Dienstag, 8. Oktober 2019

Die Blumen zogen ihre schönsten Gewänder an


Finissage im Arboretum Melzingen

Hans-Christian Andersen.

Bild: Sabine Friedrichson/Ralf Mauer
Am Freitag, 25. Oktober geht im Arboretum Melzingen die Ausstellung „ Die Blumen zogen ihre schönsten Gewänder an – Impressionen aus Leben und Werk von Hans-Christian Andersen“ zu Ende.
Andersens Märchen sind weltweit bekannt, doch auch sein Leben mutet wie ein Märchen an. Geboren in ärmlichen Verhältnissen, stieg Hans-Christian Andersen zum wohl berühmtesten Schriftsteller Dänemarks auf. Er war ein außergwöhnlicher Mensch, vielseitig begabt, aber gleichzeitig voller Ängste und zutiefst gespalten. Durch das poetische Werk des Dichters zieht sich wie ein roter Faden der Wunsch, Zuwendung zu erfahren, sich selbst zu verstehen und darzustellen.
So genoss er die Anerkennung, die ihm in seiner Heimat lange versagt blieb, und bereiste zahlreiche Länder in Europa, Kleinasien und Nordafrika. Neun Jahr verbrachte er auf Reisen, logierte in Schlössern und Bürgerhäusern, erzählte dort seine Märchen und schnitt während dessen fragile Bilder mit der Schere. Doch nie vergaß er die bittere Not und die Demütigungen seiner Jugend und die Abhängigkeit von seinen Gönnern. Nur in seinen Texten gelang es ihm, all das Dunkle auszudrücken, was er im wirklichen Leben nicht zu sagen vermochte. Doch zugleich erreichte er es, den Zauber der Dinge und der Natur zu erfassen.
Bei der Finissage der Ausstellung wird die Märchenerzählerin Angelika Brandt zu den Bildern  die schlichte Schönheit der Worte des Dichters in den Mittelpunkt dieses Nachmittags stellen. Sie hat zwei Geschichten aus dem vielfältigen Märchenschatz ausgewählt, von denen eine auf eine wesentliche Begegnung im Leben von Hans-Christian Andersen verweist. Bausteine der Lebensgeschichte des Dichters wird Elisabeth Hohmeister, die auch die Ausstellung betreut hat, hinzufügen.
Ein anregender Nachmittag  am Kamin bei Kaffee und dänischem Gebäck erwartet die Gäste des herbstlichen Arboretums in Melzingen.
Die Finissage am 25. Oktober beginnt um 17 Uhr. Der Eintritt beträgt 10 Euro für Erwachsene (im Vorverkauf 8 Euro). Karten sind bei allen bekannten Vorverkaufsstellen, im TicketPortal  www.reservix.de sowie an der Tageskasse im Arboretum erhältlich.

Freitag, 27. September 2019

Gartenabfälle helfen Tieren beim Überwintern

So kommen Vögeln und Insekten gut durch die kalte Jahreszeit

Die Tage werden kürzer, und es wird Zeit, den Garten winterfest zu machen. Aber Gärten sind wichtige Rückzugsorte für viele Arten, die immer weniger Unterschlupf und Überwinterungsmöglichkeiten in unserer Kulturlandschaft finden. Weniger aufräumen hilft Igeln, Siebenschläfern, Fledermäusen, Vögeln und Insekten gut über den Winter zu kommen. Und für Gärtner ist das sehr entspannend, weil man viel weniger Arbeit hat.
Viele Gartenbesitzer beginnen im Herbst mit dem Rückschnitt verblühter Stauden und anderer samentragender Pflanzen. Doch zahlreiche Tierarten freuen sich, wenn damit bis zum Frühjahr gewartet wird. „Samenstände bieten im Winter vielen Vögeln eine Nahrungsquelle und in Pflanzenstängeln finden Solitärbienen und Florfliegen einen geeigneten Unterschlupf für den Winter“, erklärt Andrea Pohlen, Leiterin der NABU-Regionalgeschäftsstelle Heide-Wendland.
 Auch herabgefallenes Laub kann mit gutem Gewissen als Mulchschicht auf den Beeten und als Berg in „wilden Ecken“ liegen gelassen werden. Im wärmenden Laub finden sowohl Marienkäfer und Laufkäfer, als auch Erdkröten und Igel Schutz vor der winterlichen Kälte. „Die Mulchschicht auf Beeten hilft nicht nur Tieren, sondern ist auch ein hervorragender Frostschutz für Pflanzen. Zudem schützt sie den Boden vor dem Austrocknen und kann zu einer besseren Humusbildung beitragen“, so Andrea Pohlen.
Wer möchte, kann Igeln aber auch durch den Bau einer so genannten „Igelburg“ helfen, die mit einigen Handgriffen schnell hergerichtet ist: Aus Holz gebaut, mit einem Dach versehen, sollte sie katzensicher an einem frostgeschützten Ort aufgestellt und mit etwas Reisig und Laub überdeckt werden. Gegen die Kälte kann man das Innere mit etwas trockenem Heu befüllen. Wichtig ist es, die Igelburg in keiner feuchten Senke aufzustellen, damit nicht übermäßig Feuchtigkeit oder gar Regenwasser ins Innere gelangen kann.


Informationen zur geeigneten Platzwahl, einer ausführlichen Bauanleitung für Igelburgen und nützlichen Tipps zum Anlegen eines igelfreundlichen Gartens enthält die NABU-Igelbroschüre. Sie ist gegen vier Briefmarken zu 80 Cent erhältlich beim: NABU Niedersachsen, Alleestraße 36, 30167 Hannover. Die Bauanleitung für das Igelhaus ist auch hier zu finden.

Dienstag, 24. September 2019

Jahrmarkttheater wird zum globalen Dorflabor

Bundesmittel für forschende Theaterprojekte gehen in den Landkreis Uelzen

Als nur eines von bundesweit sieben geförderten Theatern erhält das Jahrmarkttheater in Bostelwiebeck Projektmittel aus dem Pilotprojekt „Global Village Labs“, mit dem das Bundesministerium für Kultur und Medien und der Fonds für Darstellende Künste den „wechselseitigen Austausch zwischen Wissenschaft, Kunst und Gesellschaft“ im ländlichen Raum fördern will, wie es auf der Website heißt.

Freuen sich über die Aufnahme in das Förderprogramm (von links): Andrea Hingst, Anja Imig und Thomas Matschoß vom Jahrmarkttheater. Foto: David Sinkemat
Über die Vorurteile zwischen Land und Stadt wird viel geredet und häufig gelacht. Die Städter sind so, die Dörfler ganz anders, heißt es oft – und nicht selten wird „die Provinz“ in der breiten Debatte despektierlich als zugeknöpft und desinteressiert beschrieben. Dass diese Darstellungen nicht der Wirklichkeit entsprechen, ist der Ansatz des Förderprogramms „Global Village Labs“. Hier werden gezielt Projekte gefördert, die weltoffene und neugierige Perspektiven mit ländlichen Lebenswirklichkeiten verbinden. Wie lässt sich das Leben auf dem Land in einen globalen vielleicht sogar kosmopolitischen Kontext setzen? Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Das Jahrmarkttheater in Bostelwiebeck hat mit den „Dorfgedanken“ bereits seit langem ein Projekt, das genau das tut. Ergebnisoffen, aufgeschlossen und immer auf Augenhöhe gehen die Künstler*innen und ihr Publikum in einen Dialog, der größere Themenfelder und lokale Fragestellungen verknüpfen. Zuletzt fand ein Abend im neuen Dorfgemeinschaftshaus Bostelwiebeck statt – zum Thema „Anarchie“. Einen solchen Austausch mit dem Publikum versteht das Jahrmarktheater schon immer auch als Teil seiner künstlerischen, sozialen und politischen Aufgabe, was die Jury auch überzeugt hat. So wird das Theater im Landkreis Uelzen nun als eines von bundesweit nur sieben Theatern für das Projekt „Landkante“ gefördert. Der Titel ist dabei Programm: Was ist eigentlich diese „Kante“, die Stadt und Land voneinander trennt? Warum gibt es sie und woraus besteht sie? Sind die Vorstellungen von der Welt auf dem Land und in der Stadt wirklich so unterschiedlich, wie oft behauptet? Dies ist besonders Andrea Hingst ein Anliegen, die in Hamburg lebt, aber seit zehn Jahren im Jahrmarkttheater arbeitet: „Ich werde häufig mit dem Vorurteil konfrontiert, Theater auf dem Land sei bloße, oberflächliche Unterhaltung. Sobald die Menschen eine unsere Veranstaltungen besuchen, sind sie dann sehr erstaunt, was für Theaterbegegnungen hier möglich sind. 'Landkante' wird diese Begegnungen verstärkt in den Blick nehmen.“ Für die erste Veranstaltung auf der „Landkante“ lädt das Jahrmarkttheater Initiativen und Künstlerinnen und Künstler aus der Region ein zu einer Versammlung der Vielen. In dieser Versammlung sollen bisherige Handlungsmuster in der künstlerischen Tätigkeit selbst ausgetauscht, befragt und verhandelt werden. Die Theatermacherinnen wollen dabei bewusst nicht selbst den Zeigefinger erheben und „wissen, wie es geht“, sondern sich vielmehr der eigenen Verantwortung stellen. Was bedeutet die aktuelle politische Lage für Kulturschaffende? Welche Rolle haben sie und was haben sie selbst zu verantworten? Thomas Matschoß vom Jahrmarkttheater: „Wir freuen uns sehr, dass Bostelwiebeck mit dieser Förderung zu einem 'Global Village' wird.“ Die erste Veranstaltung der „Landkante“ findet Anfang Dezember statt. Die nächste Ausgabe „Dorfgedanken“ findet am 22. Dezember zum Thema „Essen“ in der Hofküche des Hofleben e.V. in Lemgrabe statt.

