Freitag, 20. Mai 2022

Neue Schilder für den Waldgeschichtspfad

 Im Schooten bei Hösseringen 

Der Waldgeschichtspfad Schooten ist wieder gut ausgeschildert. Dank des Einsatzes von Manfred Techmann aus Hösseringen konnten die orangenen Pfeile, die dem Wanderer im Schootenwald den Weg weisen, zum großen Teil erneuert werden. Das Anbringen vor Ort übernahm der Bauhof der Gemeinde Suderburg. „Wir hatten durch die Frühjahrsstürme etliche Schäden an diesem schönen Wanderweg. Nun freuen wir uns und sind dankbar, dass die Strecke weitgehend in Ordnung gebracht worden ist“, so die Vorsitzende des Tourismusvereins Suderburger Land, Christine Kohnke-Löbert. 

Nach der Instandsetzung ist der Waldgeschichtspfad wieder gut begehbar. Foto: Tourismusverein Suderburger Land

Der Waldgeschichtspfad Schooten bietet auf rund drei Kilometern einen Spaziergang durch die Waldgeschichte. Anhand von zehn Stationen lädt der familienfreundliche Rundweg ein, Flora und Fauna des uralten Mischwaldes kennen zu lernen. Der Schooten ist nämlich schon seit etwa 10.000 Jahren, bewaldet. Damals hatten sich nach dem Ende der letzten Eiszeit nach und nach große Waldflächen in Norddeutschland ausgebreitet, die dann wieder ausgedünnt wurden, nicht zuletzt durch die Nutzung der Flächen durch den Menschen. Auch während der Zeit der Heidebauernwirtschaft und der Ausbreitung der großen Heideflächen blieb der Schootenwald als herzogliches Jagdgebiet bewaldet. Dieser und viele weitere Aspekte werden auf den Waldgeschichtspfad thematisiert. Die Wiederaufforstung der Lüneburger Heide seit dem Ende des 19. Jahrhunderts ist ebenso dargestellt wie heutige Umweltprobleme. Der Wanderer erfährt außerdem, was es mit dem Schootenwall, einer alten Grenzlinie, auf sich hat und findet heraus, dass dort, wo früher Fuhrwerke die Celler Heerstraße entlang rumpelten, heute gar keine Straße mehr verläuft. Auf dem Weg wird man hier und dort ins Schmunzeln geraten, denn die lustigen Cartoons von Wolf-Rüdiger Marunde mit dem Wildschwein „Sudl“ lassen auch dem ernsthaftesten Thema eine lustige Seite abgewinnen. Der Waldgeschichtspfad beginnt und endet am Parkplatz des Museumsdorfes Hösseringen


Heide, Moor und ganz viel Landschaft

Frühjahrswanderung im Suderburger Land 


Unterwegs auf dem Rundwanderweg Eimke, Wichtenbeck und Ellerndorfer Heide.
Foto: Christine Kohnke-Löbert

„Unsere Winterwanderung war eine Frühjahrswanderung und jetzt im Frühjahr ist es wohl eher eine Sommerwanderung.“ Gut gelaunt begrüßte die Vorsitzende des Tourismusvereins Suderburger Land, Christine Kohnke-Löbert, rund 40 Wanderlustige, die sich kürzlich zur Frühjahrswanderung durch das Suderburger Land eingefunden hatten. Unter Führung von Martina Borchardt wurde wieder ein Teilstück des „Rundwanderweges Eimke, Wichtenbeck und Ellerndorfer Heide“, der in diesem Jahr für „Deutschlands schönsten Wanderweg“ nominiert ist, abgewandert – diesmal die Strecke von Eimke nach Wichtenbeck und in die Ellerndorfer Heide. 

Die Wandergruppe vor der Kirche in Eimke. Foto: Christine Kohnke-Löbert

Von Eimke aus war es nicht weit zur Kirchsteigbrücke, wo die Wanderer das erste Mal die Gerdau überquerten. Die Brücke ist erst nach dem Zweiten Weltkrieg als Verbindungsweg zwischen Eimke und Wichtenbeck erbaut und 60 Jahre später im Rahmen einer Gemeinschaftsaktion beider Orte erneuert worden. Zuvor gab es hier keinen Übergang über die Gerdau. 

In Wichtenbeck nahmen die Wanderer das frisch gestrichene Schwimmbad in Augenschein und nutzten die Bänke für eine kleine Stärkung. Besonders gefiel allen Teilnehmern der Abstecher zum Gerdau-Stausee. Der schöne Wanderweg durch einen dichten Waldbestand gehört zum Übungsgelände der Firma Rheinmetall und ist nur an Wochenenden und zu übungsfreien Zeiten begehbar – bei geschlossenem Tor darf das Gelände nicht betreten werden. Der Weg führt in das Naturschutzgebiet Kiehnmoor, eine großes Feuchtgebiet, welches an die Heideflächen des Naturparks Lüneburger Heide grenzt und die Landkreise Uelzen und Celle verbindet. Nicht weit entfernt erstreckt sich das Quellgebiet der Gerdau. Das „Tor“ zum Kiehnmoor bildet ein Stausee, der vor etwa 80 Jahren angelegt worden ist. 

Zurück in Eimke endete für einen Teil der Gruppe die Wanderung, denn angeboten waren eine lange und eine kürzere Strecke. Immerhin hatte auch der älteste Teilnehmer mit 87 Jahren die zehn Kilometer bestens gemeistert. Wer noch Lust und Kraft hatte, machte sich nun auf zur Ellerndorfer Wacholderheide, wo als Belohnung die Einkehr am Kiosk im Schafstall lockte. Alle waren sich einig, dass bald wieder gemeinsam gewandert werden sollte. Ein neuer Termin steht auch schon fest: Am Sonnabend, 20. August, bietet der Tourismusverein Suderburger Land eine „Wanderung in die Heideblüte“ an. 

Montag, 16. Mai 2022

Auguste bald wieder beflügelt

Internationaler Museumstag im Handwerksmuseum Suhlendorf

FOLKERT FRELS / Text und Fotos

Nach dem Rundgang durch die Werkstätten des Handwerksmuseums lockte am Internationalen Museumstag der Kaffeegarten vor dem Backhaus. 

Die Sonne strahlt von einem nahezu wolkenlosen Himmel, und auch Christian Niemann, Vorsitzender des Museumsvereins Suhlendorf e.V., strahlt beim Anblick der vielen Gäste, die am Sonntag zum Internationalen Museumstag in die Gemeinde am Rande von Wendland und Drawehn gekommen sind.  Auf dem Freigelände des Handwerksmuseums setzen die „BigBandBeginners 2020“ der Drawehn-Schule in Clenze musikalische Akzente, während in den zehn Gebäuden des Freilichtmuseums reges Werkeln angesagt ist. Neben dem Bäcker – schließlich ist ja auch Backtag – zeigen Angehörige der 26 dort vertretenen Handwerksberufe ihr Können. Gut beschäftigt ist auch Norbert Knoblauch, der in der Druckerei interessierten Kindern dabei behilflich ist, ihren Namen aus alten Bleilettern zu setzen und dann eigenhändig auf der kleinen Druckmaschine zu drucken.

Drucker Norbert Knoblauch halt Kindern beim Setzen ihrer Namen aus Bleilettern.

„Zum Deutschen Mühlentag am 6. Juni“, ruft Niemann den vor den Musikern im grünen Rund Sitzenden zu, „wird unsere Auguste“ – dabei zeigt er auf die flügellose Bockwindmühle auf der Mühlenhöhe – „wieder komplett sein.“ ‚Ylenia‘ und ‚Zeyneb‘, die beiden heftigen Stürme im Februar, hatten an den Flügeln der 1810 in Alvesse bei Braunschweig erbauten und nach langer Zeit der Vernachlässigung 1975 auf ihrem jetzigen Standort auf dem Gelände des damaligen Mühlenmuseums wiedererrichteten Mühle vollendet, was der Sturm ‚Ignatz‘ am 21. Oktober des vergangenen Jahres nicht geschafft hatte: Die Mühle stand ohne Flügel da. Doch mittlerweile ist ein Ende der Arbeiten an den neuen Flügeln absehbar, und Christian Niemann fiebert dem Tag entgegen, an dem ‚Auguste‘ sich wieder in ganzer Schönheit zeigen wird.


Christian Niemann (rechts), Vorsitzender des Museumsvereins Suhlendorf, und sein Stellvertreter Tiedeke Heilmann, der auch der Museumsimker ist. Mit dem Schwarmfangbeutel wurden beim Internationalen Museumstag allerdings eine Bienen, sondern Spenden eingesammelt.

