Montag, 27. Mai 2019

Georg Münchbach und Wittenwater

Vortrag beim Montagstreff über einen bedeutenden Künstler der Region

Der Künstler Georg Münch-
bach im Jahr 2015. Privatfoto
Vor einem Jahr starb Georg Münchbach in Wittenwater bei Ebstorf. Vielen Einheimischen, ob kunstinteressiert oder nicht, wird er in Erinnerung bleiben und sein künstlerisches Werk auch über die Landesgrenzen hinaus weiterhin ein Begriff sein.
1933 in Freiburg geboren, begann er in Düsseldorf ein Studium der Kunst und der Philosophie. Seit den 50er Jahren in Ebstorf, ließ sich Georg Münchbach 1970 mit seiner Familie in Wittenwater nieder und baute dort sein Atelier für Stahl- und Holzplastik, Fotografie und Malerei auf und gründete den Lisann-Verlag.
Neben dem künstlerischen Schaffen war ihm immer die Philosophie wichtig und Bezugspunkt seiner Arbeit. Archäologie und Altertumsforschung waren die Grundlage, die Geschichte des Denkens und der Weltwahrnehmung philosophisch zu durchdringen. „Wenn ich meine Zeit mit ihrem Denken wirklich verstehen will, muss ich eine Zeit finden und ergründen, die wirklich grundlegend anders war als unsere heutige Zeit“, war sein Credo. Daher war die Bronzezeit (um 1500 v. Chr.) für ihn von wesentlichem Interesse, ebenso wie die Zeit des mythischen Denkens in Griechenland. „Ich bin kein Künstler, sondern Graphiker und Bildhauer“, sagte Georg Münchbach von sich selbst. „Philosoph mit künstlerischen Mitteln“ könnte man rückblickend sagen. Er war Gründungsmitglied der Ortsgruppe Uelzen des BBK, auch an der Gründung des Kunstvereins Uelzen war er beteiligt. 2015 widmete der Kunstverein Münchbach eine Ausstellung mit Bildern und Skulpturen im Uelzener Rathaus. Es war seine letzte.
Ein Thema seiner Werke war der Raum und die darin befindliche Energie. Obwohl er auch der Physik sehr zugetan war, ging es Georg Münchbach aber mehr um das Unsichtbare, nicht Messbare, aber mental Erfahrbare. Scheinen seine Bilder auch oft abstrakt, so ist die Landschaft doch der Inhalt: „Ich brauche die Landschaft, alles, was ich mache, lebt von ihr“, so Münchbach. Er schuf unzählige, teils sehr großformartige Gemälde und viele raumfüllende Großskulpturen, die auch im öffentlichen Raum zu sehen sind. Der Brunnen am Uelzener Schnellenmarkt, die Stadtansicht „Expansion“ vor der Uelzener Versicherung und die Kuhlau-Gedenkplatte am Rathaus sind nur einige Beispiele davon.
Ebenso wie der Brunnen auf dem Schnellen-
markt ist auch die Kuhlau-Gedenkplatte am
Uelzener Rathaus ein Werk von Georg 
Münchbach.
Am Montag, 3. Juni, wird sich der Montagstreff des Kunstvereins Georg Münchbach zuwenden, seinem Leben, seinem Werk und seinem Nachlass. Der Sohn Falk Münchbach, der als Diplom Kulturpädagoge diesen Nachlass verwaltet, wird über seinen Vater sprechen und auch seine Idee eines Künstlerhauses in Wittenwater vorstellen. Dort soll eine Begegnungsstätte entstehen, ein Raum für kreative Gedanken und Projekte, es soll hier die Möglichkeit geben, auch weiterhin Kunst zu schaffen. Vielleicht gibt es neben der Ausstellung auch einmal ein kleines Café. Dies alles braucht tatkräftige Unterstützer und deshalb steht die Gründung eines Vereines im Raum. Einen Freundeskreis „Künstlerhaus Wittenwater“ gibt es schon. 2018 fand in Wittenwater die erste Werkschau zum Nachlass von Georg Münchbach mit Vorträgen und Diskussionen zum Thema „Gestaltungen mythischen Denkens“ statt. Am 1. Juni (Vernissage) und den folgenden Wochenenden bis 7. Juli 2019 wird es wieder eine solche Werkschau in Wittenwater geben (bitte der Ausschilderung folgen). Das Thema diesmal: Raumenergie in zwei und drei Dimensionen sichtbar machen; Kunst als Forschung.
Die Ausstellung wird auf einem benachbarten Hof in Wittenwater stattfinden: Hof Pommerien (Blaubeerhof) in Wittenwater 4. Der Hof liegt etwas versteckt im Wald und nicht neben dem Künstlerhaus. Nähere Informationen sind im Netz verfügbar unter www.georg-muenchbach.de. Dort kann man sich auch zu einem Informationssystem anmelden, das Hintergründe zum künstlerischen Schaffen in unkomplizierter Alltagssprache bereitstellt und auch über aktuelle Trends, insbesondere Ausstellungen und Veranstaltungen sowie die Entwicklung des Künstlerhauses, informiert. Der Kunstverein und der Referent Falk Münchbach würden sich über einen regen Besuch dieser Veranstaltung am 3. Juni im Theaterkeller des Theaters an der Ilmenau freuen. Der Beginn ist um 19 Uhr und der Eintritt wie immer frei. Spenden für die Arbeit des Montagstreffs werden gern genommen.

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