Montag, 23. September 2019

Vielfalt am Tag der Einheit

Mut und Kultur zur Offenheit

Am Jahrestag der deutschen Einheit lädt das Celler Bündnis DIE VIELEN zu einer kulturellen Feier der Vielfalt mit Texten, Musik und Liedern, gemeinsamen Aktionen und Gespräch ein. Die Idee einer offenen Gesellschaft, der Abbau von Grenzen und die Vision eines demokratischen und einigen Europas stehen im Mittelpunkt.
 Der 3. Oktober, Tag der deutschen Einheit – was verbinden wir heute mit diesem Datum? Erinnern wir uns an die Aufbruchsstimmung des Jahres 1990? Können wir mit der Idee eines einigen, friedlichen, freien, solidarischen, offenen und demokratischen Europa heute noch etwas anfangen? In den Zeitungen wird darüber diskutiert, dass Deutschland „gespalten“ sei. Manche Menschen fühlen sich sozial und politisch abgehängt. In Deutschland und in anderen europäischen Ländern gewinnen politische Strömungen an Gewicht, die Europa und die Idee der Offenheit und Vielfalt ablehnen.
Wie können wir offen miteinander reden – wie wichtig sind Dialogbereitschaft und Abgrenzung zu Gegnern der Demokratie? Kunst und Kultur können offene, demokratische Räume schaffen. Dafür braucht es Menschen, die die Räume füllen und diskutieren möchten, unterschiedliche Blickwinkel einnehmen und sich auf einen Austausch einlassen wollen. Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund, die einander bereichern und sich nicht ausschließen.
Die CELLER VIELEN, ein Zusammenschluss von fast 50 Institutionen, Vereinen und Initiativen, gestaltet diese Veranstaltung gemeinsam. Neben der Volkshochschule Celle, dem Schlosstheater Celle, der Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten, dem Celler Bündnis gegen Antisemitismus, dem Atelier 22 und Gelawej tragen weitere Einzelpersonen und Gruppen – wie die Trommelakademie, die Integrationsklasse der OBS1 Celle, Pulse of Europe, Fridays For Future – den Abend aktiv mit. DIE Celler VIELEN – stehen (nicht nur am 3. Oktober) für kulturelle Annäherungen, unterschiedliche Blickwinkel, Ideen und gemeinsamen Austausch. Mehr Informationen zur Initiative DIE VIELEN gibt es hier: DIE VIELEN.
Feiern in Vielfalt heißt am Donnerstag, 3. Oktober, von 17 bis 20 Uhr (Einlass ab 16:30 Uhr) in der HALLE 19 des Schlosstheaters erleben und mitmachen, zuhören und zuschauen, begegnen und diskutieren – in aller Offenheit.

Der Eintritt ist frei. Wegen eingeschränkter Plätze wird dringend empfohlen, die kostenlosen Karten über die Theaterkasse des Schlosstheaters (Schuhstraße 46 / 05141 90508 75/76) vorab zu reservieren.

Freitag, 20. September 2019

Das neue Heft ist da!

Pünktlich zum Herbstanfang am Montag beginnt die Verteilung des neuen Calluna-Heftes (Herbst 2019). Bis alle Auslagestellen in der Südheide beliefert sind, kann es ein paar Tage dauern. Wir bitten um etwas Geduld. Abonnentinnen und Abonnenten erhalten das neue Heft per Post klimaneutral ins Haus geliefert, können aber schon jetzt im CallunaPlus-Bereich darin blättern und lesen. Viel Vergnügen!
TIPP Wenn Sie Calluna abonnieren möchten, schicken Sie uns einfach eine E-Mail mit Ihrem vollständigen Versandadresse an abo(at)calluna-magazin.de. Das Abo kostet 10 Euro pro Jahr (4 Hefte). Die Mindestbezugsdauer beträgt ein Jahr. Danach können Sie das Abo jederzeit formlos zum Quartalsende kündigen. Sie haben schon ein Abo? Gut, aber vielleicht möchten Sie noch eins oder mehrere verschenken – als kleine Aufmerksamkeit zum Geburtstag oder einfach nur als Dankeschön.

Donnerstag, 29. August 2019

Historisches Torhaus-Gewölbe im Mini-Format

Vertreter der Museen überreichen Gifhorns Landrat Dr. Ebel ein Modell der bedeutenden Konstruktion 

Das Gifhorner Schloss ist um eine weitere Attraktion reicher: In einer kleinen Feierstunde am historischen Ort in der Kasematte im Historischen Museum Schloss Gifhorn überreichten der Abteilungsleiter der Museen des Landkreises Gifhorn, Dr. Florian Westphal, die Leiterin der Bildungs- und Kultur gGmbh des Landkreises Gifhorn, Gunhild Posselt und die Projektleiterin, Kulturreferentin Johanna Gabrisch, dem Landrat Dr. Andreas Ebel ein Modell der Dachkonstruktion des Torhaus-Gewölbes im Maßstab 1:10.

Dr. Florian Westphal (v.l.), der Abteilungsleiter der Museen des Landkreises Gifhorn, Dr. Thorsten Henke, ehem. Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Historischen Museum Schloss Gifhorn Moritz Reinäcker, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Baugeschichte der TU Braunschweig, die Studenten Merlin Poschmann und Leon Buttmann, Projektleiterin Johanna Gabrisch und Landrat Dr. Andreas Ebel. Foto: Landkreis Gifhorn
Das in wesentlichen Teilen original erhaltene, hölzerne Gewölbedach des Torhauses des Gifhorner Schlosses stammt noch vom Bau des Gebäudes im Jahr 1526 und ist damit eine architektonische Besonderheit in Nord- und Mitteleuropa. Der historische Seltenheitswert solch überaus empfindlicher Konstruktionen aus vergänglichen Materialien dürfte der breiten Öffentlichkeit zuletzt beim katastrophalen Brand der Pariser Kathedrale Notre Dame in diesem Jahr vor Augen geführt worden sein, bei dem der mittelalterliche hölzerne Dachstuhl komplett vernichtet wurde.
Die Dachkonstruktion des Gifhorner Torhaus-Gewölbes ist nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Mit dem Modell erhalten Interessierte nun aber die Möglichkeit, die Komplexität und die zahlreichen handwerklichen Details der bedeutenden Konstruktion zu erleben. Das hölzerne Modell entstand in einem gemeinsamen Projekt der Museen des Landkreises Gifhorn und des Instituts für Baugeschichte an der TU Braunschweig. Es ist künftig dauerhaft im ersten Geschoss des Torhauses zu besichtigen.
Bei der Übergabe-Feier dankten Landrat Dr. Andreas Ebel und Dr. Florian Westphal den zahlreichen am Projekt beteiligten Personen. Hervorgehoben wurde dabei die Leistung des Teams vom Institut für Baugeschichte der TU Braunschweig, des wissenschaftlichen Mitarbeiters Moritz Reinäcker M.Sc. und der Studierenden Merlin Poschmann und Leon Buttmann, die das Modell erarbeiteten. Ein herzlicher Dank ging auch an die Projektleiterin Johanna Gabrisch M.A. und die Landkreis Gifhorn Stiftung, dank deren großzügiger Förderung das Projekt realisiert werden konnte.
Den Festvortrag hielt Dr. Thorsten Henke, der von 2018 bis 2019 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Historischen Museum Schloss Gifhorn tiefe Einblicke in die Geschichte des Schlosses gewann. Er sprach über „Das Torhaus als ältester Baukörper im Schloss Gifhorn und die Besonderheit der Dachkonstruktion als bauliche Leistung im frühen 16. Jahrhundert“.

Freitag, 16. August 2019

Aktionstag im Handwerksmuseum

Am Sonntag, 18. August, kreiert der Museumsbäcker mit seinem Team besondere Sommerleckereien aus dem Holzbackofen, zum Beispiel Schoko-Buchteln mit Eierlikör- Vanille- Soße, Bauern- und Zwiebelbrot, sowie herzhafte Blaubeer-Flammkuchen. Von 10 bis 17 Uhr ist das barrierefreie Museum mit all seinen Werkstätten und Ausstellungen geöffnet. Der Polsterer erläutert sein Handwerk, und weitere Handwerker geben Einblicke in ihre Tätigkeit.
Von Uelzen aus lässt sich das Handwerksmuseum am Sonntag klimafreundlich mit dem Entdeckerbus erreichen.

Freitag, 9. August 2019

Nachtleben auf dem Friedhof

Waldfriedhof Böddenstedt wird zum Wohnort für Fledermäuse

Großes Mausohr im Flug. Foto: NABU/Eberhard Menz
THOMAS DORSCHNER / Text und Fotos
Im Rahmen eines gemeinsamen Projektes des NABU-Kreisverbands Uelzen und der BINGO-Umweltstiftung ist ein neuer Quartierstandort für Fledermäuse auf dem Waldfriedhof in Böddenstedt (bei Suderburg) errichtet worden. An den Bäumen wurden spezielle Tagesquartiere für die nächtlichen Insektenjäger angebracht.

Ganz im Grünen liegt der Böddenstedter Friedhof.
Der Friedhof von Böddenstedt liegt außerhalb des Dorfes in einem Umland aus Wäldern, Wiesen und landwirtschaftlichen Strukturen und bietet gute Voraussetzungen für den Fledermausschutz. Alle Fledermausarten sind eng mit dem Wald als Lebensraum verbunden und sind an verschiedene Waldlebensräume angepasst. Über das Waldwegesystem, den Schneisen und entlang von Waldrändern durchfliegen die nächtlichen Jäger das Revier. Ja nach Art legen Fledermäuse dabei unterschiedliche Entfernungen zurück. Häufige Fledermausarten wie die Rauhhautfledermaus und das Braune Langohr entfernen sich zwei bis vier Kilometer von ihrem Tagesquartier. Bei ihren Jagdflügen entdecken sie neue Baumhöhlen und Fledermauskästen als Schlafstätte und Verstecke für die Jungenaufzucht. Einmal von den Fledermäusen gefunden und angenommen werden sie über einen langen Zeitraum immer wieder als Tagesstätte angeflogen.

Der Friedhof bietet mit seinen Waldschneisen gute Voraussetzungen für den Fledermausschutz.
Bei sommerlichen Temperaturen zog es einige Bürger zum morgendlichen Wässern der Grabstätten auf den Friedhof, so dass der Einsatz des NABU mit langen Leitern nicht unbemerkt blieb.

Ute Schulz und Gerd Appelt mit zwei Fledermauskästen beim NABU-Arbeitseinsatz auf dem Friedhof.
INFO Der Autor ist Fledermausbeauftragter des Naturschutzbundes und hat in dieser Funktion das Projekt in Böddenstedt erarbeitet.