Auguste sah ohne Flügel beim Internationalen Museumstag etwas traurig aus, aber dafür lachte die Sonne, und die Gäste ließen sich die Leckereien aus dem Holzbackofen schmecken.


Dienstag, 10. Mai 2022

Altes Handwerk – anschaulich und lebendig

 Internationaler Museumstag am 15. Mai

Anlässlich des Internationalen Museumstages am Sonntag, 15. Mai, sind von 10 Uhr an im Handwerksmuseum Suhlendorf alle Ausstellungen und Werkstätten sowie das Backhaus und der Kaffeegarten geöffnet und barrierefrei zu erreichen. Entsprechend dem Motto „Museen mit Freude entdecken“ zeigen und erläutern etliche Handwerker traditionelle Handwerkskunst, anschaulich und lebendig. Der Holzbackofen ist in Betrieb, genauso wie der Federschmiedehammer und die Spinnräder. Im Souterrain werden die Radiolegenden lebendig. Am Bienenzaun wird in unterschiedlichsten traditionellen Bienenwohnungen die entsprechende Betriebsweise erläutert. Auch Schuhmacher, Drucker, Steinmetz, Stuhlflechter und Schneiderin haben ihre Teilnahme angekündigt. Passend zum Motto können Kinder mit dem Entdeckerheft das Museum erkunden. Zusehen, mitmachen, lernen, Wissen weitergeben, und mit Freude dabei sein, das ist das Rezept für das barrierefreie Handwerksmuseum Suhlendorf. Die lebendige Tradition im Handwerk funktioniert nur mit engagierten Mitarbeitern, aber auch besonders dann, wenn auch die „Alten“ das Museum besuchen und ihr Wissen preisgeben. Das Miteinander ist der Schlüssel, mit dem das Museum aktiv erlebt werden kann. So richtig festlich wird es um 15 Uhr mit der „BigBandBeginners2019“ der Drawehn-Schule Clenze unter der Leitung von Matthias Helgert. 

Im Übrigen ist an diesem Festtag der Eintritt ermäßigt und es ist mit Getränken und Leckereien vom Grill dafür gesorgt, dass die Gäste nicht hungrig nach Hause gehen müssen.


Gratis ins Museumsdorf

 Am Internationalen Museumstag

Anlässlich des Internationalen Museumstages ist am Sonntag, 15. Mai, der Eintritt im Museumsdorf Hösseringen kostenlos. Unter dem Motto des Tages „Museum mit Freude entdecken“ wird ab 14 Uhr eine Führung angeboten. Museumsleiter Dr. Ulrich Brohm stellt wichtige Aspekte des Freilichtmuseums vor. Von 14 bis 16 Uhr können Kinder an der Mitmachaktion „Samenkugeln“ teilnehmen: Aus Ton, Erde und Samen werden kleine Kugeln geformt, die in der Natur zu Bienenoasen werden können. Die Teilnahme an der Mitmachaktion kostet 3 Euro, eine Anmeldung ist nicht nötig. Außerdem führen von 11 bis 17 Uhr die Schmiede ihr Handwerk in der Museumsschmiede vor. 

Blick in den Bauerngarten des Brümmerhofes. Foto: Museumsdorf Hösseringen


Liebesglück

 Zu einem Klavierkonzert mit dem Thema Liebesglück lädt der Kulturkreis Wienhausen ins Kloster Wienhausen ein. Die Pianistin Henriette Gärtner spielt am Freitag, 20. Mai, von 20 Uhr an im Sommerrefektorium des Klosters zunächst die Sonate Nr. 16 in C-Dur (KV 545) von Wolfgang Amadeus Mozart, die auch als Sonata facile bezeichnet wird und aus drei Sätzen besteht (Allegro, Andante, Rondo) und anschließend den Klavierzyklus 24 Peludes op. 28 von Frédéric Chopin.

Die Pianistin Henriette Gärtner, die schon im Alter von drei Jahren begann Klavier zu spielen und  später ihre Doktorarbeit über den Zusammenhang von kraft, Klang und Kinematik beim Klavierspiel schrieb, hat  heute einen Lehrauftrag für Musik und Medizin an der Staatlichen Musikhochschule in Trossingen. 
Foto: Kulturkreis Wienhausen

Karten können zum Preis von. 18 Euro (Kinder und Jugendliche zahlen 10 Euro) telefonisch unter 05149 18660 oder mit einer E-Mail an info@kulturkreis-wienhausen.de bestellt werden. Es gilt die 3G-Regel. Eine FFP-2-Maske ist auch am Sitzplatz zu tragen.

Montag, 9. Mai 2022

Vortrag über Wilhelm Matthies

Architekt der alten Schule Suderburg wird vorgestellt

Zu einem Vortrag über den bedeutenden Architekten der Lüneburger Heide, Wilhelm Matthies, lädt die Interessengemeinschaft Bauernhaus ein. Am Mittwoch, 1. Juni, berichtet, berichtet Kirsten Freytag aus Hannover von 19 Uhr an im Gasthaus Müller (Spiller) in Suderburg, Hauptstraße 28, aus ihrer Magisterarbeit an der Uni Göttingen über das Werk von Matthies, der in Bardowick lebte und arbeitete.  Dessen „Künstlerheim“ wurde zu einem wichtigen künstlerischen Zentrum der Lüneburger Heide mit vielfältigen Kontakten, unter anderem nach Worpswede. Viele Gebäude konzipierte Matthies im sogenannten „Heimatstil“, einer Bauweise, die ab etwa 1900 Verbreitung fand und auch als eine Antwort auf gesichtslose Neubauten im Zuge der Industrialisierung und dem Verschwinden der Fachwerkarchitektur zu verstehen ist. Er errichtete zahlreiche öffentliche und private Gebäude, von denen viele unter Denkmalschutz stehen, unter anderem den Kirchturm Bienenbüttel, das Herrenhaus Bardenhagen, die Schule in Bevensen und das Wohnhaus des Künstlers Albert König in Unterlüß. 

Ein Werk von Wilhelm Matthies: die alte Schule in Suderburg. Foto: Christine Kohnke-Löbert

Ein Bürgerbegehren in der Gemeinde Suderburg entscheidet am 12. Juni über den Erhalt oder Abbruch des 1908 von Wilhelm Matthies errichteten Schulgebäudes auf dem Eckgrundstück Gänsekamp/Am Kindergarten. Im Rahmen dieses Vortragsabends soll das Gebäude zeitgeschichtlich eingeordnet und seine Bedeutung für die Region dargestellt werden. Der Eintritt ist frei. 

Veranstalter: Interessengemeinschaft Bauernhaus (IgB), Kontaktstelle Uelzen-Hösseringen, Dr. Horst Löbert. 


Donnerstag, 5. Mai 2022

Frühjahrswanderung im Suderburger Land

Am Sonnabend, 14. Mai, findet die Frühjahrswanderung des Tourismusvereins Suderburger Land statt. Wanderführerin Martina Borchardt führt auf einer Teilstrecke des Rundwanderweges „Eimke, Wichtenbeck und Ellerndorfer Heide“, der im Wettbewerb „Deutschlands schönster Wanderweg“ für die Endrunde nominiert ist. Start ist um 11 Uhr an der Kirche Eimke, die Wanderung endet gegen 16 Uhr wieder in Eimke. Auf dem prämierten Rundwanderweg, den wir im aktuellen Calluna-Sommerheft ausführlich vorgestellt haben,  soll es diesmal in Richtung Wichtenbeck gehen. Geplant ist, eine längere und eine kürzere Strecke anzubieten, und auch einen Abstecher zum Gerdau-Stausee einzuplanen. Dieser liegt im Naturschutzgebiet Kiehnmoor, einem großen Feuchtgebiet, welches an die Heideflächen des Naturparks Lüneburger Heide grenzt und die Landkreise Uelzen und Celle verbindet. Dieser Streckenabschnitt gehört zum Übungsgelände der Firma Rheinmetall und ist nur an Wochenenden und zu übungsfreien Zeiten begehbar.

Zur besseren Planung wird um Anmeldung unter info@suderburgerland.de oder Telefon 0162 7162307 gebeten. 

Die Rundwanderung führt auf der Kirchsteigbrücke über die Gerdau.
Foto: Inka Lykka Korth


Dienstag, 3. Mai 2022

"Uns gehört die Straße"

 Kidical Mass fordert Vorfahrt für ungeschützte Verkehrsteilnehmende


In vielen Städten finden Mitte Mai Fahrraddemos, wie hier zum Beispiel in Flensburg, für kinder- und fahrradfreundliche Orte statt. Foto: Katrin Storsberg

Am 14. und 15. Mai 2022 bringt das Kidical-Mass-Aktionsbündnis zehntausende Kinder und Familien auf die Straße. In 180 Orten in ganz Deutschland, darunter auch in Gifhorn, und weiteren Ländern finden unter dem Motto „Uns gehört die Straße“ Fahrraddemos für kinder- und fahrradfreundliche Orte statt. 250 Organisationen und fast 70.000 Unterzeichnende unterstützen die Forderungen der Kidical Mass nach einem kinderfreundlichen Straßenverkehrsrecht bereits in einer entsprechenden Petition.

