Freitag, 9. August 2019

Nachtleben auf dem Friedhof

Waldfriedhof Böddenstedt wird zum Wohnort für Fledermäuse

Großes Mausohr im Flug. Foto: NABU/Eberhard Menz
THOMAS DORSCHNER / Text und Fotos
Im Rahmen eines gemeinsamen Projektes des NABU-Kreisverbands Uelzen und der BINGO-Umweltstiftung ist ein neuer Quartierstandort für Fledermäuse auf dem Waldfriedhof in Böddenstedt (bei Suderburg) errichtet worden. An den Bäumen wurden spezielle Tagesquartiere für die nächtlichen Insektenjäger angebracht.

Ganz im Grünen liegt der Böddenstedter Friedhof.
Der Friedhof von Böddenstedt liegt außerhalb des Dorfes in einem Umland aus Wäldern, Wiesen und landwirtschaftlichen Strukturen und bietet gute Voraussetzungen für den Fledermausschutz. Alle Fledermausarten sind eng mit dem Wald als Lebensraum verbunden und sind an verschiedene Waldlebensräume angepasst. Über das Waldwegesystem, den Schneisen und entlang von Waldrändern durchfliegen die nächtlichen Jäger das Revier. Ja nach Art legen Fledermäuse dabei unterschiedliche Entfernungen zurück. Häufige Fledermausarten wie die Rauhhautfledermaus und das Braune Langohr entfernen sich zwei bis vier Kilometer von ihrem Tagesquartier. Bei ihren Jagdflügen entdecken sie neue Baumhöhlen und Fledermauskästen als Schlafstätte und Verstecke für die Jungenaufzucht. Einmal von den Fledermäusen gefunden und angenommen werden sie über einen langen Zeitraum immer wieder als Tagesstätte angeflogen.

Der Friedhof bietet mit seinen Waldschneisen gute Voraussetzungen für den Fledermausschutz.
Bei sommerlichen Temperaturen zog es einige Bürger zum morgendlichen Wässern der Grabstätten auf den Friedhof, so dass der Einsatz des NABU mit langen Leitern nicht unbemerkt blieb.

Ute Schulz und Gerd Appelt mit zwei Fledermauskästen beim NABU-Arbeitseinsatz auf dem Friedhof.
INFO Der Autor ist Fledermausbeauftragter des Naturschutzbundes und hat in dieser Funktion das Projekt in Böddenstedt erarbeitet.

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