Donnerstag, 8. August 2019

Brunnenwasser zum Teil stark mit Nitrat belastet

102 Wasserproben aus der Region Wittingen untersucht. Bei fast jeder dritten Probe war der Grenzwert überschritten. 

Milan Toups und Harald Gülzow untersuchen eine Brunnenwasserprobe. Foto: VSR-Gewässerschutz e.V.
Der Verein VSR-Gewässerschutz musste wieder Bürgern mitteilen, dass ihr Brunnenwasser zu viel Nitrat enthält. Viele Menschen kamen in der Hoffnung, dass ihr Brunnenwasser nicht von den Nitratbelastungen betroffen ist, an den Informationsstand am 10. Juli in Wittingen. Fast jeder dritte Brunnenbesitzer wurde enttäuscht und musste erfahren, dass der Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter in seinem Brunnen überschritten ist. Insgesamt wurde das Wasser von 102 privat genutzten Brunnen aus dem Raum Wittingen – Hankensbüttel – Brome analysiert.
Ein Grund für die hohen Belastungen ist dem VSR-Gewässerschutz zufolge die intensive Landwirtschaft. "Die bisherigen Düngeverordnungen ermöglichten der Agrarindustrie zu wachsen und ihre landwirtschaftlichen Flächen auf Kosten der Umwelt zu überdüngen“, erklärte Vereinsvorsitzende Susanne Bareiß-Gülzow. Die umweltverträgliche Form der Landwirtschaft, zu der viele bäuerlichen Betriebe zählen, verschwänden dagegen immer mehr. Die Gewässerschutzorganisation rät Bürgern bei ihrem Einkauf bewusst darauf zu achten, dass die Produkte von Landwirten stammen, welche die Nitratbelastungen und die Sorgen der Menschen in der Region ernst nehmen. Diplom-Physiker Harald Gülzow, Projektleiter im VSR-Gewässerschutz, und Milan Toups, Bundesfreiwilliger fanden bei den Untersuchungen 129 Milligramm Nitrat pro Liter in einem privat genutzten Brunnen in Knesebeck. Weitere mit Nitraten stark verschmutzte Brunnen stellten die Umweltschützer in Reinhorn mit 85 Milligramm pro Liter (mg/l), Wettendorf mit 85 mg/l, in Wittingen mit 105 mg/l, in Rade mit 80 mg/l, in Suderwittingen mit 121 mg/l, in Boitzenhagen  mit 90 mg/l und in Emmen mit 93 mg/l fest. Am Informationsstand und auch bei der telefonischen Beratung zeigten viele Brunnenbesitzer, dass sie über die Nitratbelastungen der Region wütend sind. Sie möchten es nicht mehr einfach hinnehmen, dass ihr Brunnenwasser nur eingeschränkt nutzbar ist. Ärgerlich ist insbesondere, dass das Wasser nicht zum Befüllen von Gartenteichen geeignet ist. Es besteht die Gefahr, dass es zur Massenvermehrung von Algen kommt. Abgestorbene Pflanzen können anschließend zu Fischsterben führen. Auch beim Gießen des selbst angebauten Gemüses sollte das Brunnenwasser nicht zu einer Nitratanreicherung führen. Der einzelne Brunnenbesitzer kann eine Anreicherung vermeiden, wenn er die Nitratbelastung des Brunnenwassers in die Düngeberechnung einbezieht. Hierfür ist es allerdings dringend nötig die Nitratkonzentration im Brunnenwasser zu kennen. Wer den Termin am Labormobil verpasst hat, kann eine Wasserprobe auch mit der Post an die Geschäftsstelle senden. Die gemeinnützige Umweltschutzorganisation hat auf ihrer Homepage viele Tipps rund um das Thema Brunnenwasser zusammengestellt. Hier wird auch erklärt, wie sich der  zugeführte Stickstoff durch das Gießwasser ausrechnen lässt.
Die erneut anstehende Novellierung der Düngeverordnung zeigt dem Verein zufolge, dass etwas mächtig schief gelaufen ist. Die Nitratbelastung im Grundwasser blieb aufgrund von zu laschen Düngeverordnungen unverändert hoch. „Die Agrarlobby sorgte über Jahrzehnte dafür, dass so gedüngt werden durfte, dass auf den Feldern die höchst möglichen Erträge erzielt werden können und die Gülleentsorgung der Massentierhaltungen möglichst geringe Kosten verursacht.“ so Susanne Bareiß-Gülzow. So wurden auch im Raum Wittingen viel zu hohe Düngemengen aufgebracht. Durch die Entwicklung in der Landwirtschaft zu immer größeren Betrieben in denen Investoren die Vorgaben machen, kam ein extremer Preisdruck auf die bäuerliche Landwirtschaft zu. Teilweise versuchte diese mit den großen Betrieben mitzuhalten und genau so günstig zu produzieren. Leider kam es dadurch ebenfalls zu starken Grundwasserbelastungen. Doch eine regionale Vermarktung stellt nun für diese Betriebe eine gute Chance dar wieder stärker die Lebensmittelqualität und eine umweltverträgliche Landwirtschaft in den Vordergrund zu stellen.
Gerade die vielen Massentierhaltungen und ihre enorme Belastung für das Grundwasser wollen viele Menschen nicht mehr unterstützen und kaufen ihre Produkte bei ihrem heimischen Landwirt mit dem sie im Kontakt stehen. Das sind bäuerliche Betriebe mit weniger Tieren. Das Futter wird selbst oder von anderen Landwirten in der Region angebaut. Viele dieser Höfe haben inzwischen auch auf ökologischen Landbau umgestellt. Der direkte Einkauf beim Landwirt wird immer beliebter  – die Menschen fahren zum Hofladen, auf den Markt oder lassen sich Lebensmittel nach Hause liefern. Die anderen achten beim Einkauf im Discounter darauf, dass die Produkte aus der heimischen bäuerlichen Landwirtschaft stammen. Die Menschen kaufen in den seltensten Fällen bewusst Produkte einer Massentierhaltung. Denn hier werden sie als Kunde mit ihren Wünschen nicht ernst genommen. Diese produzieren für einen anonymen Handel. Hier spielt die Grundwasserqualität der Region, die Gesundheit der Verbraucher und das Tierwohl nur im gesetzlichen Rahmen eine Rolle. Das reicht vielen Verbrauchern nicht mehr aus – sie handeln selbst. Viele kaufen deshalb auch bewusst ökologische Produkte. Hier gelten wesentlich strengere Regeln bezüglich der Tierhaltung und der Düngung auf den Feldern.
Der VSR-Gewässerschutz ruft alle Menschen auf, bewusster einzukaufen und so Einfluss darauf zu nehmen wie unsere Landwirtschaft aussieht. Jeder einzelne könne dazu beitragen.

Live Looping mit Hanz Marathon

Hanz Marathon ist Musiker, Komponist und Produzent – er hat als Auftragskomponist im eigenen Studio in Hannover die Musik für zahlreiche renommierte Firmen komponiert. Seine Instrumente sind elektrische und akustische Gitarren sowie Keyboards, Drum- und Aufnahme-Maschinen.

Hanz Marathon spielt und "loopt" am 17. August im Antikhof Drei Eichen in Bröckel. Foto: Marathon Music
Sein Album "könnte sein..." kombiniert deutsch gesungenen Pop, smooth R&B, bluesig gespielte Gitarren und aktuelle HipHop Grooves. In seinem Programm "Live Looping", das aus eigenen Songs, Instrumental- und Cover-Versionen bekannter Pop- und Jazz-Titel besteht, arbeitet er mit sogenannten Loopern. Diese nehmen einzelne Elemente auf und geben sie dann in Endlos-Schleifen wieder. So wird Schicht für Schicht aufgetragen oder auch wieder herausgelöst, und instrumentale Grooves und Klangwelten entstehen im Hier und Jetzt. Jede Performance ist wegen der improvisatorischen Elemente einzigartig.
Am Sonnabend, 17. August, spielt der "Live Looper" Hanz Marathon im Antikhof Drei Eichen in Bröckel.  Das Konzert beginnt um 20 Uhr. Eintritt ist frei, aber ein Hut geht herum. Anmeldung unter Telefon 05144 56 01 77.

Mittwoch, 7. August 2019

Jazz im Garten der Bäume

Nach längerer Pause findet erstmals wieder ein Jazz-Frühschoppen im Arboretum Melzingen (bei Ebstorf) statt. Am Sonntag, 18. August, spielen von 11 Uhr an die Jazzikanten im Garten der Bäume. Die Band besteht aus Jens Balzereit (Bass), Leo Harris (Schlagzeug), Wolfgang Wierzyk (Piano) und Uwe Friedrich (Saxofon). Als Gastsängerin ist Kerstin Viehweger dabei.

Die Jazzikanten sind am Sonntag, 18. August, im Arboretum Melzingen zu hören. Foto: Veranstalter
Die Jazzikanten spielen Jazz und Jazz-Verwandtes. Neben Jazz-Klassikern wie „Chicago“ oder „Summer Time“ bietet die Band auch eigene Bearbeitungen, bei denen sie Pop und Jazz zu originellen neuen Arragements verknüpft. Das Ganze wird mit viel Spielfreude und virtuosen Soli dargeboten.
Der Eintritt beträgt 10 Euro für Erwachsene – im Vorverkauf 8 Euro. Karten sind bei allen bekannten Vorverkaufsstellen, im TicketPortal www.reservix.de und an der Tageskasse im Arboretum erhältlich.

Dienstag, 6. August 2019

Blühfest im Handwerksmuseum Suhlendorf

Anfang April baten die Landwirte Friedrich Helmke, Henning Pfeiffer und Jan Kaiser um Unterstützung für ihr Projekt „Lass es blühen“. Sie planten, mit Hilfe von Blühpatenschaften großzügige Blühflächen in und um Suhlendorf und im Wendland für Bienen und Insekten anzulegen. Rund 250 Menschen sind dem Aufruf gefolgt und haben die Umsetzung von „Lass es blühen“ möglich gemacht. Nun wollen sich die Landwirte mit einem Blühfest am 11. August in Suhlendorf bei allen Blühpaten bedanken. Auch weitere Interessierte sind eingeladen.
Das Blüh- und Hoffest der Initiatoren von „Lass es blühen“ findet am Sonntag, 11. August 2019 von 13 bis 18 Uhr im Handwerksmuseum Suhlendorf statt. Von dort gibt es einen kostenlosen Shuttleservice zum Hof von Friedrich Helmke in Suhlendorf und zu der Blühfläche zwischen Suhlendorf und Klein Ellenberg.