In Gifhorn findet die Fahrraddemo am Sonnabend, 14. Mai, statt. Sie beginnt um 15 Uhr am Schloss Gifhorn.

Die Kidical-Mass-Organisator:innen betonen: Alle Kinder und Jugendlichen sollen sich sicher und selbstständig mit dem Fahrrad und zu Fuß bewegen können. Doch das aktuelle Straßenverkehrsrecht verhindert das, denn es bevorzugt allein das Auto. Das muss sich dringend ändern. 

Simone Kraus vom Kidical-Mass-Aktionsbündnis sagt: „Damit die Verkehrswende gelingt, ist es wichtig, dass sich alle Menschen auf dem Rad und zu Fuß sicher fühlen können. Wir brauchen ein Straßenverkehrsrecht, bei dem die ungeschützten Verkehrsteilnehmer:innen Vorfahrt haben – vor allem die Kinder. Davon profitieren wir alle.“

ADFC-Bundesvorsitzende Rebecca Peters sagt: „Kinder außerhalb von Autos sind im Verkehrsrecht eigentlich gar nicht vorgesehen. Das Straßenverkehrsrecht schützt Kinder nur dann, wenn sie in Autos kutschiert werden – das ist diskriminierend und verkehrspolitisch völlig kontraproduktiv. Klimafreundlicher Verkehr in lebenswerten Städten und Dörfern funktioniert nur, wenn das Radfahren und Zufußgehen für die kürzeren Stecken die naheliegendste und attraktivste Option ist. Dann können Kinder selbständig und sicher von A nach B kommen – ganz ohne Elterntaxi.“  

 Die Forderungen des Kidical Mass-Aktionsbündnisses 

  • Das neue Straßenverkehrsrecht muss die Schutzbedürftigkeit von Kindern in den Mittelpunkt stellen und Vision Zero – null Verkehrstote und Schwerverletzte – zum Ziel haben
  • die selbständige und sichere Mobilität der Kinder ermöglichen – auf dem Weg zur Schule, zu Freund:innen, zum Sportverein oder Spielplatz. 
  • Städte und Gemeinden müssen die Freiheit erhalten, kinder- und fahrradfreundliche Maßnahmen nicht nur an einzelnen Gefahrenstellen umzusetzen, sondern im gesamten Stadtgebiet. Das umfasst zum Beispiel: 
    • geschützte oder baulich getrennte, breite Radwege an Hauptverkehrsstraßen und Landstraßen sowie geschützte Kreuzungen (nach niederländischem Vorbild)
    • Tempo 30 auf Hauptverkehrsstraßen innerorts
    • Schulstraßen und Zonen ohne Autoverkehr (temporäre Kfz-Durchfahrverbote)
    • Fahrradstraßen und Fahrradzonen als flächendeckendes Netz und Grundlage für ein sicheres Schulwegnetz
    • Straßen ohne Durchgangsverkehr in Wohngebieten (zum Beispiel wie Kiezblocks in Berlin oder Superblocks in Barcelona)

„Wer sagt, dass Straßen nur für Autos da sind und nicht für Kinder?“, fragt Paula (13) aus Berlin. Und Wenzel (10) aus Guayaquil in Ecuador fordert: „Die Politiker sollen endlich aufhören, uns Kinder zu ignorieren!“

Startschuss noch in diesem Jahr

Die Kidical Mass fordert Bundesverkehrsminister Volker Wissing dazu auf, umgehend die Reform des Straßenverkehrsrechts auf den Weg zu bringen. Parallel zur Überarbeitung des Straßenverkehrsgesetzes muss er frühzeitig das Gespräch mit den Ländern aufnehmen, um 2023 die Umsetzung der neuen Gesetzesziele in der Straßenverkehrsordnung sicherzustellen.

Über das Kidical-Mass-Aktionsbündnis

Die Kidical Mass ist eine weltweite Bewegung. Seit 2017 gibt es sie auch in Deutschland. Bei bunten Fahrraddemos erobern Radfahrende von 0 bis 99 Jahren die Straße. Die Kidical Mass setzt sich für kinder- und fahrradfreundliche Städte und Gemeinden ein. Herzstück des Aktionsbündnisses sind über 250 lokale Organisationen und Initiativen. Ein einzigartiges Netzwerk – dezentral, selbstorganisiert und gemeinsam stark. Unterstützt wird es von den überregionalen Partner:innen: ADFC, Campact, Changing Cities, Deutsches Kinderhilfswerk, Greenpeace, Pro Velo Schweiz und VCD.

Mittwoch, 27. April 2022

Backtag am 1. Mai

Noch keine Idee für einen Ausflug am 1. Mai? Wie wäre es mit einem Besuch im Handwerksmuseum Suhlendorf? Dort beginnt der Mai mit einem Backtag. Von 10 bis 17 Uhr ist der Kaffeegarten geöffnet, und durch das Fenster des Backhauses kann dem Bäcker bei der Arbeit zugeguckt werden. Auch andere Handwerker, wie zum Beispiel der Schmied, der Tischler und der Imker, sind an diesem Aktionstag an ihren Arbeitsplätzen anzutreffen. Spinnerin und Schneiderin haben ebenfalls ihre Teilnahme zugesagt. Außer Kaffee und Brot und Kuchen aus dem Holzbackofen werden auch Salate, Gegrilltes und diverse Getränke angeboten.

 

Lecker: frischgebackenes Brot aus dem Holzbackofen im Backhaus des Handwerksmuseums Suhlendorf. 
Foto: Museumsverein Suhlendorf e.V.

Montag, 25. April 2022

Labormobil kommt am 3. Mai nach Celle und Gifhorn

Umweltschützer untersuchen Brunnenwasser aus heimischen Gärten

Das Wasser aus dem eigenen Gartenbrunnen stellt auch dieses Jahr bei steigenden Temperaturen wieder eine gute Alternative zum kostbaren Leitungswasser dar. Kinder wollen planschen und das selbst angebaute Gemüse sowie die Blumen müssen täglich bewässert werden. „Früher hat jeder das Wasser aus dem eigenen Brunnen bedenkenlos nutzen können. Doch leider sind heute wesentlich mehr gesundheitsschädliche Stoffe nachzuweisen“, so Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende im VSR-Gewässerschutz.

Viele Belastungen kann man nicht sehen oder riechen. Ob das eigene Brunnenwasser für das Befüllen des Planschbeckens, zum Gießen, als Tränkwasser für Tiere oder sogar zum Trinken geeignet ist, kann man am Labormobil der gemeinnützigen Organisation VSR-Gewässerschutz erfahren. Es steht am Dienstag, 3. Mai, von 9 bis 11 Uhr in Celle vor dem Wasserspiel an der Stechbahn und von 15 bis 17 Uhr in Gifhorn am Ceka-Brunnen in der Fußgängerzone (Steinweg).

Wasserproben nehmen Dipl.-Physiker Harald Gülzow und  Dipl.-Ing. Heinz-Wilhelm Hülsmann in den oben genannten Zeiten am Labormobil entgegen. Eine Grunduntersuchung auf den Nitrat-, Säure- und Salzgehalt wird gegen eine geringe Kostenbeteiligung von zwölf Euro angeboten. Diese Untersuchung wird bereits vor Ort vorgenommen, sodass die Bürger ihre Ergebnisse schon gegen Ende der Aktion abholen können. Gegen eine weitere Kostenbeteiligung werden die Wasserproben auf Parameter wie Eisen, Phosphat sowie Bakterien untersucht. Das Ergebnis dieser Analysen wird mit einem ausführlichen Gutachten per Post zugesandt.

Diplom-Physiker Harald Gülzow analysiert eine Wasserprobe. Foto: VSR-Gewässerschutz e.V.

Die Brunnenbesitzer werden mit ihren Messwerten nicht allein gelassen. Das Team vom VSR-Gewässerschutz beantwortet immer donnerstags von 10 und 13 Uhr unter der Telefonnummer 02831 9763342 Fragen zum Gutachten. Damit die Ergebnisse auch aussagefähig sind, sollen zur Probenahme und zum Transport Mineralwasserflaschen genutzt werden. Besonders geeignet sind dabei bis zum Rand gefüllte 0,5 l Flaschen aus Kunststoff. 


