Dienstag, 17. April 2018

Die Affäre Königsmarck auf der Konzertbühne

Philipp Christoph Graf von Königsmarck
Einen weiteren musikalischen Höhepunkt bietet das Residenzmuseum in Kooperation mit dem Deutsch-Französischen Kulturfestival „arabesques“ am Freitag, 27. April.  Das international renommierte Stradivaria Ensemble baroque de Nantes spielt von 19 Uhr an im Rittersaal des Celler Schlosses. „Die Affäre Königsmarck – un vrai mystère d’amour“ – so lautet der Titel des Konzertes, das einer barocken Staatsaffäre europäischen Ranges gewidmet ist: der politisch-dramatische Königsmarck-Affäre im 17. Jahrhundert.  
Die Musiker Varoujan Doneyan, Simon Pierre (Violine),  Joël Oechslin (Viola) und Lucile Perrin (Violoncello) sind vielfach ausgezeichnete Experten darin, den Klang des 17. und 18. Jahrhunderts auf Instrumenten der Zeit getreu wiederzubeleben: reich und lebendig, durchdrungen von Zärtlichkeit und Poesie, changierend zwischen opulenten Klängen und Transparenz.

PROGRAMM

  • Jacques Aubert (1689–1753): 5ème Symphonie, gewidmet der Marquise de   Villeroy (Ouverture, Menuets 1 et 2, Contredanse)
  • Joseph Haydn (1732–1809: Quatuor Opus 20
  • Pierre Vachon (1738–1803): Quartetto 1, gewidmet Monsieur le Comte de Guines (allegro, andante, minuetto, allegro)
  • Ludwig van Beethoven (1770–1827): Quatuor n°1


HISTORISCHER HINTERGRUND
Sophie Dorothea. Fotos: Wikipedia
Georg Wilhelm, Barockfürst und letzter Herzog von Lüneburg, verzichtete aus Liebe zu der französischen Landadeligen Eléonore d’Olbreuse auf die Erbfolge. Die Celler Residenz erlebte mit ihr ihre Blütezeit. Mit dem Aufstieg Eléonores ist auch das Schicksal ihrer einzigen Tochter Sophie Dorothea von Celle verknüpft. Die auf dem Heiratsmarkt des europäischen Hochadels begehrte Prinzessin wurde aus politischen Gründen mit ihrem hannoverschen Cousin, dem späteren König Georg I. von Großbritannien verheiratet. Aus Liebe zu Philipp Christoph Graf von Königsmarck widersetzte sie sich den höfischen Regeln. Sie wurde nach ihrer Affäre mit dem Grafen auf Schloss Ahlden verbannt. Der in sächsischen Diensten stehende junge Graf verschwand spurlos im Leineschloss zu Hannover …

arabesques
2011 gründete die aus Celle stammende Redakteurin, Autorin und Kulturmanagerin Barbara Barberon-Zimmermann gemeinsam mit Nicolas Thiébaud, Solo-Oboist an der Staatsoper Hamburg, das Deutsch-Französische Kulturfestival arabesques, das sich der Festigung und Vertiefung des deutsch-französischen Kulturaustausches widmet. arabesques blickt über die Grenzen hinweg auf die Themen Erinnerung, kollektive Identität, Grenzen und Entfremdung. Eine inhaltliche Klammer bildet das jedes Jahr wechselnde Thema, das der Frage nachgeht, wie die Grundwerte eines demokratischen Europas gelebt und geschützt werden können. Im Januar und Februar findet in Hamburg Metropolregion und in Kooperation mit Hannover Metropolregion das Deutsch-Französische Kulturfestival arabesques statt und wird über das Jahr um Veranstaltungen erweitert. Es bestehen Kooperationen mit Institutionen in Toulouse, Paris, Nantes, Marseille, Rouen. arabesques wird unterstützt durch national und international tätige Stiftungen, deutsch-französische Vereine und Institutionen wie das Deutsch-Französische Jugendwerk, dem Institut français und dem Goethe-Institut.

INFO Karten für den Konzertabend sind im Vorverkauf an der Kasse des Bomann-Museums, Telefon 05141 124540, sowie an der Abendkasse im Schloss erhältlich.

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