Die „Lass es blühen“-Landwirte Friedrich Helmke, Henning Pfeiffer und Jan Kaiser (von links) laden ihre Blühpaten und alle weiteren Interessierten zum Blühfest am 11. August im Handwerksmuseum Suhlendorf ein. Foto: Rosenhof Marketing
Der Blühfest-Standort Handwerksmuseum in Suhlendorf, Mühlenweg 15, zeigt neben seinen Dauerausstellungen über Mühlen und Handwerksberufe eine Ausstellung zum Thema „Bienen“. Imker Tiedeke Heilmann erzählt von seiner Arbeit mit den Bienen und für die Kinder werden kleine Überraschungsaktionen vorbereitet. Musik gibt’s vom Duo „Waldolinos“, das ab 13 Uhr auf Waldzither und Mandoline Oldies, Schlager und Volkslieder spielt. Außerdem werden Gegrilltes, Salate, Kuchen, Torten und Getränke angeboten.
Am Blühfest-Standort Hof Helmke in Suhlendorf, Marktplatz 7, wird Landwirtschaft im Detail gezeigt und erklärt, z. B. Themen und Anschauungsobjekte wie Pflanzmaschine, Spritze/Pflanzenschutz, Beregnung, Drilltechnik, Gülletechnik und ein Kartoffelroder. Zudem ist der Imkerverein Wendland auf dem Hof mit einem Schaukasten vertreten. An der Blühfläche an der Ilkenbergstraße erklären die Landwirte alles Wissenswerte rund um die Blühfläche und das Thema Insektenhotel.
„Wir sind total begeistert von dem großen Interesse an unserer Blühaktion“, sagen Helmke, Kaiser und Pfeiffer, „Mit dem Blühfest möchten wir uns bei allen Unterstützern von Herzen bedanken.“ Die Landwirte freuen sich sehr darauf, ihre Blühpaten und weitere Interessierte am 11. August zu treffen. Mehr Infos zum Projekt und zum Blühfest gibt es hier: www.lass-es-bluehen.de.

Freitag, 2. August 2019

Ein Refugium für den Laubfrosch

NABU baut Gewässer im Naturschutzgebiet Schweinebruch

Zehn neue Gewässer entstehen aktuell im Naturschutzgebiet Schweinebruch auf dem Gebiet der Stadt Celle im Rahmen des Projektes "LIFE Auenamphibien", teilt der NABU mit. Sie sollen dem Laubfrosch als Laichgewässer dienen, der hier noch in Einzelexemplaren vorkommt. Zusätzlich werden zwei vorhandene Gewässer optimiert, ein weiteres wurde bereits im Winter von beschattenden Gehölzen befreit. Umfangreiche Vorarbeiten waren notwendig, bevor die Baumaßnahme starten konnte. Die Ermittlung der Grundwasserstände im Jahresverlauf war dabei von besonderer Bedeutung, da sie entscheidend sind für die späteren Wasserstände in den Gewässern. Ziel ist eine ausreichend lange Wasserführung, damit sich die Kaulquappen erfolgreich in Jungfrösche umwandeln können. Später im Sommer sollen die Gewässer aber austrocknen, damit sich Fische und andere Fressfeinde von Laich und Larven nicht dauerhaft ansiedeln können.

Im Schweinebruch wird ein neues Gewässer angelegt. Foto: NABU/Markus Richter
Die Flächen für die Gewässerneuanlage wurden von der Stadt Celle zur Verfügung gestellt, die das Projekt auch finanziell unterstützt. Es handelt sich um Grünlandflächen, die extensiv beweidet werden. Die Gewässer sollten zukünftig mit beweidet werden, um das Aufkommen beschattender Gehölze und eine rasche Verlandung zu verhindern.
„Zusammen mit den Gewässern, die die Stadt Celle bereits neu angelegt hat, wird hier ein Lebensraum für den Laubfrosch entstehen, der groß genug ist, dass die Art hier langfristig überleben kann.“ erläutert Projektleiter Dr. Markus Richter. „Außerhalb der Schutzgebiete findet er heute kaum noch geeignete Lebensräume“.

Hintergrund
Der NABU Niedersachsen setzt seit Anfang 2016 zusammen mit seinen Partnern, der Biosphärenreservatsverwaltung Niedersächsische Elbtalaue und Amphi International APS, das Projekt "LIFE Auenamphibien" um. Ziel des Projektes ist die Stärkung der Vorkommen der Amphibienarten Rotbauchunke, Laubfrosch und Kammmolch in elf Projektgebieten in Niedersachsen. Das Projekt wird zu 60 Prozent von der Europäischen Union aus dem Programm „LIFE Nature“ finanziert. Weitere Mittel steuern das Land Niedersachsen, verschiedene Städte und Landkreise, die Bingo-Umweltstiftung und die Volkswagen AG bei. Insgesamt stehen rund 3,4 Millionen Euro für das Projekt zur Verfügung. Wichtigste Maßnahme ist die Neuanlage und Sanierung von über 300 Laichgewässern, hinzukommen unter anderem die Etablierung von Beweidung zur Pflege der Gewässer, die Zucht und Ansiedlung von Rotbauchunken sowie umfangreiche Informationsarbeit.

Freitag, 26. Juli 2019

NABU meldet die ersten Hitzeopfer

In Leiferde bei Gifhorn ist „Land unter“ – allerdings nicht bedingt durch Wasser, sondern durch das Gegenteil: durch Wassermangel und Hitze. Gerade die Dachbewohner unter den Lebewesen wie Mauersegler, Haussperlinge und Fledermäuse aber auch Schwalben, die ihre Nester am Haus haben, leiden unter der akuten Hitze.
Während der Mensch sich in den Schatten zurückzieht, ein kühles Getränk genießt, baden geht oder seine Klimaanlage einschaltet, ziehen einige Vogelarten unter dem Dach, oft unmittelbar unter den Dachpfannen, ihre Jungen groß.
Wer seinen Dachboden in den vergangenen Tagen einen Besuch abgestattet hat, wird sich oft an einen Backofen erinnert fühlen. Oftmals herrschen dort Temperaturen von 50 Grad Celsius.
So kommt es vermehrt vor, dass Jungvögel, die noch gar nicht flügge sind, also noch nicht fliegen können, den Weg aus der Hitze suchen und in Regenrinnen oder auf dem Asphalt landen.

Auch dieser "gestrandete" Mauersegler litt unter der Hitze und besonders unter dem Wassermangel. 
Foto: NABU/Joachim Neumann
„Mittlerweile sind die Hälfte aller zu uns gebrachten Tiere Hitzeopfer“, berichtet Bärbel Rogoschik vom NABU-Artenschutzzentrum. „Häufig sind die Vögel durch den Sturz schwer verletzt, fast immer dehydriert, also ausgetrocknet und dazu noch sehr mager, da uns mittlerweile die Fluginsekten fehlen. Es ist schon sehr bitter, dies zu beobachten.“
Die Haus- und Gartenbesitzer bittet Bärbel Rogoschik, die Dachböden in den kühlen Stunden zu lüften, um dort für ein wenig Abkühlung zu sorgen. Auch Wasserstellen im Garten, auf dem Boden oder hängend sind allen Tieren willkommen.
Weitere Informationen zum Umgang der Tiere mit Hitze und wie ihnen geholfen werden kann, gibt es auf der Seite des NABU Niedersachsen.

Dienstag, 23. Juli 2019

Historische Frühstückstafel

2015 fand im Rahmen der als Frachtfahrertag ausgerichteten 800-Jahr-Feier des Ortes Bröckel im Landkreis Celle erstmals ein Historisches Frühstück auf dem Antikhof Drei Eichen statt. Das Frühstück kam bei allen Beteiligten so gut an, dass sich der Restaurator Torsten Laskowski als Gastgeber entschied, alljährlich dazu einzuladen. In diesem Jahr findet es am Sonntag, 28. Juli, statt. Es beginnt um 11 Uhr.

Genussvolle Zeitreise: Alljährlich findet in Bröckel eine historische Frühstückstafel statt. Foto: Mau Schnella
An der Frühstückstafel ist Platz für maximal 30 Personen, die der Zeit um 1750 entsprechend historisch gewandet sein sollten. Ihre Speisen und Getränke bringen die Teilnehmenden selbst mit, möglichst nicht in Plastik-Verpackungen, sondern in Mollen, Tonkrügen oder ähnlichen Behältnissen. Die Anreise darf auch gern mit Kutsche oder Pferd erfolgen. Sofern es warm und trocken ist, findet das Frühstück draußen statt, andernfalls im Antikhof.
Anmeldungen nimmt Torsten Laskowski unter Telefon 05144 560177 entgegen.

Donnerstag, 11. Juli 2019

Rosige Zeiten für Insekten?

NABU: Nicht alle Blumensorten eignen sich für einen Naturgarten

ANDREA POHLEN / NABU Heide-Wendland
Schon seit Mai schmücken sich viele Gärten mit blühenden Rosen. Deshalb sollte man meinen, dass hier der Tisch für Insekten auch besonders reich gedeckt ist. Doch viele Gartenbesitzer bevorzugen, dem Modetrend vergangener Tage entsprechend, dicht gefüllte Rosen. Leider finden Bienen und andere Insekten keine oder nur wenig Nahrung in diesen Blüten, da die Staubgefäße in Blütenblätter umgezüchtet wurden und somit keine Pollen mehr vorhanden sind. Seit dem neu entdeckten Bewusstsein für die Natur wird jedoch wieder eine große Auswahl an sogenannten Bienenweiden-Rosen angeboten. Diese Rosen bieten den Insekten Nahrung in Form von Pollen. Wildrosen sowie viele historische Rosen und andere einfach blühenden Sorten, zu denen auch Ramblerrosen gehören, verwandeln Teile des Gartens in romantische Orte und schmücken ihn im Herbst mit dekorativen Hagebutten. Diese dienen im Winter den Gartenvögeln als Nahrung. Viele dieser Sorten sind außerdem extrem robust und pflegeleicht. Durch Nektar und viele Staubgefäße sind sie ein Magnet für Biene und Co.  Wer also auf langweilige, pflegebedürftige Rosenbeete mit gefüllten Blüten verzichtet und dafür beim Pflanzenkauf auf robuste und pflegeleichte, ungefüllte Sorten achtet spart viel Zeit und kann gut auf giftige Pflanzenschutzmittel verzichten und tut damit nicht nur den Insekten Gutes.