Brunnenwasserbelastung in den Landkreisen Celle und Gifhorn

Die regionale Auswertung der Brunnenwasserergebnisse durch den VSR-Gewässerschutz in den vergangenen fünf Jahren hat ergeben, dass das Wasser aus 78 % der privat genutzten Brunnen im Kreis Celle und aus 61 % der privat gebutzten Brunnen im Kreis Gifhorn nicht ohne weitere Maßnahmen zum Befüllen eines Planschbeckens geeignet ist. Die häufigsten Belastungen, die die Gewässerexperten festgestellt haben, sind Nitrat, Eisen und Bakterien. Auf der Internetseite der gemeinnützigen Organisation gibt es ausführliche Informationen über die festgestellten Belastungen des Grundwassers im Kreis Celle und im Kreis Gifhorn.


Bakterien im Brunnenwasser durch Starkregen

Das Brunnenwasser kann bakteriell belastet werden, wenn der Brunnen nicht ausreichend gegen das Eindringen von Regenwasser geschützt ist. Dies passiert meistens bei Starkregenfällen, wenn es zu Wasseransammlungen im Brunnenbereich kommt. Selbst wenn das Wasser im Planschbecken gechlort oder anderweitig desinfiziert wird, kann eine eine vorhandene bakterielle Belastung nicht beseitigt werden. Der Einsatz derartiger Mittel ist lediglich zur Verhinderung der Verkeimung bei der Nutzung gedacht und nicht um Vorbelastungen zu beheben. Ist eine starke Belastung mit Bakterien im Brunnenwasser festgestellt worden, ist es nicht zum Befüllen eines Pools oder zum Gießen von Gemüse geeignet. Der VSR-Gewässerschutz stellt dem Brunnenbesitzer dann eine Checkliste zur Verfügung. Diese hilft die Ursachen zu finden und erläutert die möglichen Maßnahmen zur Sanierung.


Regenwasser versickern – Grundwasserspeicher auffüllen

Durch den Klimawandel wird es zukünftig häufiger zu Extremwetterereignissen kommen. Jeder Gartenbesitzer kann durch Versickerung des Regens dazu beitragen, dass die Kanalisation entlastet und Hochwasser vermieden werden kann. Niederschlag, der in regenreichen Monaten versickert, füllt das Grundwasser wieder auf. Es wird Wasser für trockene Monate gespeichert. In Dürreperioden sind Gartenbesitzer froh, wenn sie auf das Wasser aus dem eigenen Brunnen zurückgreifen können. An den Informationsständen zeigt der VSR-Gewässerschutz den Brunnenbesitzern auf, wie wichtig der Schutz des Grundwassers ist. 


VSR-Gewässerschutz im Einsatz für sauberes Wasser

Der VSR-Gewässerschutz ist eine gemeinnützige Umweltschutzorganisation und setzt sich seit mehr als 40 Jahren für den Grundwasserschutz ein. „Mit unseren Messkampagnen möchten wir erreichen, dass in Zukunft jeder Gartenbesitzer das Grundwasser im Garten nutzen kann und nicht aufgrund vorliegender Verschmutzungen auf Leitungswasser ausweichen muss.“ so Susanne Bareiß-Gülzow. Sie gibt zu denken: „Grundwasser stellt auch außerhalb der Wasserschutzgebiete eine wichtigeTrinkwasserressource für zukünftige Generationen dar!“ 

Freitag, 22. April 2022

Tag der Tiere im Museumsdorf Hösseringen

 Am Sonntag, 1. Mai, findet von 10:30 Uhr bis 17:00 Uhr im Museumsdorf Hösseringen der „Tag der Tiere“ statt. Geflügel- und Kaninchenzüchter aus der Region präsentieren die Vielfalt alter Nutzgeflügel- und Hauskaninchenrassen. Zu sehen sind Puten, Gänse, Enten, Hühner, Zwerghühner und Tauben sowie verschiedene Kaninchenrassen. Die Züchter sind ganztägig vor Ort und beantworten gern Fragen von interessierten Besucherinnen und Besuchern.

Gänse, Enten und Hühner verschiedener Rassen sind beim "Tag der Tiere" ebenso zu sehen wie Kaninchen. Foto: Museumsdorf Hösseringen 

In seiner historischen Werkstatt arbeitet der Museumsschmied und erklärt den Besuchern das alte Handwerk. Wer möchte, kann seine Fertigkeiten selbst ausprobieren und einen Nagel oder einen Haken schmieden. Auch die Weberin zeigt ihre Handwerkskunst.

Kinder aufgepasst: Die neuen Ferkel sind da und suchen noch nach einem Namen. Außerdem gibt es Bastel- und Mitmachaktionen. Das beliebte Ponyreiten findet in der Zeit von 14 bis 16 Uhr statt. Und auch Speisen und Getränke werden angeboten.

Donnerstag, 21. April 2022

Ich komme vom Mond

Hermann Wiedenroth liest im Kloster Wienhausen aus einem Buch von Hansjürgen Weidlich

Der Bargfelder Literat und Antiquar Hermann Wiedenroth, der schon viele Lesesommer des Schulmuseums Steinhorst mit seinen Beiträgen bereichert hat, liest am Freitag, 29. April, von 20 Uhr an im Sommerrefektorium des Klosters Wienhausen aus dem Buch "Ich komme vom Mond" von Hansjürgen Weidlich aus dem jahr 1969. Der gastgebende Kulturkreis Wienhausen verspricht: "Herzhaftes Lachen, verschmitztes Lächeln und jede Menge Spaß. Aber auch einiges, was an den unvergessenen Weidlich erinnert, Informatives und Interessantes".

Das Buch "Ich komme vom Mond" ist nur noch antiquarisch erhältlich. 

Hansjürgen Weidlich, der 1905 in Holzminden geboren wurde und 1985 in Göttingen gestorben ist, war Schriftsteller und als Autor für Funk und Fernsehen tätig. Bekannt ist er vor allem für seine heiteren Erzählungen und Plaudereien. Claus Harms beschrieb ihn in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung einmal als "herrlich eulenspiegelhafte Type", die nichts weiter erzählen will als "wie es so ist im menschlichen Leben".

Karten für die Lesung können für 18 Euro (Kinder und Jugendliche zahlen 5 Euro), telefonisch unter 05149 18660 oder mit einer E-Mail an info@kulturkreis-wienhausen.de bestellt werden. Für die Besucherinnen und Besucher gilt die 3G-Regel. Eine FFP-2-Maske ist auch am Sitzplatz zu tragen.


Donnerstag, 14. April 2022

Fasziniert vom Miteinander von Wasser und Bäumen

Die Malerin Kerstin Sørensen stellt am Wochenende nach Ostern in ihrem Haus in  Eimke aus

FOLKERT FRELS / Text und Fotos

Das Licht der Welt erblickte sie im März 1968 in Langenhagen, war schon als Kind viel in Wald und Feld unterwegs. Früh erwachte in ihr der Wunsch, die dabei gewonnenen Eindrücke wiederzugeben: Kerstin Sørensen begann 1987 Kunst zu studieren, schloss dies Fach mit einem Einser-Diplom ab. An der Statens Kunstakademi in Oslo studierte sie anschließend weiter, ließ sich dann in Nordnorwegen nieder und unterrichtete Kunst- und Kulturgeschichte. Über ihre Zeit in Norwegen erzählt sie: „Als ich meinen Mann kennenlernte, habe ich ihm im Stall geholfen, später haben wir geheiratet, vier Kinder zusammen bekommen, einen Hof gekauft und ihn lange Jahre betrieben. Nebenher habe ich zwei Ferienhäuser vermietet. In der Zeit blieb kaum Zeit zum Malen. Nachdem mein Mann tragisch ums Leben gekommen ist, habe ich den Hof noch sieben Jahre weiter geführt.“  In der freien Zeit malte sie viel „draußen und drinnen“. 2020 kam sie wieder nach Deutschland zurück, kaufte sich in Eimke, ganz in der Nähe ihrer Eltern, ein altes, wie sie sagt: „charmierendes“ Haus. Dies Haus restaurierte sie mit viel Liebe und Eigenarbeit – sie fühlt sich gut aufgenommen und sehr wohl in Eimke.

Am Wochenende nach Ostern öffnet sie die Türen ihres Hauses in Eimke, Salzwedeler Straße 10, um im Rahmen einer Ausstellung ihre Werke zu zeigen, die sowohl im Atelier als auch im ganzen Haus zu sehen sind. Ihre Bilder – sowohl Aquarelle als auch Ölbilder – sind eine Liebeserklärung an die Lüneburger Heide. Sie malt naturalistische Landschaften, Wälder mit kleinen verwunschenen Gewässern, Heideflächen und zeigt so ihre Verbundenheit mit der Natur. Die Aquarelle sind, so betont sie, direkt „vor Ort“ entstanden, während sie die Ölbilder nach Skizzen im Atelier erstellte und dabei ihre Eindrücke verarbeitete. 

