Dienstag, 16. August 2022

Unterwegs mit Stift und Skizzenblock, mit Pinsel und Staffelei

Malreise der Malschule Isenhagen führt nach Hösseringen - zum Abschluss Ausstellung im Haus des Gastes

Die Schülerinnen und Schüler der Malschule Isernhagen unternehmen alljährlich mit ihrem Lehrer Günter Bastemeyers eine Malreise. Diese führte vor einigen Jahren schon einmal nach Hösseringen, wo viele schöne Bilder entstanden sind. Das malerische Heidedorf an der Hardau ist jetzt erneut Ziel der Malreise. 

Eines der zahlreichen Bilder, die 2017 auf der ersten Malreise nach Hösseringen entstanden sind.

Von Donnerstag an sind die teilweise schon seit über 40 Jahren in ihrer Freizeit künstlerisch tätigen Gäste aus Isenhagen im Dorf und in der Heide und sicher auch am Hardausee anzutreffen, wo sie wahrscheinlich wieder  von interessierten Spaziergängerinnen und Spaziergängern gefragt werden: "Was machen Sie denn da? Dürfen wir Ihnen mal über die Schulter schauen?" Dann antworten die Künstlerinnen und Künstler vielleicht: "Wir zeichnen und malen die schöne Landschaft, das interessante Gebäude und den See, die Birkenstämme oder die baufällige Brücke. Motive sind reichlich vorhanden und werden von uns mit Bleistift und Aquarellfarbe auf Papier festgehalten. Immer nah an der Realität, aber nicht fotorealistisch. Jeder Schüler der Malschule hat seinen Stil und Interpretation."

Am nächsten Mittwoch, 24. August, dem letzten Tag vor ihrer Heimreise, präsentieren die Künstlerinnen und Künstler von 10 bis 12 Uhr im Haus des Gastes (Tourist-Information) in Hösseringen die Bilder, die während der Malreise entstanden sind. Zu der kleinen Ausstellung sind nicht nur die Bürgerinnen und Bürger von Hösseringen eingeladen, sondern selbstverständlich auch alle Urlaubs- und Tagesgäste.

Montag, 15. August 2022

Old Spices – gepfefferte Lieder aus Mittelalter, Renaissance und Barock

 Die Early Folk Band kommt für zwei Konzerte in die Südheide

Eine erotische Zeitreise mit gepfefferten Liedern aus Mittelalter, Renaissance und Barock, bei der getanzt und gelacht, gesungen und geflirtet wird, erwartet die Zuhörerinnen und Zuhörer bei den Konzerten der Early Folk Band. Die Gruppe, die sich auf Alte Musik und historische Musikinstrumente spezialisiert hat, spielt am Donnerstag, 25. August, von 19 Uhr an im Celler Schloss und am Freitag, 26. August, von 18 Uhr an im Brümmerhof im Museumsdorf Hösseringen.

Gesine Bänfer aus Freiburg im Breisgau ist der musikalische Kopf der Early Folk Band, ist seit 35 Jahren als Profimusikerin tätig. Sie wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Foto: Ellen Schmauss 

Die musikalischen Köpfe der in wechselnden Besetzungen spielenden Early Folk Band sind Gesine Bänfer (Cister, Dulcimer, Dudelsack, Gesang) und Steven Player (Barockgitarre, Gesang, Tanz). Sie haben   für ihr Konzertprogramm "Old Spices" erotische Phantasien aus alter Zeit recherchiert und allerlei mit Anzüglichkeiten gespickte Lieder über das Begehren und Begehrtwerden in weiblichen und männlichen Identitäten und Rollenvorstellungen der Vergangenheit ausgewählt. Zusammen mit Musikerinnen und Musikern aus verschiedenen Ländern spielen sie diese Lieder auf historischen Instrumenten und machen so die faszinierende Klangwelt jener Zeit erlebbar.

Der Brite Steven Player ist nicht nur ein international anerkannter Barockgitarrist, sondern auch ein mitreißender Komödiant und leidenschaftlicher Tänzer. Foto: Early Folk Band

Die Konzerte werden von der Bundesregierung mit Mitteln aus dem Sonderprogramm "Neustart Kultur" gefördert.

Karten für das Konzert im Celler Schloss kosten 18 Euro (ermäßigt 15 Euro). Sie können unter Telefon 05141 124515 oder 05141 124540 reserviert werden. Begleitend zu dem Konzert im Celler Schloss findet von 16:30 Uhr an eine Sonderführung im Residenzmuseum zum Thema "Von Völlerei und mystischen Festbanketten statt. 