Eine Hummel zu Besuch auf einer insektenfreundlichen Rose. Foto: I. Schott-Ewert
Um mehr Menschen für die Bedürfnisse von Insekten zu sensibilisieren, ruft der NABU auch seit 2018 zu einer bundesweiten Insektenzählaktion auf. Vom 2. bis zum 11. August können unter dem Motto „Zählen was zählt“ bei der Citizen-Science-Aktion die Sechsbeiner erneut unter www.insektensommer.de online gemeldet werden. Beobachten und zählen kann man fast überall: Garten, Balkon, Park, Wiese, Wald, Feld, Teich, Bach oder Fluss. Das Beobachtungsgebiet soll nicht größer sein als etwa zehn Meter in jede Richtung vom eigenen Standpunkt aus. Gezählt wird eine Stunde lang.
Hilfe beim Bestimmen und Zählen bietet die neue App „Insektenwelt“, die der NABU mit Unterstützung von dm entwickelt hat. Die App hat eine fotografische Erkennungsfunktion, mit der die Tiere automatisch erkannt werden können. Außerdem bietet die App ausführliche Insektenporträts der 122 bekanntesten Arten, die in Deutschland vorkommen. Sie ist kostenfrei unter www.NABU.de/apps erhältlich. Die Daten der Zählaktion Insektensommer werden in Zusammenarbeit mit der Plattform www.naturgucker.de erfasst. Die Ergebnisse werden vom NABU ausgewertet und zeitnah veröffentlicht. Der Insektensommer findet dieses Jahr zum zweiten Mal statt. Im vergangenen Jahr beteiligten sich 18.000 Menschen mit über 7.300 Beobachtungen.

Montag, 1. Juli 2019

Labormobil kommt nach Gifhorn und Wittingen

Umweltschützer untersuchen am 10. Juli Brunnenwasser aus heimischen Gärten

Das Wasser aus dem eigenen Gartenbrunnen stellt auch dieses Jahr bei steigenden Temperaturen wieder eine gute Alternative zum kostbaren Leitungswasser dar. Kinder wollen planschen und das selbst angebaute Gemüse, sowie die Blumen müssen täglich bewässert werden. „Für diese Verwendung braucht das Brunnenwasser keine Trinkwasserqualität aufweisen. Allerdings raten wir dringend Gesundheitsgefahren auszuschließen.“ so Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende im VSR-Gewässerschutz e.V. "Leider verschmutzen Nitrate und Pestizide das Grundwasser unserer
landwirtschaftlich intensiv genutzten Region. Auch können durch verschiedene Einflüsse Krankheitserreger ins Wasser geraten. Viele Belastungen kann man nicht sehen oder riechen."
Ob das eigene Brunnenwasser für das Befüllen des Planschbeckens, zum Gießen, als Tränkwasser für Tiere oder sogar zum Trinken geeignet ist, kann man am Labormobil der gemeinnützigen Organisation VSR-Gewässerschutz erfahren. Es hält am Mittwoch, 10. Juli, von 9 bis 11 Uhr in Wittingen auf dem Marltplatz, und von 15 bis 17 Uhr in der Gifhorner Fußgängerzone (Steinweg) am Ceka-Brunnen.
Milan Toups, Mitarbeiter im Bundesfreiwilligendienst, und Projektleiter Diplom-Physiker Harald Gülzow, nehmen am Labormobil Wasserproben entgegen. Eine Grunduntersuchung auf den Nitrat-, Säure- und Salzgehalt wird gegen eine geringe Kostenbeteiligung von zwölf Euro durchgeführt. Diese Untersuchung nimmt Milan Toups bereits an Ort und Stelle vor, so dass die Bürger ihre Ergebnisse schon gegen Ende der Aktion abholen können. Gegen weitere Kostenbeteiligungen werden umfangreichere Untersuchungen auf Parameter wie Eisen, Phosphat oder Bakterien angeboten. Das Ergebnis dieser Analysen wird mit einer Bewertung per Post zugesandt.

Während Milan Toups im Labormobil Brunnenwasser untersucht, nimmt Diplom-Physiker Harald Gülzow draußen eine weitere Wasserprobe entgegen. Foto: VSR-Gewässerschutz e.V. 
Die Brunnenbesitzer werden mit ihren Messwerten nicht allein gelassen. Das Team vom VSR-Gewässerschutz berät anhand der Messergebnisse wofür das Brunnenwasser geeignet ist. Außerdem beantwortet Harald Gülzow, der Experte zum Thema Brunnenwasserqualität, immer Freitags zwischen 9 und 12 Uhr Fragen unter der Telefonnummer 02831 9763342. Damit die Ergebnisse auch aussagefähig sind, sollen zur Probenahme und Transport Mineralwasserflaschen genutzt werden. Besonders geeignet sind dabei bis zum Rand gefüllte 0,5 l Flaschen aus Kunststoff.
Das Team vom VSR-Gewässerschutz bietet am Mobil neben den allgemeinen Informationen zu Belastungen und deren Ursachen auch eine individuelle Beratung für den jeweiligen Brunnenbesitzer an, um mögliche Belastungen und deren Ursachen zu besprechen.
Die Umweltschützer möchten beim Thema Wasserqualität besonders die breite Öffentlichkeit einbeziehen. „Brunnennutzer haben das gleiche Ziel wie wir: Unbelastetes Grundwasser!“ so Susanne Bareiß-Gülzow. Die Brunnenbesitzer und der Verein tragen gemeinsam dazu bei, dass die Wasserqualität des Grundwassers verbessert wird – auch außerhalb von Wasserschutzgebieten. Dem VSR-Gewässerschutz ist es wichtig, dass die Menschen über Belastungen des Grundwassers informiert sind. Messergebnisse werden deshalb regelmäßig in Karten zusammengefasst, um Belastungsschwerpunkte deutlich erkennbar zu machen. So wurde auch eine Nitratkarte Niedersachsen 2018 erstellt, die aufder Homepage der Gewässerschützer eingesehen werden kann.
Seit 38 Jahren engagiert sich die Umweltschutzorganisation für den Schutz des Grund- und Oberflächenwassers vor Verunreinigungen. Der VSR-Gewässerschutz entstand als Zusammenschluss verschiedener Bürgerinitiativen im Rheineinzugssystem – damals noch unter dem Namen "Verein zum Schutze des Rheins und seiner Nebenflüsse".  Der VSR-Gewässerschutz analysiert nicht nur, sondern bewertet, klärt auf, benennt die Ursache und stellt Forderungen, um die Belastungen zu reduzieren.

Nitrate im Grundwasser
Nitrat ist ein Bestandteil von Dünger. Bringen Landwirte und Gartenbaubetriebe Gülle, Gärreste und Mineraldünger auf, besteht immer die Gefahr, dass Nitrat ins Grundwasser gelangt. Dadurch kommt es häufig zur Nitratbelastung von Brunnenwasser. Wasser mit höheren Nitratkonzentrationen
ist aus gesundheitlichen Gründen nicht zum Trinken geeignet. Auch die Verwendung zum Befüllen eines Planschbeckens oder Teichs wird eingeschränkt. Beim Gießen ist es wichtig, die Nitratkonzentration zu kennen. Eine Nitratanreicherung im Gemüse kann man verhindern, indem
Nährstoffe aus dem Gießwasser bei der Düngung angerechnet werden.

Eisen im Grundwasser – Hinweis auf guten Nitratabbau
Nitrat kann im Grundwasser aber auch abgebaut werden. Allerdings entsteht dabei gelöstes Eisen. So stellen viele Brunnenbesitzer in den vergangenen Jahren fest, dass ihr Brunnenwasser immer eisenhaltiger wird. Das ist ein Segen und ein Fluch zugleich: Ihr Wasser weist immer noch eine sehr geringe Nitratbelastung auf. Doch eine hohe Eisenkonzentration im Brunnenwasser kann das Wasser gelb/orange verfärben. Schön ist das nicht – besonders nicht in einem Planschbecken oder an weißen Hauswänden. Außerdem kann es beim Gießen zu Pflanzenschäden kommen. Durch die Ablagerungen kommt es zu verstopften Leitungen und Schäden an Geräten.

Mittwoch, 26. Juni 2019

Das Bauhaus im Jubiläumsjahr

Vortrag beim Montagstreff in Uelzen 

FOLKERT FRELS / Text und Fotos
Der Montagstreff des Kunstvereins Uelzen wird am 1. Juli von Claudia Krieghoff-Fraatz gestaltet. Thema dieses Abends im Theaterkeller des Theaters an der Ilmenau ist das „Bauhaus“, genauer: das Staatliche Bauhaus in Weimar. Daran kommt in diesem Jahr niemand vorbei, denn vor 100 Jahren wurde das Bauhaus gegründet, und so mag es vielleicht auch denen mittlerweile zu einem Begriff geworden sein, die zuvor nur eine Baumarktkette mit diesem Namen verbanden.

Die elipsenförmige, dynamisch aufschwingende Haupttreppe, in deren Auge die 'Eva' von Auguste Rodin (Bild unten) steht.
"Architekten, Bildhauer, Maler, wir alle müssen zum Handwerk zurück! Denn es gibt keine Kunst von Beruf. Es gibt keinen Wesensunterschied zwischen dem Künstler und dem Handwerker. Der Künstler ist eine Steigerung des Handwerkers." (Auszug aus dem Bauhaus-Manifest, Walter Gropius, Flugblatt 1918). Walter Gropius war es, der 1919 das Staatliche Bauhaus in Weimar gründete und damit erstmals ganz bewusst Kunst und Handwerk miteinander verknüpfte. Auch Henry van de Velde war mit an der Gründung des Bauhauses beteiligt, ging doch seine Kunstgewerbeschule darin auf. Das Bauhaus wollte etwas Neues schaffen, gilt als Wegbereiter der Moderne. Doch es entstand damals, vor nunmehr 100 Jahren, nicht aus dem Nichts, sondern beruhte auf der Arbeit, die Walter Gropius und Henry van de Velde schon Jahre zuvor leisteten.

