Freitag, 26. Juli 2019

NABU meldet die ersten Hitzeopfer

In Leiferde bei Gifhorn ist „Land unter“ – allerdings nicht bedingt durch Wasser, sondern durch das Gegenteil: durch Wassermangel und Hitze. Gerade die Dachbewohner unter den Lebewesen wie Mauersegler, Haussperlinge und Fledermäuse aber auch Schwalben, die ihre Nester am Haus haben, leiden unter der akuten Hitze.
Während der Mensch sich in den Schatten zurückzieht, ein kühles Getränk genießt, baden geht oder seine Klimaanlage einschaltet, ziehen einige Vogelarten unter dem Dach, oft unmittelbar unter den Dachpfannen, ihre Jungen groß.
Wer seinen Dachboden in den vergangenen Tagen einen Besuch abgestattet hat, wird sich oft an einen Backofen erinnert fühlen. Oftmals herrschen dort Temperaturen von 50 Grad Celsius.
So kommt es vermehrt vor, dass Jungvögel, die noch gar nicht flügge sind, also noch nicht fliegen können, den Weg aus der Hitze suchen und in Regenrinnen oder auf dem Asphalt landen.

Auch dieser "gestrandete" Mauersegler litt unter der Hitze und besonders unter dem Wassermangel. 
Foto: NABU/Joachim Neumann
„Mittlerweile sind die Hälfte aller zu uns gebrachten Tiere Hitzeopfer“, berichtet Bärbel Rogoschik vom NABU-Artenschutzzentrum. „Häufig sind die Vögel durch den Sturz schwer verletzt, fast immer dehydriert, also ausgetrocknet und dazu noch sehr mager, da uns mittlerweile die Fluginsekten fehlen. Es ist schon sehr bitter, dies zu beobachten.“
Die Haus- und Gartenbesitzer bittet Bärbel Rogoschik, die Dachböden in den kühlen Stunden zu lüften, um dort für ein wenig Abkühlung zu sorgen. Auch Wasserstellen im Garten, auf dem Boden oder hängend sind allen Tieren willkommen.
Weitere Informationen zum Umgang der Tiere mit Hitze und wie ihnen geholfen werden kann, gibt es auf der Seite des NABU Niedersachsen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen