Dienstag, 19. Dezember 2017

Seltener Schmetterlingsfund

Der seltene Ligusterschwärmer. Fotos: Familie Dornfeldt
Wie erst jetzt bekannt wurde, entdeckten im Juni 2017 die Geschwister Jonna und Ben Dornfeldt in ihrem Hausgarten in Hanstedt II ein unbekanntes, stillsitzendes großes Lebewesen an einem Pfahl, das von der ganzen Familie bestaunt wurde. Sie fotografierten es mit dem Handy. Am nächsten Tag war erkennbar: Es war ein sehr großes Schmetterlingspaar, das sich inzwischen getrennt hatte. Ein Paar des äußerst seltenen Ligusterschwärmers (Sphinx ligustri), einer der größten Nachtschwärmerarten. Schmetterlingsexpertin Dr. Helga Göttsche vom BUND gratulierte den jungen Forschern zu ihrem Fund und der perfekten Dokumentation!
Ganz in der Nähe steht ein unbeschnitten wachsender Ligusterstrauch. Daran muss sich das Weibchen als Ei-Raupe entwickelt haben. Als frisch geschlüpfter Falter hat sie mit ihrem Pheromon-Duftstoff das Männchen angelockt. Noch aus mehreren Kilometern Entfernung kann ein Männchen der Art zielsicher ein paarungsbereites Weibchen finden.
Am 14. August sah Helga Göttsche eine große Raupe der Art beim Verpuppungslauf quer über den Rad-/Fußweg im Hambrocker Sportgelände in Richtung Wallhecke. Die bisher einzige letzte Fundmeldung von Raupen stammt aus Suhlendorf aus dem Jahr 2004 von Liesel Kölver.
Laut des Experten Jochen Köhler aus Hitzacker gab es die Art nach dem Krieg häufiger an damals ungepflegten Ligusterhecken. Seit zehn Jahren sah er sie nur noch selten in feuchten Eschenwäldern. Ein Paar Ligusterschwärmer - das sei ein seltener und toller Fund!

Von der Seite wirken die Nachtfalter, die eine Flügelspannweite von neun bis zwölf Zentimetern haben, recht unscheinbar.

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