Die 'Eva' von Auguste Rodin am Fuß der Treppe.
Das Bauhaus hatte - wie der Name schon vermuten lässt - großen Einfluss auf die moderne Architektur, fand Ausdruck aber überall im Alltag und praktischen Leben. Auch Möbel, Geschirr, Schmuck und überhaupt alles, was mit Design in Verbindung gebracht werden kann, wurde nun in diesem neuen Stil geschaffen. Stark beeinflusst wurde auch die bildende Kunst: Die "Bauhäusler" wollten das Kunsthandwerk von der vorherrschenden Industrie befreien und eine neue Formensprache entwickeln, für die das Kunsthandwerk Voraussetzung war. Alles menschlich Geschaffene sollte miteinander verbunden sein und ein Gesamtkunstwerk darstellen. Die Ideen des Bauhauses wirkten weit über die Schule, ihre Orte und ihre Zeit hinaus. Ein wichtiger Teil war die Architektur. Die Meisterhäuser in Dessau sind noch heute ein Anziehungspunkt. Auch im Ausland fand diese Architektur Anklang. Besonders oft wurde dieser Baustil in Tel Aviv und in Kalifornien aufgegriffen. Noch heute beeindruckt der Bauhausstil in Architektur und besonders im Design durch seine Zeitlosigkeit. Die Produkte sollten massentauglich und für seine Nutzer - bei aller Beachtung des Designs - vor allem praktisch und funktional sein. Derzeit ist „Bauhaus“ ist gerade „in“- vieles lässt sich unter diesem Namen verkaufen. Der Stil dieser Epoche wird vielfältig reproduziert und leider oft auch missbraucht.

Typisch Bauhaus: die klare Formensprache.
Nach dem Historismus und dem Jugendstil war der Bauhausstil etwas Neues und Gewagtes, aber auch selbst sehr befreiend. Die Ideen der Bauhäusler betrafen nicht nur Kunst und Handwerk, sondern auch Politik, das Studium an sich und das Geschlechterverhältnis, wenn auch manchmal nur auf dem Papier. Viele heute hoch geachtete und hoch bezahlte Künstler fanden sich am Bauhaus ein: Lyonel Feininger, Paul Klee, Wassily Kandinsky, Johannes Itten und weitere.

Revolutionärer Bauhaus-Stil auch bei der Beleuchtung.
Die Akzeptanz des Staatlichen Bauhauses in Weimar war jedoch nicht sehr groß. Nach nur sechs Jahren zog die Schule 1925 nach Dessau um, firmierte dort als „Hochschule für Gestaltung“.  1932 erfolgte der Wechsel nach Berlin. Die Nationalsozialisten standen den Ideen des Bauhauses skeptisch gegenüber und schlossen die Schule 1933. Es war nur eine kurze Zeit des Bestehens, die jedoch sehr bedeutsam war, weil das Bauhaus als eine mit Leben gefüllte Ideenschule auf vielen Gebieten experimentierte. So war es vielfach bahnbrechend in der freien und angewandten Kunst, der Gestaltung und Architektur. Sogar die Pädagogik wurde vom Geist des Bauhauses beeinflusst. Über diese einzelnen Aspekte berichtet Claudia Krieghoff-Fraatz in ihrem Vortrag, informiert über die einzelnen Phasen und Orte des Bauhauses, stellt Personen und ihre Werke vor.
Der Kunstverein und die Referentin würden sich über einen regen Besuch dieser Veranstaltung freuen. Der Beginn ist um 19 Uhr und der Eintritt wie immer frei. Spenden für die Arbeit des Montagstreffs werden gern entgegengenommen.

Samstag, 22. Juni 2019

Gemeinsam Gutes tun

Aktion "Mensch Meyer" - Heidebäckerei Meyer fördert mit Unterstützung der Kunden regionale Hilfsprojekte

Eine Summe von insgesamt 2000 Euro kam bei der jüngsten Spendenaktion der Heidebäckerei Meyer zusammen. Sie soll dazu beitragen, der fünfjährigen Eva Bornemann-Göhre und ihrer Schwester eine Delphintherapie zu ermöglichen. Im Rahmen der Aktion „Mensch Meyer – Da wollen wir helfen!“ fördert der in Wahrenholz ansässige Calluna-Partner immer wieder Hilfsprojekte in der Region.

Einen Scheck über 2000 Euro, die ihr eine Delphintherapie ermöglichen sollen, nahmen Eva Bornemann-Göhre und ihre Mutter von Bäckermeister Herbst Meyer in Wahrenholz entgegen.
„Mit dem Kauf eines Aktionsbrotes unterstützen unsere Kunden die jeweilige Spendenaktion mit 25 Cent“, erklärt Bäckermeister Herbert Meyer. „Den Gesamtbetrag verdoppeln wir dann am Schluss immer.“ So auch bei der Spendenaktion für die kleine Eva, die an einem unheilbaren Gendefekt leidet. Ihre Atmung muss ständig überwacht werden, in bestimmten Situationen ist eine künstliche Beatmung notwendig – etwa, wenn Eva schläft oder Schmerzen sowie Belastungen ausgesetzt ist. Eine große körperliche und psychische Belastung für das Kind und die ganze Familie. Eine Delphintherapie für Eva sowie ihre Schwester soll den Umgang mit ihrer Krankheit erleichtern. Doch diese Therapieform ist sehr teuer, denn neben den vier Familienmitgliedern muss auch eine Krankenschwester für die intensiv-medizinische Betreuung dabei sein. „Wir freuen uns sehr, wenn wir – gemeinsam mit unseren Kunden – einen Beitrag dazu leisten konnten, dass Eva ihrem Traum ein Stück näher gekommen ist“, so Herbert Meyer.
Schon seit 2017 unterstützt die Heidebäckerei Meyer mit ihrer Aktion „Mensch Meyer“ verschiedene Hilfsprojekte. So zum Beispiel den Profiboxer Eduard Gutknecht aus Westerbeck, der nach einer schweren Verletzung zum Pflegefall wurde, oder den kleinen Emil aus Meine mit Spenden für die DKMS. Die Organisation vermittelt Stammzellspenden an Patienten, die an Blutkrebs erkrankt sind. „Es ist ein gutes Gefühl, Menschen zu unterstützen, die aufgrund von Krankheit oder anderen Schicksalsschlägen Hilfe benötigen“, betont der Bäckermeister. Die nächste Aktion der Heidebäckerei steht bereits: Im September werden alle Spenden dem Verein „Wolfsburger Elfen helfen“ zugutekommen. Er besteht aus einem Team von Kreativen und Nähbegeisterten, die unter anderem Kleidung für "Sternenkinder" und "Frühchen" und anfertigen. Die Spende soll für dringend benötigte Stoffe verwendet werden. Wer Interesse hat, kann sich die Produkte der „Elfen“ im Shop ansehen.  Oder den Verein auch bei der Arbeit unterstützen. Herbert Meyer freut sich auf jeden Fall schon darauf, am Ende der Aktion wieder einen Scheck überreichen zu dürfen und und bedankt sich bei allen Kunden, die zum Erfolg der Spendenaktionen beitragen.

Freitag, 21. Juni 2019

Aus dem Weserbergland zurück in die Heide

Volker Reinecke leitet jetzt die Revierförsterei Breitenhees 
 Im Forstamt Unterlüß hat Volker Reinecke (58) die Leitung der Revierförsterei Breitenhees übernommen. Er löst damit seinen pensionierten Vorgänger Frank Witte ab. Reinecke hat zuvor 20 Jahre lang die Revierförsterei Aerzen im Weserbergland geleitet. Der ursprünglich aus dem Landkreis Gifhorn stammende Förster hatte den Wunsch, einmal eine heimatnahe Försterei in Heide zu leiten.

Volker Reinecke ist neuer Förster im Revier Breitenhees. Foto: Niedersächsische Landesforsten
Nach seiner erfolgreichen Bewerbung auf die Stelle war ihm die Revierleitung bereits zum 1. Mai übertragen worden. Er wurde aber sofort zurück in seine vorherige Försterei beordert, damit er seinen Nachfolger einarbeiten kann. Volker Reinecke erklärt: „Die derzeitige schwierige waldbauliche Situation im Hinblick auf die Borkenkäferbekämpfung in Südniedersachsen machte diesen Schritt nötig. Jetzt freue ich mich darauf, dass ich voraussichtlich ab den 1. Juli die Amtsgeschäfte in meiner neuen Försterei gänzlich übernehmen kann und auf die künftige Zusammenarbeit im neuen Forstamtsteam“. Breitenhees ist eine von acht Revierförstereien der Niedersächsischen Landesforsten im Forstamt Unterlüß. Das Forstamt bewirtschaftet 18.500 Hektar Landeswald in der Süd- und Ostheide in den Landkreisen Celle, Gifhorn und Uelzen. Eine der Hauptaufgaben für den neuen Förster ist die Umwandlung der großen Kiefernbestände in standortgerechte Mischwälder, die dem Klimawandel trotzen. Der Waldumbau auf den zum Großteil armen Standorten mit den Mitteln des naturgemäßen Waldbaus ist heute weit vorangeschritten. Reinecke ergänzt: „Jedes Jahr muss ich in Breitenhees mindestens 20 Hektar Kulturen anlegen, das bedeutet je nach Baumart müssen wir hier jährlich 80.000 bis 150.000 junge Bäume pflanzen. Das Konzept der langfristigen ökologischen Waldentwicklung, kurz LÖWE,  gilt es konsequent fortzuführen. Neben den waldbaulichen Herausforderungen und dem Naturschutz liegt mir, als Führer zweier Jagdhunde, auch die ökosystemverträgliche Wildbewirtschaftung am Herzen “. Nach einigen Umzügen vom Saarland über die Oberpfalz, den Harz und das Weser Bergland wird Volker Reinecke bald in die Waldsiedlung Siedenholz nahe Unterlüß ziehen.

Das neue Heft ist da!

Heute beginnt offiziell die Verteilung des neuen Calluna-Heftes (Sommer 2019). Bis alle Auslagestellen in der Südheide beliefert sind, kann es ein paar Tage dauern. Wir bitten um etwas Geduld. Abonnentinnen und Abonnenten erhalten das neue Heft per Post klimaneutral ins Haus geliefert, können aber schon jetzt im CallunaPlus-Bereich darin blättern und lesen. Viel Vergnügen!
TIPP Wenn Sie Calluna abonnieren möchten, schicken Sie uns einfach eine E-Mail mit Ihrem vollständigen Versandadresse an abo(at)calluna-magazin.de. Das Abo kostet 10 Euro pro Jahr (4 Hefte). Die Mindestbezugsdauer beträgt ein Jahr. Danach können Sie das Abo jederzeit formlos zum Quartalsende kündigen. Sie haben schon ein Abo? Gut, aber vielleicht möchten Sie noch eins oder mehrere verschenken – als kleine Aufmerksamkeit zum Geburtstag oder einfach nur als Dankeschön.