Der Eintrittspreis für das Konzert im Museumsdorf Hösseringen beträgt 10 Euro (ermäßigt 5 Euro). Karten können bis zum 26. August unter Telefon 05826 1774 oder mit einer E-Mail an info@museumsdorf-hoesseringen.de bestellt werden. Vor dem Konzert gibt es im Museumsdorf die Möglichkeit, bei Heide Stahnke in ihrem historischen Salonwagen leckere Flammkuchen und einen kühlen Wein zu sich zu nehmen.

Freitag, 5. August 2022

Kinoabend im Museumsdorf

Gezeigt wird "Grün ist die Heide"aus dem Jahr 1972

Eine Filmvorführung in besonderer Atmosphäre gibt es am 13. August von 20 Uhr an im Museumsdorf Hösseringen zu erleben. Gezeigt wird der Unterhaltungsfilm „Grün ist die Heide“ aus dem Jahr 1972 mit Schlagersänger Roy Black in der Hauptrolle. Die Uraufführung des Films fand am 20. Dezember 1972 in Celle statt, also vor 50 Jahren.

Die Mischung aus Heimat- und Schlagerfilm erfreute sich bereits damals großer Beliebtheit. Dr. Björn Thomann leitet die Vorführung mit einem Kurzvortrag über Darsteller, Drehorte und die filmische Verklärung der Lüneburger Heide zu einer „heilen Welt“ ein.

Der Film ist übrigens nicht, wie man meinen könnte, eine Neuverfilmung der Heimatfilme "Grün ist die Heide" aus den Jahren 1932 und 1951. Als Vorlage diente vielmehr der Film "Heidesommer" aus dem Jahr 1945. Der Titel "Grün ist die Heide" bezieht sich auf das gleichnamige, 1911 von Hermann Löns geschriebene Volkslied.

INFO Eintritt: 8 Euro. Anmeldung bis zum 11. August beim Museumsdorf Hösseringen, Telefon 05826 1774, E-Mail info@museumsdorf-hoesseringen.de

Donnerstag, 4. August 2022

Nasse Füße in drei großen Schritten

Die Bauarbeiten zur Moorvernässung im Naturschutzgebiet „Obere Lachte, Kainbach, Jafelbach" werden fortgesetzt

Aller guten Dinge sind drei: Ab kommender Woche beginnen zum dritten und letzten Mal Bauarbeiten zur Wiedervernässung des Kucks- und Jafelmoores im Landkreis Gifhorn. Bereits im November 2020 waren erstmals Bagger durch das Naturschutzgebiet gerollt. Hintergrund der Arbeiten ist ein Projekt des Landes zur „Optimierung des Wasserhaushalts in ausgewählten Mooren in der Südheide". Das Ziel: entwässerte Moore sollen wieder vernässt und revitalisiert werden, um die Emission von CO2 aus den ausgetrockneten Moorböden zu verhindern. Mit der letzten Bauphase im Herbst 2022 soll das Projekt nun abgeschlossen werden.

Der mit Torf verfüllte Kucksmoorgraben stoppt die Entwässerung des Moores. Nach und nach kann sich nun wieder eine moortypische Vegetation einstellen. Foto: Ines Bruchmann, NLWKN

„Intakte Moore übernehmen vielfältige Ökosystemdienstleistungen. Sie speichern CO2, sind wertvoller Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten und regulieren den Landschaftswasserhaushalt", erklärt Meike Müller, zuständige Projektmanagerin des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Die grundwassergespeisten Moorkörper des Kucks- und Jafelmoores fungieren dabei in einer Regenperiode als „Schwamm" und puffern Hochwasserereignisse ab, während sie in den Trockenperioden die Heidebäche des Gebiets mit Wasser versorgen und somit deren Trockenfallen verhindern. „Vielfältige Maßnahmen zur Entwässerung und Nutzung der Moore in der Vergangenheit führten zum Verlust dieser Funktionen. Natürliche Prozesse des Wasserkreislaufs sind erheblich gestört", so Müller. Durch die Trockenlegung komme es außerdem vermehrt zur Torfzehrung in den kohlenstoffreichen Moorkörpern, welche erhebliche Mengen an Treibhausgasen, vor allem aber CO2 freisetzt.

Mit Hilfe des mit EU- und Landesmitteln des Niedersächsischen Umweltministeriums aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) nach der Richtlinie „Klimaschutz durch Moorentwicklung" finanzierten Projekts des NLWKN sollen wieder funktionsfähige Moorkörper entstehen. Das Vorhaben wird in Kooperation mit den Niedersächsischen Landesforsten (NLF), dem Unterhaltungsverband Lachte und dem Landkreis Gifhorn realisiert.

