Dienstag, 8. September 2020

Der Wald im Klimawandel

Zu einem informativen Waldspaziergang „Unser Wald im Klimawandel“ laden die Niedersächsischen Landesforsten anlässlich der Deutschen Waldtage in den Lüßwald ein. Die geführte Waldwanderung findet am Sonnabend, 19. September, statt. Treffpunkt ist um 15 Uhr am Haus Siedenholz, Siedenholz 1, 29345 Unterlüß. Veranstalter ist das Forstamt Unterlüß. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Teilnahme ist kostenfrei. An festes Schuhwerk und witterungsangepasste Kleidung sollte gedacht werden. Zur Corona-Prävention ist Mund-Nase-Schutz mitzubringen und im Wald sind die Sicherheitsabstände untereinander einzuhalten. Die Veranstaltung ist nicht barrierefrei.

„Der Lüßwald ist erst vor 150 Jahren aus verarmten Heideflächen neu aufgeforstet worden und hat seitdem eine wechselvolle Geschichte“, so Forstamtsleiter Arne Sengpiel. „Wir wollen den seit fünfzig Jahren stattfindenden Waldumbau, weg vom Kiefern-Reinbestand, genauso zeigen, wie die aktuellen Probleme durch die Stürme und Sommerdürren der letzten drei Jahre, die uns deutlich machen, dass der Klimawandel schneller als gedacht im Wald angekommen ist.“ Zusammen mit Jobst Böttger vom Waldpädagogikzentrum Haus Siedenholz wird Sengpiel auf einem Rundweg von gut zwei Kilometern fünf Waldbilder ansteuern. „Wir werden die Borkenkäfer, Baumarten für den Klimawandel, die Douglasie und die Entwicklung von Mischwäldern genauso ansprechen, wie die Wald-Wild-Thematik, den Schutz des Sperlingskauzes und die natürliche Verjüngung der Wälder“, erläutert Förster und Waldpädagoge Jobst Böttger den Rundweg.

Unter fachkundiger Anleitung eines Försters werden die Teilnehmenden durch den Wald geführt.
Foto: Niedersächsische Landesforsten

Hintergrund: Der gut 6.000 Hektar (60 km²) große Lüßwald ist eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete in der norddeutschen Tiefebene. Nach seiner Entwaldung im Mittelalter und anschließender Verarmung der Landschaft, wurden vor 150 Jahren in die riesigen Heideflächen wieder aufgeforstet. Die so entstandenen Kiefernwälder durchliefen eine wechselvolle Geschichte, wie die Waldverluste durch Reparationshiebe nach dem 2. Weltkrieg, der Jahrhundertsturm von 1972 und wenige Jahre später die großen Heidebrände. Der Lüßwald ist zum Schutz des Sperlingskauzes als Vogelschutzgebiet ausgewiesen, und bereits nach 1972 wurden die entstandenen Kahlflächen nicht nur mit Kiefern, sondern auch mit Douglasien wiederaufgeforstet. Der Waldumbau zu Mischwäldern mit Buchen, Douglasien, Kiefern und anderen Begleitbaumarten wurde mit dem Programm zur langfristigen ökologischen Waldentwicklung in den Landesforsten (LÖWE) vor zwanzig Jahren nochmal verstärkt.

Deutsche Waldtage: Initiiert vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und in Partnerschaft mit dem Deutschen Forstwirtschaftsrat e.V. (DFWR) finden vom 18. bis 20. September 2020 zum dritten Mal die Deutschen Waldtage statt. Unter dem Motto „Gemeinsam! Für den Wald“ stehen die diesjährigen Waldtage ganz im Zeichen gemeinsamer Verantwortung aller, denen der Wald am Herzen liegt. Denn die Zukunft unserer Wälder kann nur gemeinsam gestaltet werden.

Bundesweit laden Forstverwaltungen, Forstbetriebe, Waldbesitzende sowie Verbände und Organisationen, die sich für den Wald engagieren, zu vielfältigen Veranstaltungen und Mitmachaktionen in die Wälder ein. Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit, mit den Waldexperten ihrer Region ins Gespräch zu kommen. Im Mittelpunkt stehen dabei die vielfältigen Funktionen des Waldes, die zum Teil dramatischen Auswirkungen, die der Klimawandel auf die Wälder hat, und Maßnahmen zum Schutz und zur Stärkung der Wälder.

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