Samstag, 1. Juni 2019

Kräutervielfalt genießen

"Hoheitlicher Kräutermarkt" in Gifhorn 

Im Innenhof  des Gifhorner Schlosses richtet der Landkreis Gifhorn am Sonntag, 16. Juni von  11 bis 17 Uhr  in Zusammenarbeit mit dem Kreisverband der Landfrauen sowie vielen weiteren  Ausstellern seinen dritten "Hoheitlichen Kräutermarkt" aus. Die offizielle Eröffnung erfolgt um 11:30 Uhr in Form eines Fassanstichs. Landrat Dr. Andreas Ebel, Kreislandfrauen-Vorsitzende Ilsemarie Dralle und Gleichstellungsbeauftragte Christine Gehrmann werden das frisch gebraute Kräuterbier "vorkosten".
Wie in den vergangenen Jahren füllen den Schlosshof Marktbuden und Stände mit einem reichhaltigen und vielfältigem Sortiment aus Küchenkräutern, essbaren Pflanzen sowie  Obstgehölzen und Gemüsepflanzen,  Kräuterschildern, Gewürzmischungen, Kräuterkissen, Tee, Naturkosmetik, Honig,  Öl und Essig, Kräuterbratwürsten und eingelegten Köstlichkeiten.  Auch Besonderheiten wie alte Gemüsesorten sind im Angebot. Neu im Angebot sind selbst gezogene Duftpelargornien.
Daneben locken Bowle,  Kräuterbratwurst und Bauernhofeis zum Probieren. Als Besonderheit wird "Claras Kräuterbräu" angeboten, das eigens für den parallel zu gehenden Rundweg auf den Spuren von Herzogin Clara von Gifhorn gebraut wird. Auch Kräuterschnaps der Landfrauen kann probiert werden, und am Stand von Landfrau Petra Lührs gibt es frisch zubereitete Kräuter-Kartoffelchips.  Darüber hinaus wollen die Landfrauen mit „Claras Wildkräutermischung“ zur Verbesserung des Nahrungsangebotes für Bienen beitragen.
Für Musik sorgt beim Kräutermarkt das Duo Baban, und mit der Tanzgruppe Amici Saltandi wird der  Nachmittag mit Tänzen der Renaissance bereichert. Ebenfalls am Nachmittag referiert Dr. Jürgen Weritz im Garten des Kavalierhauses über „Kräuter im Hausgarten“. Der Garten ist von 11 bis 17 Uhr geöffnet.
Zusätzlich wird Kultur- und Landschaftsführerin Birgit Meinicke interessierte Gäste rund um das Schloss auf die Spuren der Herzogin Clara führen. Kinder können derweil bei einer Mitmachaktion ausprobieren, wie mit Färberpflanzen Wolle gefärbt wird.

Montag, 27. Mai 2019

Georg Münchbach und Wittenwater

Vortrag beim Montagstreff über einen bedeutenden Künstler der Region

Der Künstler Georg Münch-
bach im Jahr 2015. Privatfoto
Vor einem Jahr starb Georg Münchbach in Wittenwater bei Ebstorf. Vielen Einheimischen, ob kunstinteressiert oder nicht, wird er in Erinnerung bleiben und sein künstlerisches Werk auch über die Landesgrenzen hinaus weiterhin ein Begriff sein.
1933 in Freiburg geboren, begann er in Düsseldorf ein Studium der Kunst und der Philosophie. Seit den 50er Jahren in Ebstorf, ließ sich Georg Münchbach 1970 mit seiner Familie in Wittenwater nieder und baute dort sein Atelier für Stahl- und Holzplastik, Fotografie und Malerei auf und gründete den Lisann-Verlag.
Neben dem künstlerischen Schaffen war ihm immer die Philosophie wichtig und Bezugspunkt seiner Arbeit. Archäologie und Altertumsforschung waren die Grundlage, die Geschichte des Denkens und der Weltwahrnehmung philosophisch zu durchdringen. „Wenn ich meine Zeit mit ihrem Denken wirklich verstehen will, muss ich eine Zeit finden und ergründen, die wirklich grundlegend anders war als unsere heutige Zeit“, war sein Credo. Daher war die Bronzezeit (um 1500 v. Chr.) für ihn von wesentlichem Interesse, ebenso wie die Zeit des mythischen Denkens in Griechenland. „Ich bin kein Künstler, sondern Graphiker und Bildhauer“, sagte Georg Münchbach von sich selbst. „Philosoph mit künstlerischen Mitteln“ könnte man rückblickend sagen. Er war Gründungsmitglied der Ortsgruppe Uelzen des BBK, auch an der Gründung des Kunstvereins Uelzen war er beteiligt. 2015 widmete der Kunstverein Münchbach eine Ausstellung mit Bildern und Skulpturen im Uelzener Rathaus. Es war seine letzte.
Ein Thema seiner Werke war der Raum und die darin befindliche Energie. Obwohl er auch der Physik sehr zugetan war, ging es Georg Münchbach aber mehr um das Unsichtbare, nicht Messbare, aber mental Erfahrbare. Scheinen seine Bilder auch oft abstrakt, so ist die Landschaft doch der Inhalt: „Ich brauche die Landschaft, alles, was ich mache, lebt von ihr“, so Münchbach. Er schuf unzählige, teils sehr großformartige Gemälde und viele raumfüllende Großskulpturen, die auch im öffentlichen Raum zu sehen sind. Der Brunnen am Uelzener Schnellenmarkt, die Stadtansicht „Expansion“ vor der Uelzener Versicherung und die Kuhlau-Gedenkplatte am Rathaus sind nur einige Beispiele davon.
Ebenso wie der Brunnen auf dem Schnellen-
markt ist auch die Kuhlau-Gedenkplatte am
Uelzener Rathaus ein Werk von Georg 
Münchbach.
Am Montag, 3. Juni, wird sich der Montagstreff des Kunstvereins Georg Münchbach zuwenden, seinem Leben, seinem Werk und seinem Nachlass. Der Sohn Falk Münchbach, der als Diplom Kulturpädagoge diesen Nachlass verwaltet, wird über seinen Vater sprechen und auch seine Idee eines Künstlerhauses in Wittenwater vorstellen. Dort soll eine Begegnungsstätte entstehen, ein Raum für kreative Gedanken und Projekte, es soll hier die Möglichkeit geben, auch weiterhin Kunst zu schaffen. Vielleicht gibt es neben der Ausstellung auch einmal ein kleines Café. Dies alles braucht tatkräftige Unterstützer und deshalb steht die Gründung eines Vereines im Raum. Einen Freundeskreis „Künstlerhaus Wittenwater“ gibt es schon. 2018 fand in Wittenwater die erste Werkschau zum Nachlass von Georg Münchbach mit Vorträgen und Diskussionen zum Thema „Gestaltungen mythischen Denkens“ statt. Am 1. Juni (Vernissage) und den folgenden Wochenenden bis 7. Juli 2019 wird es wieder eine solche Werkschau in Wittenwater geben (bitte der Ausschilderung folgen). Das Thema diesmal: Raumenergie in zwei und drei Dimensionen sichtbar machen; Kunst als Forschung.
Die Ausstellung wird auf einem benachbarten Hof in Wittenwater stattfinden: Hof Pommerien (Blaubeerhof) in Wittenwater 4. Der Hof liegt etwas versteckt im Wald und nicht neben dem Künstlerhaus. Nähere Informationen sind im Netz verfügbar unter www.georg-muenchbach.de. Dort kann man sich auch zu einem Informationssystem anmelden, das Hintergründe zum künstlerischen Schaffen in unkomplizierter Alltagssprache bereitstellt und auch über aktuelle Trends, insbesondere Ausstellungen und Veranstaltungen sowie die Entwicklung des Künstlerhauses, informiert. Der Kunstverein und der Referent Falk Münchbach würden sich über einen regen Besuch dieser Veranstaltung am 3. Juni im Theaterkeller des Theaters an der Ilmenau freuen. Der Beginn ist um 19 Uhr und der Eintritt wie immer frei. Spenden für die Arbeit des Montagstreffs werden gern genommen.

Montag, 20. Mai 2019

Lulu Mimeuse kehrt zurück auf den Winkelhof

Lulu Mimeuse (alias Schauspieler Philip Richert), die als „Lüneburgs einzig wahre Diva“ gilt, macht nach ihrem großen Erfolg vom vergangenen Jahr nun erneut Station in Müden an der Örtze. Am Sonnabend, 8. Juni, präsentiert sie von 19:30 Uhr an ihr neues Programm auf dem Winkelhof. Einlass ist ab 18 Uhr.

Die Diva Lulu Mimeuse tritt erneut auf dem Winkelhof auf. Foto: Theater Lüneburg
„Lulu Mimeuse – 40 Jahre im Showbusiness“ – der Name ist Programm. Lulu wird in dieser Show mit unzähligen Klassikern ihrer nicht enden wollenden Karriere aufwarten: Songs und Geschichten von Marlene Dietrich, Ella Fitzgerald, Zarah Leander, Georgette Dee, Edith Piaf, Bette Midler, Hildegard Knef, Georg Kreisler, Tim Fischer, Friedrich Holländer, Tom Waits, Judy Garland oder David Bowie bringt sie an diesem bunten Abend zu Gehör.
Auch dieses Mal hat „La Mimeuse“ wieder eine renommierte Band an ihrer Seite: Pianistin Mira Teofilova, die „Katze aus Bulgarien“ begleitet die Diseuse seit Anbeginn der Zeit. Wie bereits im Vorjahr werden zudem Henning Thomsen am Schlagzeug und Sebastian Brand am Bass Lulus neue Show musikalisch unterstützen.
Karten sind im Vorverkauf für 20 Euro ab sofort erhältlich unter kontakt@winkelhof-mueden.de oder direkt auf dem Winkelhof im Hofcafé, Alte Dorfstraße 12, 29329 Müden/Örtze.

Mittwoch, 15. Mai 2019

Forstamt Unterlüß baut Teerstraßen zurück ...

... und wandelt sie in naturverträgliche Waldwege um

Das Niedersächsische Forstamt Unterlüß trennt sich von mehreren alten Teerstraßen im Wald. Insgesamt werden auf 9,2 Kilometer Länge Teerstraßen zurückgebaut. Sie werden mit einem Mineralgemisch, in sogenannter wassergebundener Bauweise, als Schotterwege neu ausgebaut. Ziel ist es, alte Forstwege naturverträglich zurückzubauen um die Schadstoffe in den alten und größtenteils stark beschädigten Schwarzdecken umweltgerecht zu entsorgen. Seit Anfang Mai laufen die Arbeiten, die voraussichtlich bis Ende August 2019 dauern werden.