Die Künstlerin Kerstin Sørensen ist begeistert von den Landschaften der Lüneburger Heide.


„Ich bin begeistert von der Landschaft in der Lüneburger Heide: Es ist etwas hügelig, Kulturflächen sind unterbrochen von kleinen Waldstücken, die rauhe Schönheit der Heideflächen, die dann im August/September rotviolett glühen, die vielen unterschiedlichen Wälder und ganz besonders die Auenwälder und die sumpfigen Bruchwälder. Es hat mich schon immer fasziniert wie das Licht durch die Stämme fällt und gefiltert wird, den Raum beschreibt, es nach hinten hin heller oder dunkler wird, wie die Bäume wachsen und wie die Zweige sich in den Raum strecken.“ Über ihre Herangehensweise sagt sie: „Wenn ich im Wald bin, nehme ich alles in mir auf, sehe das Licht, die Stämme, die Stimmung im Wald und will nur das umsetzen. Es ist auch etwas meditativ, dort draussen zu stehen und unvoreingenommen in Farbe umzusetzen, was ich sehe. Es geht mir weniger um die fotografische Wiedergabe der Natur – vielmehr möchte ich die ganze Stimmung, die in der Landschaft ist, und das Licht wiedergeben. Die Kombination von Wasser und Bäumen ist für mich magisch und symbolisch beladen. Wasser als Lebensspender, die Spiegelung mystisch, unergründlich unter der Wasseroberfläche – wie unsere Seele. Es liegt eine Ruhe über der Spiegelung im Wasser.“

Bäume am Wasser gehören zu den Lieblingsmotiven der Malerin.

Es heißt, dass naturnahe Landschaften einen positiven Effekt auf unsere psychische Gesundheit haben. Dieser steigert sich noch in Verbindung mit Wasser. Denkbar ist, dass uns das Betrachten eines Landschaftsbildes gut tut, dass es Balsam für die Seele sein kann. Wer in die Welt von Kerstin Sørensen eintaucht, wird wahrscheinlich die wohltuende Wirkung der Werke spüren. Betrachtet werden können die Bilder in der Ausstellung im Haus von Kerstin Sørensen in Eimke, Salzwedeler Straße 10, am Sonnabend, 23. April, von 14 bis 18 Uhr und am Sonntag, 24. April, von 11 bis 18 Uhr.

Mittwoch, 13. April 2022

Kunst oder Kitsch?

Antiquitäten und Kunstwerke schätzen lassen im Museumsdorf Hösseringen

Am Sonnabend, 23. April, können Besucherinnen und Besucher des Museumsdorfes Hösseringen von 10:30 bis 14 Uhr ihre privaten Kunstwerke und Antiquitäten schätzen lassen.

Ganz nach dem Motto „Ein Schatz ist's für den einen – der andere sieht darin keinen“ begutachtet der Kunstsachverständige und Nachlassexperte Klaus-Dieter Müller die von den Besucherinnen und Besuchern mitgebrachten Gegenstände und gibt eine Einschätzung – und wenn möglich – eine finanzielle Bewertung dazu ab. Ob Bilder, Porzellan und Keramik, Plastiken oder auch das alte Schiffsmodell – mitgebracht werden kann alles, was antik ist, außer Teppiche.

Hier wird dem Experten ein altes Bild zum Schätzen vorgelegt. Foto: Museumsdorf Hösseringen

Bis zu fünf Gegenstände können begutachtet werden, zu zahlen ist der reguläre Museumseintritt, die Schätzung ist kostenlos. Wer dieses Angebot nutzen möchten, sollte sich vorab mit den zu schätzenden Objekten unter der Telefonnummer 05826 1774 oder mit einer E-Mail an info@museumsdorf-hoesseringen.de anmelden, damit der Experte sich optimal vorbereiten kann. Alle Veranstaltungen finden vorbehaltlich neuer Coronaregelungen statt. 

Sonntag, 10. April 2022

Friedfertige Nützlinge

 Wildbienen kommen mit der Frühjahrssonne wieder aus ihren Winterquartieren

Das Frühlingswetter lockt die ersten Wildbienen aus ihren Überwinterungsverstecken – sie kriechen aus dem Boden, dem Rasen im Vorgarten oder aus dem Sandkasten hervor. Die ersten Hummeln fliegen dicht über dem Boden, den Grasflächen oder vor Mauerritzen und sonstigen Unterschlüpfen in Wänden. Die Frühjahrsarten unter den Wildbienen beginnen jetzt mit dem Bau ihres Nestes beziehungsweise Staates. Die kleinen Insekten mit ihrem Stachel, dem sogenannten Wehrstachel, lösen bei einigen Menschen Verunsicherung aus. Können sie gefährlich sein, insbesondere für kleine Kinder? Wie verhält man sich am besten, wenn die Tiere in der Nähe nisten? Das Institut für Bienenkunde Celle des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) rät, sich mit den Lebensgewohnheiten dieser nützlichen und unter Artenschutz stehenden Tiere vertraut zu machen.

Rotpelzige Sandbiene (Andrena fulva). Foto: LAVES / O. Boecking

Die Wildbienen gehören in Deutschland zu den besonders geschützten Arten – es gibt annähernd 580 verschiedene. Die Hummeln gehören wohl zu den bekanntesten. „Diese Bienen sind sehr friedfertig und würden nur stechen, wenn man sie mit den Fingern drücken würde. Der überwiegende Teil der Wildbienen besitzt einen so weichen Stachel, dass dieser nicht einmal die menschliche Haut durchdringen könnte“, erläutert Dr. Otto Boecking vom LAVES Institut für Bienenkunde. Die Tiere interessieren sich nicht für Lebensmittel oder süße Getränke. Noch nicht einmal um kleine Kinder müsse man sich Sorgen machen, selbst wenn die Bienen in ihrer Nähe nisten. Da die Bienen nur kurze Zeit aktiv sind, empfiehlt es sich, sie zu beobachten und einfach ruhig abzuwarten. Nach ein paar Wochen – wenn die Nester gebaut sind – kehrt wieder Ruhe ein.

„Die Wildbienen sammeln fleißig Pollen und Nektar und leisten damit die für uns und die Natur so wertvolle Bestäubungsarbeit. Sie besitzen essentielle Funktionen im Naturhaushalt und stehen generell unter Artenschutz“, betont Dr. Otto Boecking. Ein Umsiedeln ist kaum möglich. Der Experte sieht dazu auch keine Notwendigkeit, denn die Tiere richten keinen Schaden an und sind völlig ungefährlich.

Freitag, 8. April 2022

Osterkränze & Möhrenbrot, Maja & Willi

Beim nächsten Backtag im Handwerksmuseum Suhlendorf am Ostermontag, 18. April, holt der Museumsbäcker außer dem beliebten Blechkuchen auch ostertypische Leckereien aus dem großen, mit Holz befeuerten Steinbackofen. Von 10 bis 17 Uhr können im Backhaus Osterkränze und Möhrenbrot genossen werden. Für Kinder sind Ostertüten vorbereitet. Wer statt Süßem Herzhaftes bevorzugt, wird im Grillhaus fündig. 

Kinder können vor dem Frisörsalon  ausprobieren, ob sie Begabung für das Frisörhandwerk haben.
Foto: Handwerksmuseum Suhlendorf

Aber nicht nur Speisen und Getränke locken am Ostermontag ins Handwerksmuseum. Etliche Handwerker, unter ihnen Schmied, Frisörin, Stuhlflechter, Spinnerin, Schneiderin und Imker, machen traditionelles Handwerk lebendig. Die Besucherinnen und Besucher können sich mit Hilfe eines Museumsführers orientieren. Vor jeder Werkstatt bietet eine Informationstafel eine Einführung in die Historie des Handwerks. Auf der Tafel befinden sich auch die Hinweise, welche Informationen weiterführend im Audioguide angeboten werden. Mit einem Entdeckerheft haben Kinder eine besondere Möglichkeit, die Ausstellungen selbstständig oder mit Hilfe zu erkunden. Kurz vor den Osterferien war die Suhlendorfer Bienenklasse zu einem Aktionstag im Museum und konnte die beiden neuen Holzfiguren begrüßen. Maja und Willi stammen von André Löbnitz aus Hösseringen und warten auf viele andere Kinder.

