landkreis Gifhorn hat auf einer Länge von 700 Metern ein neues Kiesbett erhalten. Ziel des Projektes ist die ökologische Aufwertung des Gewässers gemäß der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie. In enger Zusammenarbeit zwischen dem Forstamt Unterlüß, dem Unterhaltungsverband Ise, dem Aller-Ohre-Verband und dem NLWKN sowie in enger Abstimmung mit der Unteren Naturschutz- und Wasserbehörde des Landkreises Gifhorn wurde das Projekt geplant, genehmigt und umgesetzt.

Mit einem Dumper wird Kies in den Emmer Bach eingebracht. Foto: Niedersächsische Landesforsten
„Alle Beteiligten haben hier toll zusammengearbeitet und an einem Strang gezogen“, sagt Christoph Rothfuchs, Förster und Waldökologe im Forstamt Unterlüß. In nur acht Arbeitstagen wurden 640 Tonnen Kies im Bachbett eingebaut. Eine logistische Herausforderung war es, den schweren Kies über die sonst eigentlich feuchten Böden zum Bach zu bringen.
„Der extrem trockene Sommer hatte in diesem Fall auch etwas Gutes, wir konnten auf das Anlegen einer Baustraße verzichten, ohne Bodenschäden zu verursachen“ so Ronald Möws, Gewässerkoordinator des Aller-Ohre-Verbandes. Das neue Kiesbett dient als Laichsubstrat für die heimische Fischfauna wie Mühlkoppe oder Bachforelle. Von diesen Fischen ernährt sich wiederum der heimliche Schwarzstorch. Gleichzeitig wird Lebensraum am Gewässergrund für tierische Kleinstlebewesen wie beispielsweise Kleinkrebse, Libellen- oder Köcherfliegenlarven  geschaffen.
„Der Aller-Ohre-Verband hat großes Interesse, über solche Projekte die Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie in unseren Bächen voranzutreiben“, ergänzt Silke Westphalen, Geschäftsführerin des Aller-Ohre-Verbandes.
Die Finanzierung des gemeinsamen Naturschutzprojektes wurde zu 90 Prozent mit Fördermitteln der Landes und der europäischen Union aus der Fließgewässerentwicklung sichergestellt. Das Forstamt Unterlüß hat die Ko-Finanzierung der restlichen zehn Prozent übernommen.
 Bereits 2014 waren in einem ersten Projekt 500 Tonnen Kies auf 400 Meter in die Bachsohle eingebracht worden.

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