Donnerstag, 1. Dezember 2016

Spurensuche in Erinnerungsräumen

Neue Ausstellung des Bundes Bildender Künstler in Uelzen

FOLKERT FRELS / Text / Fotos

Das Thema "Erinnerungen" ist ein weites Feld, zu dem jede und jeder in der Kreisgruppe Uelzen des Bundes Bildender Künstler einen anderen Zugang gefunden hat. 19 Künstlerinnen und Künstler hatten sich buchstäblich ans Werk gemacht. Herausgekommen sind fast 50 höchst unterschiedliche bildgewordene Träume, Gedanken, Erinnerungen. Zu sehen sind diese im Theaterkeller, der Galerie des Kunstvereins Uelzen im Ilmenau-Theater.

Gut besucht war die Ausstellungseröffnung im Theaterkeller.
Dr. Udo Hachmann begrüßte die Gäste, Hanna
Vogel umrahmte die Ausstellungseröffnung
mit Musik.
Dr. Udo Hachmann, Vorsitzender des gastgebenden Kunstvereins, eröffnete die Ausstellung. Mit dem Präludium aus der Cello-Suite Nr. 2 d-Moll stimmte Hanna Vogel am Cello auf die Bilder ein, für die Dipl.-Bibliothekarin, Dozentin und Kunstkuratorin Elisabeth Hohmeister aus Bienenbüttel die richtigen Worte fand. Dabei bezog sie sich auf den Titel der Bilderschau „Erinnerungen“ und bringt Mnemosýne, die griechische Göttin der Erinnerung, ins Spiel. Mnemosýne ist immer irgendwie dabei, wenn wir Szenen, Worte, Begebenheiten, Musik, Gerüche und eben auch Bilder aufnehmen und abspeichern. Um uns zu gegebener Zeit daran zu erinnern. Oder sie im Unterbewusstsein, im „unbewohnten Speichergedächtnis“, zu belassen.
Führte in die Ausstellung ein:
Kunstkuratorin Elisabeth
Hohmeister.
Elisabeth Hohmeister hat sich die Werke der einzelnen Künstlerinnen und Künstler angeschaut und daraufhin analysiert, wie darin Erinnerungen verarbeitet wurden, welche Ausschnitte einzelner Zeitabschnitte, gesehen nur aus einem persönlichen Blickwinkel heraus, sich hier wiederspiegeln. „Meist durcheinandergewürfelt ist das Spielzeug der Mnemosýne“ sagte Hohmeister und beschrieb, wie Vera Dornfeldt Gegenstände und Situationen der Erinnerung in ihren Formen und Farben mit einem Würfel in das wechselnde Blickfeld rückt, während Renate Meyer ihre Erinnerungen in drei Tafeln mit je 36 Bildkärtchen aufzeigt, die wie bei einem Memory-Spiel variiert werden können. Andere wiederum erinnern sich an Reisen, fremde Länder, Gegenden. Bei Karl Friedrich Jacobs erkennt Elisabeth Hohmeister im Übereinandermalen ein Kommen und Gehen und fragt „Aquarellieren als Denkprozess?“ Elisabeth Hohmeister schloss ihre Betrachtungen zu allen Künstlern ab mit Friedrich Nietsche, der einst schrieb „Es ist ein Wunder: der Augenblick, im Husch da, im Husch vorüber“.
Hanna Vogel, die bereits mit zehn Jahren in die Vorgruppe des Institutes zur Frühförderung musikalisch Hochbegabter (VIFF) an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover aufgenommen wurde, mittlerweile Musik studiert und Mitglied der Neuen Philharmonie Berlin ist, beendete mit der präzise vorgetragenen Konzertetüde von Duport den offiziellen Teil der Eröffnung.
Die Ausstellung dauert bis zum 18. Dezember und kann sonnabends von 15 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 13 und 15 bis 18 Uhr besichtigt werden.

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