Die Suhlendorfer Bienenklasse begrüßt Maja und Willi. Die beiden, von André Löbnitz geschnitzten Holzfiguren wurden vor dem Imkerhaus aufgestellt. Aus dem Fenster unterm Dach winkt Imker Tiedecke Heilmann. Foto: Handwerksmuseum Suhlendorf

Montag, 4. April 2022

Storchenfest im NABU-Artenschutzzentrum

Das weithin sichtbare und alljährlich zuverlässig besetzte Storchenest auf dem Schornstein der ehemaligen Molkerei in Leiferde bei Gifhorn, in der sich heute das NABU-Artenschutzzentrum befindet, war Namensgeber für das Storchenfest, das nach dem (vorläufigen?) Ende der Corona-Pandemie in diesem Frühling nun wieder weitgehend in bewährter Form stattfinden soll. Die einzige Einschränkung: es herrscht Maskenpflicht auf dem Gelände. 

Der Namensgeber des Storchenfestes verfolgt aus luftiger Höhe das bunte Treiben auf dem Gelände des NABU-Artenschutzzentrums. Foto: NABU-Artenschutzzentrum

Am Sonntag, 24. April, werden den Besucherinnen und Besuchern von 11 bis 17 Uhr Führungen durch das Artenschutzzentrum und an zahlreichen Ständen Informationen zu Naturschutzthemen geboten. So geht es zum Beispiel um Nistkästen, um den Wolf und die Arbeit des Artenschutzzentrums. Außerdem lockt eine Tombola, und es werden verschiedene Naturschutzprojekte und empfehlenswerte Bücher vorgestellt. Kinder können sich auf Bastel- und Mitmachaktionen freuen.

Vielfältig ist auch das Angebot an Speisen und Getränken. Es reicht von Bratwurst und Pommes frites über Kaffee und Kuchen bis zu Eis und frischgebackenen Waffeln. Besucherinnen und Besucher, die mit dem Fahrrad zum Fest kommen, werden mit einem Erfrischungsgetränk begrüßt.

Hier können Kinder Störche beringen. Foto: NABU-Artenschutzzentrum

Donnerstag, 31. März 2022

NABU: Junge Feldhasen nicht anfassen!

Die wenige Wochen alten Jungtiere benötigen nur in Ausnahmefällen menschliche Hilfe

Auch wenn es nachts noch kalt ist und die Temperaturen nicht beständig sind, sind zuweilen schon die ersten, in diesem Jahr geborenen Feldhasen in der Feldmark anzutreffen. 

Junger Feldhase in der Obhut des NABU-Artenschutzzentrums in Leiferde. Foto: Bärbel Rogoschik

Die ersten Feldhasen kommen bereits im Winter auf die Welt. Die meist zwei bis vier Jungen werden vollständig entwickelt, mit offenen Augen und dichtem Fell geboren. Eng aneinander gedrängt hocken sie in einer vom Muttertier gescharrten Mulde. Die Mutter kommt ein- bis zweimal in der Nacht vorbei, um die kleinen Hasen zu säugen. Den Rest des Tages bleiben sie regungslos in ihrem Versteck. Nach etwa fünf Wochen ist der Nachwuchs selbstständig und nimmt feste Nahrung zu sich.

So lange dürfen die Jungtiere nicht gestört werden. „Zu dieser Jahreszeit kommt es aber immer wieder vor, dass völlig gesunde Tiere aus Unkenntnis heraus durch menschliches Handeln zu Waisen werden. Denn manchmal sind die von der Mutter gewählten Verstecke gar nicht so versteckt und Menschen werden auf die Junghasen aufmerksam“, weiß Andrea Pohlen von der NABU-Regionalgeschäftsstelle Heide-Wendland in Celle. Mit ihren überproportional großen Köpfen und großen runden Augen entsprechen junge Feldhasen dem perfekten Kindchenschema, welches in uns den Pflege- und Beschützerinstinkt anregt. Um in der Natur vor Feinden sicher zu sein, verhalten sie sich unauffällig und reagieren bei Annäherung phlegmatisch. „Für den Menschen kann dieses natürliche Verhalten fälschlicherweise auf Hilflosigkeit hindeuten. Tatsächlich benötigen die Jungtiere aber nur in absoluten Ausnahmefällen menschliche Hilfe. Deswegen gilt: Junge Feldhasen dürfen nicht angefasst werden!“, rät die Naturschützerin. Anders als beispielsweise Vögel, riechen Hasen, wenn ihr Junges Kontakt mit Menschen hatte. Oftmals werden Jungtiere dann von ihrer Mutter verstoßen und werden durch gut gemeintes Handeln erst hilflos. Nur wenn die Kleinen offensichtlich verletzt oder krank sind, ist ein menschlicher Eingriff notwendig. In diesen Fällen steht das NABU-Artenschutzzentrum in Leiferde als Ansprechpartner zur Verfügung. Auf keinen Fall sollte man versuchen ein Tier selbst aufzupäppeln. Die Aufzucht verletzter Wildtiere ist sehr aufwändig und kostenintensiv und muss durch erfahrenes und geschultes Personal stattfinden. Die beste Option für Junghasen – und auch alle anderen Wildtiere - ist und bleibt das Aufwachsen in der Natur unter der Fürsorge der Eltern. Der NABU Heide-Wendland appelliert deswegen an Spaziergänger und Spaziergängerinnen scheinbar verlassen Wildtiere nicht vorschnell aufzunehmen und sich erst bei fachkundigen Stellen zu informieren, bevor ein Tier angefasst oder aus seinem natürlichen Lebensraum entnommen wird.

 

Dienstag, 22. März 2022

Historische Landschaften und moderne Landschaftsverbände

Wanderausstellung im Museumsdorf Hösseringen

Noch bis zum 24. April ist im Museumsdorf Hösseringen die Wanderausstellung „Den Niedersächsischen Regionen verbunden – Historische Landschaften und moderne Landschaftsverbände" zu sehen.

Die Historischen Landschaften sowie die modernen Landschaftsverbände tragen heute maßgeblich zum Erhalt der regionalen Vielfalt und Identität in Niedersachsen bei. Die Geschichte und Bedeutung insbesondere der Historischen Landschaften sind jedoch der breiten Öffentlichkeit kaum bekannt. Aus diesem Grund widmet sich die Wanderausstellung detailliert diesen Institutionen. Die unter dem Begriff „Landschaft“ zusammengefassten Landstände der Prälaten, des Adels und der Städte besaßen das Recht der Steuerbewilligung. Auf ihren Zusammenkünften, den sogenannten Landtagen, wurden in der Regel die Geldforderungen des Landesherrn und die an ihn gerichteten Beschwerden der Landstände verhandelt.

Der historische "Landtagsplatz" im Museumsdorf Hösseringen. Foto: Museumsdorf Hösseringen

Für das Museumsdorf gibt es einen besonderen Grund, diese Ausstellung zu zeigen. Denn von 1532 bis 1652 fanden die Landtage des Fürstentums Lüneburg vor allem unter freien Himmel im „Schot“ bei Hösseringen statt. Der Versammlungsort der Landstände wurde später am heutigen „Landtagsplatz“ lokalisiert, dessen aktuelle Gestalt Ergebnis der Umgestaltungen 1936 und 1972 ist. 2019 wurde der Landtagsplatz Teil des Museumsgeländes. In der Ausstellung widmet sich eine Vitrine der wechselvollen Geschichte dieses Ortes. Eine Themenführung zur Ausstellung wird am Freitag, 01.04.2022 um 14 Uhr angeboten. Anmeldung bis zum 30. März beim Museumsdorf Hösseringen, Telefon 05826 1774, E-Mail: info@museumsdorf-hoesseringen.de.



Freitag, 18. März 2022

Ostereiermarkt

So kunstvoll verzierte Ostereier wie diese von Sybille Mewes-Kropp sind am 27. März im Museumsdorf Hösseringen zu bestaunen. Foto: Museumsdorf Hösseringen

Der Ostereiermarkt im Museumsdorf Hösseringen stimmt am Sonntag, 27. März, auf das Osterfest ein. Die Mitglieder des Wendländischen Ostereierkreises und ihre Gäste präsentieren ein buntes Angebot an phantasievoll und mit handwerklichem Können verzierten Straußen-, Enten-, Hühner- und Wachteleiern. Ob mit Naturfarben oder Ölfarben bemalt, graviert, beklebt, perforiert, gefräst oder aus Holz handgedrechselt – eine Vielfalt von Motiven und Techniken, mit denen die zerbrechlichen Kunstwerke geschaffen wurden, lädt zum Staunen und Kaufen ein. Außerdem werden Strohflechttechniken, österliche Dekoration und Floristik für Frühling und Ostern gezeigt. Kinder können zwischen 11 und 15 Uhr Osteranhänger in der Museumsschmiede biegen. Weitere Informationen unter www.museumsdorf-hoesseringen.de.

