Montag, 28. August 2017

Gerne wieder herbeigesehnte Zauberwelt

Thema beim nächsten Montagstreff am 4. September: 
der Maler John William Waterhouse
FOLKERT FRELS
Beim nächsten Montagstreff des Kunstvereins Uelzen am Montag, 4. September, im Theaterkeller des Theaters an der Ilmenau referiert Claudia Krieghoff-Fraatz über den ein wenig in Vergessenheit geratenen Maler John William Waterhouse.

John William Waterhouse: The Lady of Shalott (1888).
John William Waterhouse (1849-1917) war einer der bedeutendsten Maler des spätviktorianischen England. Heute in Deutschland kaum mehr bekannt, werden seine Bilder doch oft zur Illustration von Romanen benutzt. Seine Frühwerke befassen sich noch hauptsächlich mit der griechischen und römischen Antike, deren Sagen und Legenden, aber auch mit der wirklichen Historie. Mediterrane Genreszenen lassen seine Geburt in Rom und seine lebenslange Liebe zu Italien nicht verleugnen. Später wandte er sich dann mehr der englischen Poesie zu und malte Szenen daraus, machte seine eigenen bildlichen Versionen zu John Keats, Alfred Tennyson und Shakespeare. Er wurde in den britischen Künstler-Adel gewählt und errang den Grad eines Royal Academician. Auch die Motive der in England so beliebten Präraffaeliten und das Mittelalter griff er auf. Fast immer waren junge Frauen die Hauptakteure in seinen Bildern – mal als unschuldiges Opfer oder Femme fatale, mal als Hexe oder Zauberin, mal als Nymphe oder Meerjungfrau.
War Waterhouse nun ein Romantiker oder Klassizist, ein Präraffaelit, ein Naturalist oder hauptsächlich ein Anhänger der Akademie? Der Betrachter muss selbst entscheiden, ob Waterhouse in eine dieser Schubladen gehört. Wenig ist heute über ihn bekannt, er lebte still und zurück gezogen und genauso starb er auch fast unbemerkt während des ersten Weltkriegs. Danach verfielen seine einst hoch gehandelten Bilder rapide im Wert. Erst in den vergangenen zwei Jahrzehnten wurde er quasi wieder entdeckt und es gibt einen regelrechten Run auf seine Bilder. Waterhouse verführt uns noch heute in eine längst vergangene, aber gerne wieder herbeigesehnte Zauberwelt. Einige Beispiele dieser „Zauberwelt“ werden auf der Tate-Website gezeigt.
Der Kunstverein und die Referentin würden sich über einen regen Besuch freuen. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr. Der Eintritt ist wie immer frei. Spenden für die Arbeit des Montagstreffs werden gern genommen.

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