 Rückbau schadhafter und schadstoffbelasteter Teerstraßen im Wald. Foto: Niedersächsische Landesforsten

“Die wassergebundenen Schotterwege sind ökologisch zuträglicher und in der Unterhaltung günstiger“, begründet Carsten Mönkemeyer die Entscheidung für den Schotterbelag. Der Wegebauspezialist aus dem Forstamt Seesen berät seine Landesförster vor Ort bei der Wahl für die geeignete Sanierung.
Laut Mönkemeyer müssen Waldbesucher bis Ende August mit Einschränkungen während der Forstwegearbeiten rechnen. Die Wege werden mit Sperrbaken und „Durchfahrt verboten „ Schildern abgesperrt. Zusätzlich werden Hinweistafeln aufgehängt, um Wanderer und Radfahrer zu informieren. Spaziergänger, Jogger und Radfahrer sollten auch einen stark erhöhten LKW- Verkehr einplanen. Er bittet um Verständnis und appelliert an die Erholungssuchenden, abgesperrte Wege nicht zu benutzen.
Betroffen sind Waldgebiete des Niedersächsischen Forstamtes Unterlüß im Landkreis Gifhorn: Als erstes werden in der Revierförsterei Betzhorn der Kanaldamm, der Leudamm und Luhmanns Damm saniert. Anschließend werden der Fuhrenweg und der Bösebruchweg in der Revierförsterei Malloh bearbeitet. Abschließend wird der Ringelaher Hauptweg in der Revierförsterei Ringelah und der Kronendamm in Betzhorn in Stand gesetzt.
Bei der Sanierung der alten Teerstraßen auf insgesamt 9.200 Meter Länge müssen 5.200 Tonnen Schwarzdecke ausgebaut, umweltgerecht entsorgt und durch 8.000 Tonnen Mineralgemisch ersetzt werden. Die Kosten für das Projekt betragen rund 500.000 Euro.
Auf insgesamt zehn Jahre haben die Niedersächsischen Landesforsten das Projekt zur Sanierung alter Teerstraßen im gesamten Landeswald angelegt.

Sonntag, 12. Mai 2019

Historische Stadtführung in Wittingen

Der Kultur- und Landschaftsführer Hans-Joachim Michaelis bietet in Zusammenarbeit mit der Südheide Gifhorn GmbH (Telefon 05831 9934900) eine historische Stadtführung durch Wittingen an.
Bevor es vom Marktplatz in Wittingen losgeht, gibt Michaelis einen Einblick in die Stadtgeschichte und erläutert, was es mit den Skulpturen wie dem Bierbrauer, dem Schusterjungen und der Gänseliesel auf sich hat. Nach einem kurzen Blick in die Lange Straße mit weiteren Fachwerkbauten geht es in die Kirche St. Stephanus, danach weiter zum Gänsemarkt und durch die Altstadtgassen zur Wallanlage. Beim Gang durch die Postgasse zur Junkerstraße erfahren die Teilnehmenden Einiges über die Adelsfamilie von dem Knesebeck, die im Mittelalter hier ihren Sitz hatte. Auf dem Rückweg vom Junkerhof zum Marktplatz erzählt Hans-Joachim Michaelis weitere spannende Geschichten über die Stadt Wittingen sowie über Land und Leute.
Die Führung findet am Dienstag, 14. Mai, von 14:30 Uhr an statt. Treffpunkt ist der Marktplatz, Am Markt, 29378 Wittingen. Die Teilnahme kostet 4 Euro je Person. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Freitag, 10. Mai 2019

Vierhändige Klaviermusik

"Ein Klavierduo der Extraklasse – Mona und Rica Bard sind bis in die kleinste Fingerspitze aufeinander eingespielt", lobte der Sender NDR Kultur. Das Duo errang nationale und internationale Preise und Auszeichnungen und wurde durch den Deutschen Musikrat im Rahmen der „Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler“ und den Verein „Yehudi Menuhin – Live Music Now" gefördert.

Mona und Rica Bard geben am 24. Mai ein Konzert im Kloster Wienhausen. Foto: Uwe Arens, Berlin

Zahlreiche Konzertmitschnitte, Rundfunk- und Fernsehaufnahmen dokumentieren
 die künstlerische Vielseitigkeit des Duos. Umfangreiche Konzertverpflichtungen führten die Schwestern durch Europa, nach Asien und in die USA. 
Das wohl ambitionierteste deutsche Klavierduo der jungen Generation sucht seine Herausforderungen gleichermaßen in großen Konzertsälen wie der Berliner Philharmonie und intimen Kammermusikräumen wie dem Sommerrefektorium des Klosters Wienhausen. Dort spielen Mona und Rica Bard am Freitag, 24. Mai, von 20 Uhr an vierhändige Klaviermusik des 18. bis 20. Jahrhunderts, darunter Werke von Brahms, Schubert und Ravel.
Karten sind am von 19:30 Uhr an für 15 Euro an der Abendkasse erhältlich.
Reservierungen werden unter Telefon 05149 18660 und E-Mail info@kulturkreis-wienhausen.de angenommen.

Mittwoch, 8. Mai 2019

Oma Sanne feiert 100. Geburtstag

Theater für die ganze Familie in Wettenbostel

Die aus vielen Jahrmarkttheater-Produktionen bekannte „Oma Sanne“ wird 100 Jahre alt. Das muss natürlich groß gefeiert werden: in einem Open-Air-Theaterstück für die ganze Familie in Wettenbostel bei Wriedel. 

Oma Sanne (Thomas Matschoß) wird 100 und bekommt einen Kuchen und ein Ständchen zum runden Geburtstag.
Foto: Jahrmarkttheater
Die Kunstfigur Oma Sanne betrat die Welt des Jahrmarkttheaters in der Komödie „Stadt, Land, Wurst“. Dargestellt von Thomas Matschoß hat sie ein vielfältiges Eigenleben entwickelt: Als Gastgeberin der „Dorfgedanken“ lädt sie regelmäßig zum Schnacken ein, und in „The History of Lagerfeuer“ sang sie mit dem Publikum „Blowin' in the Wind“.
Thomas Matschoß erzählt, er werde inzwischen im Supermarkt als Oma Sanne angesprochen und auf Kaffee und Kuchen zum Frauennachmittag eingeladen. Dass Sanne den wirklichen Bart von Matschoß trägt, ist dabei niemals ein Thema. Als Oma Sanne vor Kindern zu spielen, ist allerdings eine Premiere: „Darauf freuen wir uns beide sehr.“
Das Team, zu dem auch Martin Greif, Andrea Hingst und Anja Imig gehören, interessiert, was „Alter“ für Kinder bedeuten kann. Matschoß sagt: „Das Thema Alter ist für uns alle ja sehr unterschiedlich. Ich weiß noch genau, wie mir als Kind schon Zwanzigjährige sehr alt vorkamen. Heute, Mitte 60, zurren sich für mich Kindheit und Jugend zu einem kleinen Zeitpunkt zusammen.“ Im Stück wird das Alter sichtbar gemacht, indem Jahre in Meter übersetzt werden: Bei 100 Jahren kommt da schon ein ganzes Fußballfeld zusammen.
Zu ihrem Geburtstag hat Oma Sannes Heimatdorf Torfbostel alles vorbereitet: Eine riesige Torte ist gebacken, die Dorfgemeinschaft hat ein Ständchen einstudiert, alle haben sich heraus geputzt. Selbst Schweine, Hühner und Schafe haben Geschenke dabei – aber wo ist Oma Sanne? Hat sie etwa ihren eigen Geburtstag vergessen? Ist ihr etwas zugestoßen?
Die Feier droht zu platzen, bevor sie richtig angefangen hat! Schaf Sabine isst vor Nervosität die Geburtstagsblumen und auch Schwein Willi kann sich angesichts der Torte kaum noch beherrschen! Als dann noch der Fuchs im Hühnerstall auftaucht, ist das Chaos perfekt. Die Geburtstagsgäste auf dem Hof in Wettenbostel machen sich auf die spannende Suche nach dem Geburtstagskind. Oma Sanne 100. Geburtstag macht Lust auf einen Austausch zwischen den Generationen und erzählt mit viel Humor und Musik von hundert Gründen zu feiern, auf der Welt zu sein.

„Oma Sannes 100. Geburtstag“
für Kinder und Erwachsene von 4 bis 100+
von Anja Imig und Thomas Matschoß
Premiere Sonnabend, 1. Juni 2019
Weitere Vorstellungen: 3. und 4. August. / 10. und 11. August / 17. und 18. August / 24. August. 
Beginn jeweils 15:00 Uhr
Eintritt: 10 / 6 Euro
Schulvorstellungen
Montag, 3. Juni, 11:00 Uhr
Freitag, 7. Juni, 10:00 Uhr
Für beide Vorstellungen können sich Schulklassen noch anmelden!
Schauspiel: Martin Greif und Thomas Matschoß / Regie & Ausstattung: Anja Imig und Thomas Matschoß / Dramaturgie: Andrea Hingst / Musikalische Mitarbeit: Arne Gloe / Presse: Michel Büch
Kartenreservierung unter Telefon 05807 979971, E-Mail karten@jahrmarkttheater.de, www.reservix.de und an allen bekannten Vorverkaufsstellen.

Dienstag, 7. Mai 2019

Naturtag für Frauen – Wellness im Wald

Janette Volk bietet im Rahmen eines Naturtages für Frauen Wellness im Wald an. Foto: Veranstalterin
Die Natur- und Wildnispädagogin Janette Volk aus Hansen bei Uelzen, die unter dem Namen "Feder und Kraut – wildes Lernen" firmiert, bietet einen Naturtag für Frauen an. Am 19. Mai 2019 bietet Feder und Kraut - wildes Lernen einen wunderbar entspannenden Tag nur für Frauen. Frei vom sonst üblichen (Zeit-)Druck steht dieser Tag ganz unter dem Motto „Waldwellness“.
Am Sonntag, 19. Mai, werden die Teilnehmerinnen von 10 bis 16 Uhr gemeinsam mit Janette Volk den Tag im Wald bei Hansen verbringen, mittels verschiedener Übungen einsinken in die Natur, Frühlingskräuter sammeln und genießen und für kurze Zeit den Alltag vergessen.
Die Veranstaltung findet im Wald rund um Hansen statt. Weitere Informationen und Anmeldung unter www.federundkraut.de