Mittwoch, 16. März 2022

Frühlingsfrisches Calluna-Heft

Der Frühling beginnt – wie jede Jahreszeit – mit einem neuen Calluna-Heft. Dieses erscheint am 21. März und enthält wieder viele interessante Beiträge aus der Südheide. Es geht wieder um Menschen, Tiere, und Pflanzen, außerdem um alte Häuser und um ein 300 Jahre altes Buch.

Unsere Streifzüge – zu Fuß und mit dem Fahrrad – machen Lust auf Touren durch die erblühende Frühlingslandschaft. Und beim Zusammenstellen des Veranstaltungskalenders für dieMonate April, Mai und Juni haben wir den Schwerpunkt auf Führungen im Freien, Rad- und Wandertouren sowie Exkursionen gelegt.

Abonnentinnen und Abonnenten erhalten das neue Heft per Post ins Haus geliefert. Sie haben noch kein Abo? Hier können Sie es direkt bestellen:


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Backtag zum Saisonstart am 27. März

Zum Saisonstart gibt es Leckereien aus dem Holzbackofen im Backhaus des Handwerksmuseums.
Foto: Inka Lykka Korth

Das barrierefreie Handwerksmuseum Suhlendorf  startet am Sonntag, 27. März, mit einem Backtag in die neue Saison. Von 10 bis 17 Uhr können im Kaffeegarten frische Leckereien aus dem Holzbackofen genossen werden. Herzhaftes wird im Grillhaus und Flüssiges unter dem Göpel angeboten. Zur Feier des Tages wird ab 14 Uhr das Blechbläserensemble „Heide Brass Uelzen“ ein Konzert mit einem breiten Programm verschiedener Musikstile geben. Ein Dutzend Handwerker machen traditionelles Handwerk lebendig. Zur Orientierung auf dem Museumsgelände erhalten die Besucherinnen und Besucher einen Museumsführer. Vor jeder Werkstatt bietet eine Informationstafel eine Einführung in die Historie des Handwerks. Auf der Tafel befinden sich auch die Hinweise, welche Informationen weiterführend im Audioguide angeboten werden. Mit einem Entdeckerheft können Kinder viele traditionelle Berufe kennenlernen.

Die Wollsteiner Heimatstube ist überarbeitet worden und zeigt ein neues Erscheinungsbild. Die Beleuchtung wurde neu gestaltet und mit Spendenmitteln der Sparkasse Uelzen Lüchow-Dannenberg unterstützt. Wie alle Werkstätten des Handwerksmuseums, so hat auch sie Wollsteiner Heimatstube am Eingang eine Informationstafel erhalten. Auf der Tafel findet man auch Hinweise, welche Informationen weiterführend im Audioguide angeboten werden.

Der Besucher wird die großzügigen Parkmöglichkeiten vor dem Museum und viele neue Kleinigkeiten auf dem Freigelände bemerken, wie z. B. Sitzgruppen, neue Figuren, weitere Fenster im Göpel usw.

Dass das Leben im Handwerksmuseum trotz der Pandemie weiterging, liegt an der familiären Atmosphäre des Museumsvereins und seiner engagierten Mitglieder, den Ehrenamtlichen und der vielen Unterstützung aus dem Freundeskreis. Darauf ist der Vorstand des Museumsvereines besonders stolz und wünscht sich eine erfolgreiche 15. Saison. Der Vorstand würde sich freuen, wenn weitere Leute an der erfolgreichen Entwicklung des Handwerksmuseums mit mitarbeiten wollen. Weitere Informationen sind beim Vorsitzenden Christian Niemann, Telefon  05820 1278, erhältlich.

Die Heide Brass Band spielt im Handwerksmuseum.    Foto: Handwerksmuseum Suhlendorf

Und nach der Krise wird es wieder bunt

Kunstausstellung NIGHT ON EARTH

Die Künstlerin Susanne K. Knöpfle aus Bröckel stellt vom 10. April bis 14. Mai in den Räumen des Vereins KulturTrif(f)t in Celle, Trift 32, aus. In der Ausstellung mit dem Titel NIGHT ON EARTH sind schwarze oder dunkle Exponate zu sehen, Bilder die schon einen ersten Riss bekommen, filigrane Wachsarbeiten die die Zeit der Ungewissheit demonstrieren und die vagen Zukunftsaussichten zeigen. In drei Arbeiten klettern Männchen hinein und hinaus aus der Krise. Zum Schluss können sich die BetrachterInnen über farbenfrohe abstrakte Werke freuen, die zeigen, dass es nach der Krise wieder bunt wird.

Auch dieser Blick in einen Birkenwald von Susanne K. Knöpfle ist in der Ausstellung zu sehen.

Die Ausstellung wird am Sonntag, 10. April, um 11 Uhr mit Musik des Komponisten und Gitarristen Michael Mario Busse aus Hannover eröffnet. Die Ausstellungsräume sind montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr sowie sonnabends und sonntags von 12 bis 17 Uhr geöffnet. Die Finissage findet am Sonnabend, 14. Mai von 11 Uhr an statt.

Im Rahmen der Ausstellung gibt es eine Mitmach-Aktion: „Bitte schenk mir nur zwei Wörter“. Alle, die mitmachen mögen, sollten per E-Mail zwei Wörter senden, und zwar möglichst ein Wort, das die Einsenderin oder der Einsender im Moment als negativ empfindet, und ein Wort, das sie oder er als besonders positiv erachtet; z.B. Hass und Liebe usw.. Beim Einreichen der Wörter sollten Vor- und Zunamen und Telefonnummer angeben werden. Nach Ausstellungsende wird unter allen „Wörterspendern“ ein Kunstwerk verlost. Alle Ausstellungsbesuchende sind eingeladen, ihre ausgewählten Wörter auf vorhandene Folien aufzuschreiben.


Freitag, 4. März 2022

Raubwürger gesichtet

 Seltener Gast in der Südheide 

Der Raubwürger. Foto: Christoph Moning

Ein Bericht über einen Raubwürger im Landkreis Celle würde viele Menschen vermutlich zunächst etwas verunsichern. Dabei sei die Beobachtung dieser in Deutschland stark gefährdeten Vogelart eigentlich ein Grund zur Freude, teilt Andrea Pohlen von der NABU-RegionalgeschäftsstelleHeide-Wendland in Celle mit. Der Raubwürger sei zwar das ganze Jahr über zu beobachten, doch es gebe nur um die 2000 Brutpaare, die überwiegend in der Mitte und im Osten des Landes anzutreffen sind. In diesem Fall wurde der seltene Gast auf einer Streuobstwiese im südlichen Teil des Landkreises Celle beobachtet. Aufgrund seiner Anwesenheit müssen sich also lediglich die hiesigen Mäuse und größere Insekten Sorgen, denn seine Nahrung, zur der auch kleinere Wirbeltiere zählen, spießt er mitunter zu Aufbewahrung auf Äste auf.

Dienstag, 1. März 2022

Heute beginnt die Brutsaison

Schonzeit beachten und Hecken nur vorsichtig schneiden

Zum Schutz des Zaunkönigs (Bild) und anderer Brutvögel sollten die Hecken- und Baumscheren von heute an nur noch sparsam zum Einsatz kommen. Foto: Kathy Büscher