„In den vergangenen Bauphasen in den Wintern 2020/2021 und 2021/2022 konnten bereits große Teile des Projekts umgesetzt werden", freut sich Projektmanagerin Meike Müller. So wurden unter anderem sechs Kilometer Entwässerungsgräben in unwegsamem Gelände verschlossen. Stellenweise konnten zudem die Bachverläufe bereits in ihre ursprünglichen Gerinne zurückverlegt und Fließbarrieren wie Dämme und Forstwege zurückgebaut werden. Eine bauliche Herausforderung stellte der Großdurchlass unterhalb der das Gebiet kreuzenden Bahnstrecke dar: Um die zeitliche Unterbrechung des Bahnverkehrs auf ein Minimum zu reduzieren, waren Bauingenieure und Gleisbauer zwischenzeitlich teils Tag und Nacht im Einsatz. Durch die sehr feuchte Witterung und drei Orkantiefs im vergangenem Winter konnten die Bauarbeiten jedoch nicht wie geplant fertiggestellt werden.

Durch den neuen Großdurchlass im Bahndamm wurde die Gewässersohle des Kucksmoorgrabens angehoben, so dass nun ein geringeres Wasservolumen als zuvor durch das Projektgebiet abfließt.
  Foto: Ines Bruchmann, NLWKN)

Neben dem Verfüllen von Gräben und der Rückverlegung der Heidebäche in ihr natürliches Bachbett soll in der kommenden Bauphase nun ein weiterer Großdurchlass in den Kucksmoorweg eingebaut werden. Durch die Bauarbeiten kann es dabei zur vorübergehenden Sperrung des Kucksmoorwegs und weiterer Forstwege kommen. Der NLWKN bittet die Anwohner für diese Zeit um ihr Verständnis.

Montag, 1. August 2022

Drei junge Schwarzstörche in die Freiheit entlassen

Die seltenen Vögel wurden im NABU-Artenschutzzentrum in Leiferde aufgepäppelt

Ein freudiges und seltenes Ereignis meldet das NABU-Artenschutzzentrum in Leiferde (Landkreis Gifhorn): Gleich drei junge Schwarzstörche konnten jetzt zurück in die Freiheit entlassen werden. 

Die drei jungen, gerade ausgewilderten Schwarzstörche. Foto: NABU/Joachim Neumann

Die drei Jungtiere stammen aus Schleswig-Holstein und wurden dort im Alter von knapp vier Wochen dem Nest entnommen. Notwendig wurde diese Maßnahme, als der männliche Altvogel, der vor sechs Jahren in Frankreich besendert worden war, in einem gegen Fischräuber geschützten Teich einer Fischzuchtanlage ums Leben kam. Da anhand der Senderdaten und einer im Rahmen eines Schwarzstorchschutzprojektes am Nest angebrachten Kamera schnell klar war, zu welchem Revier der verunglückte Storch gehörte, kletterte Joachim Neumann vom NABU-Artenschutzzentrum auf den Baum und entnahm den Nachwuchs dem Nest. "Die Jungvögel konnten von dem verbleibenden Elternteil nicht mehr ausreichend mit Nahrung versorgt werden und waren schon ziemlich schlapp", berichtete Neumann. "Hätte man nicht reagiert, wären Sie vermutlich gestorben."

Bis zum Alter von etwa zwölf Wochen wurden die Jungstörche im NABU-Artenschutzzentrum aufgezogen. Die letzten zehn Tage verbrachten sie in einer großen Rundflugvoliere, um zusätzlich zur bereits vorhandenen Futterfestigkeit auch die Flugmuskulatur trainieren zu können. Nachdem auch diese "Hürde" genommen war, stand der Auswilderung in einem nahrungsreichen Teichgebiet im Landkreis Celle im Beisein der zuständigen Schwarzstorchbetreuer Joachim Kock (Schleswig-Holstein) und Arne Torkler (Niedersachsen) nichts mehr im Wege. Nicht nur für die Jungtiere war dies ein großer Moment, sondern auch für den Artenschutz, wie Bärbel Rogoschik, Leiterin des NABU-Artenschutzzentrums, erläuterte: "Bei einem Bestand von etwas mehr als 60 Paaren in Niedersachen und rund zehn Revieren in Schleswig-Holstein kommt es tatsächlich auf jeden Vogel an. Und dass wir hier gleich drei Tiere wieder auswildern konnten, ist schon ein tolles Ereignis." Es bleibt zu hoffen, dass die Überlebensbedingungen im Wald erhalten bleiben und die Nahrungsgewässer der Schwarzstörche nicht austrocknen.