Der 1. März ist ein ganz besonderes Datum für den Pflege- und Rückschnitt von Bäumen und Sträuchern. Denn laut Bundesnaturschutzgesetz beginnt am heutigen Tag die Nist- und Brutzeit für Vögel. In der Zeit vom 1. März bis 30. September sind daher Fällungen und Schnittmaßnahmen im öffentlichen Raum nicht erlaubt, um die Tiere nicht beim Nestbau oder bei ihrem Brutgeschäft zu stören. Von der Schonzeit sind alle Bäume, Sträucher, Hecken, Wallhecken und weitere Gehölze unabhängig vom Standort betroffen. Ausnahmen bilden nur schonende Form- und Pflegeschnitte, bei denen lediglich der jährliche Zuwachs entfernt wird. Beim Heckenschnitt sollte die Natur dennoch nicht unnötig geschädigt werden. Die NABU-Regionalgeschäftsstelle Heide-Wendland appelliert daher an Menschen mit Garten, Pflegeschnitte möglichst nicht in der Hauptbrutzeit der Vögel von März bis Juni vorzunehmen. „Hecken sind wertvolle Lebensräume und bieten in diesem Zeitraum einen optimalen Unterschlupf für Vögel, Säugetiere und Amphibien. Die Tiere ziehen dort ihren Nachwuchs groß, finden darin eine gute Versteckmöglichkeit und ziehen sich im frischen Grün auch mal zum Schlafen zurück“, sagt Andrea Pohlen, Leiterin der NABU-Regionalgeschäftsstelle Heide-Wendland in Celle. „Zudem könnten in aufgeschichteten Reisighaufen aus abgesägtem Holz und Ästen der vergangenen Monate bereits erste Vögel mit dem Nestbau begonnen oder Igel sowie andere Säugetiere einen Unterschlupf gesucht haben“, so Pohlen weiter. Der NABU bittet daher darum, solche Holz- bzw. Reisighaufen jetzt nicht mehr zu entfernen, sondern als Biotopstrukturen im Bestand zu belassen. Dies könne auch gleich zum Anlass genommen werden, im Garten eine kleine wilde Ecke zu belassen, die weitere Tiere anlockt: „Völlig unbewirtschaftete und unbehandelte Naturecken mit speziellen Lebensraumangeboten wie Reisighaufen, aber auch Laub- und Steinhaufen, Trockenmauern, Schmetterlingswiesen, offenen Lehmstellen und wassergebundenen Wegen, bieten vielen Tierarten Nahrung und Unterschlupf“, erklärt Andrea Pohlen. Komplettiert wird das Ensemble mit Nistkästen und Nisthilfen für Vögel, Fledermäuse, Hummeln und andere Lebewesen. Mit einer 30-seitigen Bauplansammlung für Nisthilfen aller Art und dem Garteninfopaket gibt der NABU Heide-Wendland gute Tipps, wie man Vögeln, Insekten, Amphibien und Co. einen geeigneten Nistplatz im Garten bieten und diesen naturnah gestalten kann. Das Infopaket kann angefordert werden gegen die Einsendung eines 10-Euro-Scheins bei der NABU-Regionalgeschäftsstelle Heide-Wendland, Stichwort ‚Naturnaher Garten‘, Schuhstr. 40, 29221 Celle. Hintergrund In dem seit 1. März 2010 gültigen Bundesnaturschutzgesetz heißt es in Paragraph 39: „Es ist verboten, Bäume, die außerhalb des Waldes, von Kurzumtriebsplantagen oder gärtnerisch genutzten Grundflächen stehen, Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September abzuschneiden oder auf den Stock zu setzen; zulässig sind schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Pflanzen oder zur Gesunderhaltung von Bäumen.“ Da der Gesetzgeber mit „gärtnerisch genutzten Grundflächen“ auch private Haus- und Kleingärten, unabhängig davon ob es sich um Zier- oder Nutzgärten oder um Kleingartenanlagen handelt, meint, gilt: Das Verbot findet für Bäume in privaten Haus- und Kleingärten in Niedersachsen keine Anwendung. Artenschutzrechtliche Regelungen sind jedoch zu beachten. Für Straßenbäume, die auf öffentlichen Grundflächen stehen, sowie für Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze dagegen gelten die Verbote des §39 BNatSchG uneingeschränkt. Weitere Informationen zum Heckenschutz: www.nabu-niedersachsen.de/tiere-und-pflanzen/pflanzen/hecken/index.html

Donnerstag, 17. Februar 2022

Öffentliche Abendmusik

NDR-Fernsehteam filmt am Sonntagabend in Böddenstedt

Als die Corona-Pandemie im Jahr 2020 auch unser Land erreichte, entschlossen sich die Mitglieder des Böddenstedter Posaunenchores, den Einschränkungen mit einer besonderen Aktion entgegenzuwirken: Jeden Abend um 19 Uhr griffen die Bläserinnen und Bläser zu ihren Instrumenten und musizierten vor ihren Haustüren. „Jeder für sich, aber niemand allein“, war das Motto. Zwei Jahre später wird in Böddenstedt bei Suderburg immer noch abends vor vielen Haustüren musiziert. Allerdings nicht mehr täglich und jeder für sich, sondern in kleiner Gruppe jeden Sonntagabend von 19 Uhr an in der Mühlenstraße. Diese öffentlichen Abendmusiken haben viele Liebhaber gefunden, und längst sind es nicht mehr nur die Böddenstedter, die sich regelmäßig zum Zuhören einfinden, sondern Gäste aus dem gesamten Landkreis Uelzen. Auch der Posaunenchor profitierte davon: „Durch die regelmäßigen öffentliche Auftritte haben wir nicht nur die älteren im Dorf dazu animiert, noch mal vor die Tür zu gehen, sondern wir konnten auch Kinder begeistern, die das Blechblasinstrument erlernen wollen. Die Kinder werden am Sonntag ihren ersten großen Auftritt haben“, freut sich Chorleiter Heinrich Drögemüller. Zu diesem Ereignis hat sich sogar das Fernsehen angemeldet. Der NDR hatte bereits vor zwei Jahren über besondere Corona-Aktionen berichtet und in diesem Rahmen auch Filmaufnahmen über die damals täglichen Corona-Abendmusik gemacht. Nun möchte der NDR nachsehen, was aus diesen Initiativen geworden ist, und kommt am Sonntag, 20. Februar, um 19 Uhr zur Abendmusik nach Böddenstedt. Die Musiker würden sich freuen, wenn viele Zuhörer dabei wären.

Die Terrasse wird zur Bühne. Böddenstedter Posaunenbläser laden auch am Sonntag wieder zur öffentlichen Abendmusik ein. Foto: Christine Kohnke-Löbert


Dienstag, 8. Februar 2022

Amphibienwanderung beginnt demnächst

NABU freut sich über Unterstützung bei der Kontrolle der Krötenzäune


Wo diese Warnschilder stehen, sollte langsam und besonders aufmerksam gefahren werden.
Foto: H. May

Im Lauf dieses Monats beginnt die alljährliche Krötenwanderung. Der genaue Start der Wanderung ist witterungsabhängig und regional sehr unterschiedlich. Sobald sich die Temperaturen auch nachts mehrere Tage stabil um 7 Grad Celsius bewegen, kommen die Tiere aus ihren Überwinterungsquartieren und suchen sich den Weg zu ihren Laichgewässern. Wenn die ersten Tiere gesichtet werden, bauen zahlreiche Ehrenamtliche des NABU in der Region und in ganz Deutschland Schutzzäune auf, damit die Amphibien dort auch sicher ankommen. Die grünen Gewebeplanen am Straßenrand haben wohl viele beim Vorbeifahren schon gesehen. Kröten, Frösche und Molche, die bei ihrer Wanderung an eine solche Absperrung geraten, können diese nicht überwinden. Stattdessen werden sie an ihr entlang geleitet, bis sie in einen der Eimer fallen, die am Zaun eingegraben sind. Tiere, die dort landen, werden dann von Ehrenamtlichen über die Straße gebracht. Ist der Zaun einmal aufgebaut, muss er regelmäßig kontrolliert werden, damit kein Tier länger als notwendig in den Eimern bleibt. 

„In den Vergangenen Jahren haben wir an vielen Krötenzäunen, die der NABU in den Landkreisen betreut, teilweise starke Rückgang der Wanderungsbewegung verzeichnen müssen“, berichtet Andrea Pohlen, Leiterin der NABU-Regionalgeschäftsstelle Heide-Wendland. „Besonders gravierend ist der Rückgang im Landkreis Lüchow-Dannenberg, wo im Vergleich zu über 1000 Moorfröschen vor zehn Jahren im vergangenen Jahr nur gut zwei Dutzend gezählt werden konnten. Aber auch der Bestand der Knoblauchkröte ist dort stark eingebrochen. Daher ist der Schutz der Tiere umso wichtiger.“ 

Um die momentan bestehenden Zäune möglichst lange und gut betreuen zu können, freut sich der NABU über Menschen, die gerne beim Aufbau, aber auch bei der Kontrolle der Eimer helfen wollen. Interessierte können sich hierfür direkt bei ihrer NABU-Kreisgruppe oder bei der NABU-Regionalgeschäftsstelle Heide-Wendland unter 05141 299 6284 melden. Dort erfahren sie, wo in ihrer Umgebung der nächste Zaun steht und wann dieser aufgebaut wird. 

Hier wurde gerade ein Krötenschutzzaun aufgestellt. Foto: Helga Schuller

Ein mobiler Schutz aller Wanderstrecken der Amphibien ist trotz hohen Engagements leider nicht möglich. Daher weisen auch mancherorts Verkehrsschilder auf die Wanderungen hin. Autofahrer*innen sollten hier besonders nachts langsamer fahren – soweit die Verkehrssicherheit das zulässt – da die Druckwelle von schnell vorbeifahrenden Autos bei Amphibien zu lebensgefährlichen Verletzungen führen kann.

Weitere Informationen rund um das Thema Frösche, Kröten und Molche, ihren Lebensraum und wie den Amphibien geholfen werden kann, enthält die NABU-Amphibienbroschüre. Sie ist gegen Einsendung von fünf Euro beim NABU Heide-Wendland, Schuhstr. 40, 29221 Celle erhältlich.